Kreispokal Frankfurt – Alle Verbandsligisten raus, zwei A-Ligisten im Viertelfinale!

Frankfurt – Das Achtelfinale im Kreispokal-Wettbewerb der vergangenen Saison ging am Sonntag trotz gewittriger Schauer komplett über die Bühne. Mit dem FFV Sportfreunde und der Spvgg. Oberrad schieden die letzten Verbandsligisten aus. Ranghöchster Viertelfinalist ist Gruppenligist FG Seckbach. Weiter im Rennen um den „Sommer-Cup“ sind neben fünf Kreisoberligisten überraschenderweise mit der SG Harheim und Germania Enkheim zwei Vertreter aus der Kreisliga A.

Soufiane Moussaoui (zweiter von links) gewann mit dem FC Kalbach 4:1 bei Viktoria Preußen. Foto: Mithat Gürser.

SV Niederursel – Spvgg. 02 Griesheim 1:3 (0:0)

Auf einem der letzten Hartplätze im Stadtgebiet bot der SVN dem KOL-Ligaprimus der annullierten Saison ordentlich Paroli und man wechselte torlos die Seiten. Es fiel auf, dass dem einen oder anderen Griesheimer Techniker der ungewöhnliche Untergrund in Kombination mit dem regnerischen Wetter überhaupt nicht behagte. Besonders kämpferisch legte Niederursel alles in die Waagschale und kam nach einer Stunde sogar zum Ausgleich, ehe sich der A-Ligist in der Schlussphase beim Stande von 1:2 den entscheidenden Konter einfing. „Obwohl der Spielfluss nicht gegeben war, haben wir es gut gemacht. Niederursel hat nur verteidigt und war mit Standards gefährlich“, analysierte der Griesheimer Coach Michele Raimondi. Vor dem Viertelfinale gegen Seckbach betont Raimondi: „Natürlich wollen wir jetzt so weit wie möglich kommen, aber es werden nur fitte Spieler eingesetzt. Ich werde keine Verletzungen riskieren, um diesen Pokal zu gewinnen.“

Schiedsrichter: Gökhan Ekici. Zuschauer: 35.
Tore: 0:1 Mirko Budimir (51.), 1:1 Olaf Schubring (60.), 1:2 Alexandr Railean (67.), 1:3 Fiorenzo Santoro (87.).

SC Weiss-Blau – FV Hausen 1:3 (0:1)

In einem internen Kreisoberliga-Duell setzten sich die personell nicht optimal besetzten Gäste mit einer engagierten Leistung durch. „Wir sind stolz auf das Team, das aus der Personalsituation das beste gemacht hat und abgezockt aufgetreten ist“, sagte Hausens Co-Trainer Tobias Neugebauer. Der 14 Spieler umfassende Kader wurde noch mit fünf Akteuren aus der Reserve aufgefüllt, die zuvor in einem Testspiel im Hochtaunuskreis aktiv waren. Im Viertelfinale geht es zum A-Ligisten SG Harheim, den die Lila-Weißen sehr ernst nehmen. Positiv gestimmt sind die Hausener gegenüber dem sommerlichen Cup-Wettbewerb: „Das ist eine schöne Geschichte, die wir gerne mitnehmen. Nur schade, dass man nicht öfter wechseln darf“, erklärte Neugebauer.

Schiedsrichter: Leon Höck. Zuschauer: 35.
Tore: 0:1 Sina Shakouri (8./Handelfmeter), 1:1 Hatem Fekih (61.), 1:2 Karim Bökenkamp (63.), 1:3 Shion Tsuji (90./+3, Foulelfmeter).

SV Griesheim Tarik – FC Posavina 3:4 (1:2)

Danijel Pavic, der Pressewart von Posavina, zeigte sich über den Einzug ins Viertelfinale erfreut: „Einmal waren wir 2009 im Halbfinale, als wir die Eintracht Amateure auf unserem damaligen Hartplatz besiegen konnten. Ansonsten war für uns spätestens im Achtelfinale Endstation.“ Die lange Pause machte sich bei den Kroaten besonders nach Wiederbeginn bemerkbar, als Posavina die 2:0-Führung aus der Hand gab und plötzlich durch El Yacoubis Dreierpack mit 2:3 in Rückstand lag. Letztlich ging das Team von Trainer Pero Bosnjak mit positiven Gefühlen aus dem Kreisoberliga-Duell, weil Routinier Kristian Pejic noch der vielumjubelte Siegtreffer gelang. Im Viertelfinale bei Germania Enkheim steht nun ein Derby an: „Jeder weitere Sieg ist ein Bonus für uns“, so Pavics Devise. Bei den Gastgebern sah Trainer Hamza Azaoum keine gute erste Hälfte mit einer auf fünf Positionen veränderten Anfangself. Letztlich gab Tarik den zwischenzeitlichen Vorsprung gegen eine erfahrene Posavina-Mannschaft noch aus der Hand und schied damit aus. „Vom Tempo her war es ein ganz anderes Spiel als vor einer Woche“, fügte er hinzu.

Schiedsrichter: Zuschauer: 90.
Tore: 0:1 Ivan Dzijan (23.), 0:2 Marin Antunovic (34.), 1:2, 2:2, 3:2 Ismail El Yacoubi (45./49./55.), 3:3 Muhamed Bilali (67.), 3:4 Kristian Pejic (76.).

SG Harheim – FC Maroc 3:2 (2:1)

Tomas Pelayo, der den A-Ligisten aufgrund der beruflichen Unabkömmlichkeit von Ex-Profi Thomas Zampach alleine coachte, hatte seiner Mannschaft den Siegeswillen eingeimpft: „Das haben wir in der ersten Viertelstunde mit einer enormen Qualität überragend mit einer schnellen 2:0-Führung umgesetzt.“ Danach habe Harheim jedoch den Fehler begangen, gegen den Kreisoberligisten das Tempo rauszunehmen und sich auf dem Vorsprung auszuruhen. Die Gäste kamen stärker auf, konnten zweimal verkürzen, doch das war zu wenig. „Mit einem Satz: Zu viele Chancen liegen gelassen“, resümierte Maroc-Trainer Jorge Huberman, der den Gegner als „sehr nett und fair“ bezeichnete.

Schiedsrichter: Shoaib Sheirzei. Zuschauer: 110.
Tore: 1:0 Fabian Urban (5.), 2:0 Lukas Gärtner (15.), 2:1 Mostafa El Aadmi (25.), 3:1 Luca Parente (71.), 3:2 Mohamed Kazouane (88.).

SV Viktoria Preußen – FC Kalbach 1:4 (0:2)

Nach dem kampflosen Weiterkommen vor einer Woche merkte Trainer Artur Rissling bei den Gastgebern an: „Wir haben im Spiel gemerkt, dass wir acht Monate nicht mehr gespielt haben. Es wurden viele Geschenke verteilt und Fehlpässe gespielt. Das wird noch ein bisschen dauern. Kalbach hat verdient gewonnen, mehr gibt es da nicht als Fazit.“ Die Partie hatte überwiegend Freundschaftsspiel-Charakter, denn beide Teams wollten in dieser Vorbereitungsphase kein Risiko eingehen. Entscheidender Mann bei den Gästen, die im Viertelfinale zum Pokalschreck FC Kosova reisen, war Stürmer Achraf Gara Ali mit seinen drei Toren. „Das war eine bessere Leistung als letzte Woche. Es war zeitweise Kombinationsfußball auf dem nassen Rasen zu sehen“, meinte Kalbachs Sportlicher Leiter Manfred Meyer. Dass es im Pokal zum dritten Mal in Folge gegen einen Ligakonkurrenten geht, könne man „Lospech nennen oder wie man will. Optimal ist das in einem Pokalwettbewerb nicht“, so Meyers Gedankengang.

Schiedsrichter: Zuschauer: 50.
Tore: 0:1 Achraf Gara Ali (6.), 0:2 Moritz Uppenkamp (28.), 0:3 Achraf Gara Ali (68./Foulelfmeter), 1:3 Oskar Copik (80.), 1:4 Achraf Gara Ali (85.).

Germania Enkheim – TSKV Türkgücü 4:2 (1:2)

Das Gewitter kam im Frankfurter Osten derart heftig runter, dass das Vorspiel abgebrochen und der Anstoß der Pokalbegegnung um eine Stunde verschoben werden musste. Die Gäste aus der Kreisoberliga kamen mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe nach Enkheim, so spielte der 48-jährige Eren Kadimli im Abwehrzentrum. Später wurde noch sein 18-jähriger Sohn eingewechselt. „Wir wollten das Spiel auf keinen Fall absagen, sondern die Partie als Trainingseinheit mitnehmen. Leider hatten wir im zweiten Abschnitt keine Kondition und somit keine Luft mehr“, berichtete Türkgücüs Pressesprecher Adan Erden. Der A-Ligist ließ sich vom 0:2-Rückstand nicht aus dem Konzept bringen und der 1:2-Anschlusstreffer von Lars Trams kurz vor der Pause war die Initialzündung zur Aufholjagd, die im zweiten Abschnitt mit dem 4:2-Endstand gekrönt wurde. Trainer Vincenzo Caputo betonte, dass ihm der Pokal nicht in den Vorbereitungsplan passe, „aber meine Jungs wollen unbedingt im Pokal kicken. Mal sehen, wen wir noch alles erschrecken können.“ Im Viertelfinale den FC Posavina womöglich? „So langsam kommen wir an unsere Grenzen. Da müssen wir einen goldenen Tag erwischen“, ist Caputo noch skeptisch.

Schiedsrichter: Jan Dolejsi. Zuschauer: 60.
Tore: 0:1 Oguz Mert (10.), 0:2 Murat Tiryaki (23.), 1:2 Lars Trams (45.), 2:2 Mohamed Baryinti (47.), 3:2 Patrick Köster (84.), 4:2 Maximilian Müller (90.).

FC Kosova – Spvgg. 05 Oberrad 2:2 (1:0), 4:2 im Elfmeterschießen

Die marode Anlage an der Wilhelm-Epstein-Straße ist definitiv kein guter Schauplatz für die Oberräder, die nach 2018 unter dem Fernsehturm schon zum zweiten Mal aus dem Kreispokal ausschieden. Seinerzeit hatten die 05er noch als Gruppenligist unter der Leitung von Baldo di Gregorio auf dem Hartplatz glatt mit 0:4 die Segel streichen müssen. Die Gastgeber gingen auf dem umzäunten Rasenplatz wie immer im Pokal gegen höherklassige Mannschaften hochmotiviert zur Sache und konnten ihr Spiel über die schnellen Offensivleute Flakron Thaci und Haithem Sassi aufziehen, die beide zur jeweiligen Führung der Kosovaren trafen. Zwischendurch hatte der zum Stürmer umfunktionierte Timo Becker egalisieren können, ehe er in der langen Nachspielzeit noch zum 2:2 traf und das Elfmeterschießen erzwang. Die Gastgeber hatten vom Elfmeterpunkt das bessere Ende für sich und zogen ins Viertelfinale ein. Nicht ohne Diskussionen, denn beim zweiten Elfmeter der Gastgeber gab es unterschiedliche Ansichten, ob der Versuch denn als Treffer zu werten war oder nicht. Die einen meinten, der Ball sei durchs Netz geflogen, die anderen sahen die Kugel am Fangzaun einschlagen und somit nicht im Kasten. Wie auch immer, der Spielleiter sah den Ball drin und erkannte den Treffer an. Kosovas Spielausschuss-Vorsitzender Rudi Statovci zeigte sich hinterher euphorisch: „Wir wollen den Cup. Unsere Leute spielen mit Herz, da brauche ich keinen zu motivieren. Dieser Pokal macht uns Spaß und ist eine gute Vorbereitung auf die Runde.“ Für Oberrads Trainer Gültekin Cagritekin, dessen Team diesmal auf die Verlängerung verzichtete, hatte das Pokalaus etwas gutes: „Jetzt können wir uns in Ruhe auf unsere Vorbereitungsphase konzentrieren.“ Sein Fazit zum Spiel: „Kosova hat durch die an den Tag gebrachte Leidenschaft verdient gewonnen. Wir haben es hier nicht geschafft, unser Ding durchzuziehen.“

Schiedsrichter: Elvedin Vranesic. Zuschauer: 50.
Tore: 1:0 Flakron Thaci (20.), 1:1 Timo Becker (69.) 2:1 Haithem Sassi (75.), 2:2 Timo Becker (90./+5).

Drin oder nicht drin – das ist hier die Frage. Foto: Daniel Abend.

FG Seckbach – FFV Sportfreunde 04 2:1 (0:1)

Aufgrund des Gewitters und der ergiebigen Regenfälle wurde der Anstoß um eine halbe Stunde verschoben und vom Rasen auf den Kunstrasenplatz verlegt. Der offene Schlagabtausch endete mit einem Heimsieg des Gruppenligisten, der den letzten verbliebenen Verbandsligisten im Wettbewerb eliminierte. Okan Ilkiz brachte die Speuzer in Führung, „danach haben wir es versäumt, das 2:0 nachzulegen“, merkte Gästecoach Mehmet Tunay Somun an. Im zweiten Abschnitt schob Rückkehrer Ali Wardak nach einer Flanke von Julen Herrero zum 1:1 ein, ehe in der Nachspielzeit mit der letzten Aktion Emir Can Kirci per Kopfball eine Freistoßflanke von Spielertrainer Manuel May zum Siegtreffer verwertete. „Wir hätten die Pokalspiele gerne mitgenommen, jetzt muss ich andere Testspielgegner finden“, bedauerte Somun das Ausscheiden und somit das verpasste Derby in Griesheim, wo die Seckbacher im Viertelfinale zu Gast sind. Gespielt wird aber wegen der Umbauarbeiten nicht an der Eichenstraße, sondern am Römerhof.

Schiedsrichter: David Schmidt. Zuschauer: 50.
Tore: 0:1 Okan Ilkiz (17.), 1:1 Ali Wardak (71.), 2:1 Emir Can Kirci (90./+4).

Kreispokal Frankfurt – Die übrigen Begegnungen der 2. Runde im Überblick

Frankfurt – Neben dem Topspiel Fechenheim – Oberrad gingen noch neun weitere Partien der 2. Runde im Kreispokal am Sonntag über die Bühne. Die einzige Überraschung gab es an der Griesheimer Lärchenstraße, wo Kreisoberligist SV Griesheim Tarik den Gruppenligisten TSG Niederrad mit 4:3 nach Verlängerung rauskegelte.

Vorjahres-Finalist FC Tempo schied in Kalbach aus. Foto: Mithat Gürser.

TSG Frankfurter Berg – FFV Sportfreunde 04 1:5 (0:4)

„Wir haben die Pflichtaufgabe beim B-Ligisten erfüllt. Es war eine gute Einheit“, lautete das kurze Fazit von Speuzer-Trainer Mehmet Tunay Somun zum Einzug ins Achtelfinale. Der Verbandsligist freut sich nun auf den kommenden Sonntag, wenn das Topspiel des Achtelfinales bei Gruppenligist FG Seckbach steigt.

Schiedsrichter: David Schmidt (Frankfurt). Zuschauer: 70.
Tore: 0:1 John Fernando Garces Daza (8.), 0:2 Ertugrul Erdogan (15.), 0:3 Fares Aljwir (30.), 0:4 Mete Nakipoglu (40.), 0:5 Zafer Sancak (60./Handelfmeter), 1:5 Salam El Bouazzati (86.).

SG Harheim – FC Serkeftin 7:0 (2:0)

Der Quervergleich der beiden A-Ligisten brachte einen deutlichen Heimsieg der Harheimer, die sich nun auf Kreisoberligist FC Maroc im Achtelfinale freuen. „Wir hatten letzte Woche schon ein Testspiel absolviert und haben die Aufstellung nach Trainingsbeteiligung erstellt. Das 7:0 war eigentlich noch zu wenig, denn wir waren in allen Belangen überlegen“, sagte Tomas Pelayo, im Trainerteam mit Ex-Profi Thomas Zampach für die Harheimer verantwortlich.

Schiedsrichter: Rajinder Mahey (Frankfurt). Zuschauer: 100.

Tore: 1:0, 2:0 Simon Gebrezgi (17./45.), 3:0, 4:0 Lukas Gärtner (60./63.), 5:0 Mika Diebold (75.), 6:0 Lukas Gärtner (78.), 7:0 Jan Schürmann (89.).

SV Bonames – FC Kosova 0:8 (0:3)

Kosovas Spielausschuss-Chef Rudi Statovci war erstaunt: „Ich hätte nicht erwartet, dass wir uns nach der langen Pause so fit präsentieren.“ Nur Torhüter Dorian Bajrami fiel aus dem Rahmen, denn er sah kurz vor der Pause wegen Beleidigungen eigener Spieler die Rote Karte. Feldspieler Adrian Dashi ging zwischen die Pfosten und hielt den Kasten sauber. Im Achtelfinale erwarten die Kosovaren am Sonntag Verbandsligist Oberrad, den man vor drei Jahren noch als A-Ligist mit 4:0 aus dem Pokal geworfen hatte.

Zuschauer: 80.
Tore: 0:1 Flakron Thaci (19.), 0:2, 0:3, 0:4 Haithem Sassi (45./45.+2/49.), 0:5, 0:6 Flakron Thaci (50./60.), 0:7 Miguel Cfarku (65.), 0:8 Alvaro Zalla (67.).
Rote Karte: Dorian Bajrami (Kosova/40.).

Germania Ginnheim – Germania Enkheim 2:3 (0:2)

Ginnheims Alterspräsident Tony Gering beklagte: „Den drei Gegentoren gingen katastrophale Einzelfehler voraus.“ Nach der 3:0-Führung wurde Enkheim nachlässig und es wurde nochmal spannend im Quervergleich der A-Klassisten. Enkheims Trainer Vincenzo Caputo meinte: „Wir haben es unnötig spannend gemacht, nachdem wir das Spiel unter Kontrolle hatten.“ Besonders nach den Torwartfehlern von Philip Szafinski kam Ginnheim noch einmal auf, aber die Gäste brachten den Vorsprung über die Zeit und freuen sich nun im Achtelfinale auf den Kreisoberligisten TSKV Türkgücü.

Schiedsrichter: Matthias Lippert (Frankfurt). Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Melino Jokito (20./Eigentor), 0:2 Maximilian Müller (32.), 0:3 Lars Trams (48.), 1:3 Marvin Gering (52.), 2:3 Bastian Ullrich (60.).

SV Eritrea – FV Hausen 0:8 (0:5)

Gegen den überforderten B-Ligisten bot der Kreisoberligist eine anständige Mannschaftsleistung und zog mit einem deutlichen Sieg in die nächste Runde ein. Im Achtelfinale reisen die Lila-Weißen zum Ligakonkurrenten SC Weiss-Blau. Der eingewechselte Ersatztorhüter Tibor Pilz markierte zwei Tore als Feldspieler. „Das war ein souveräner Sieg, auch wenn wenig Tempo im Spiel war. Eritrea hätte vielleicht den Ehrentreffer verdient gehabt“, sagte Hausens Co-Trainer Tobias Neugebauer.

Schiedsrichter: Hüseyin Yildiz (Frankfurt). Zuschauer: 90.
Tore: 0:1 Kenzo Peter (5.), 0:2 Karim Bökenkamp (6.), 0:3 Spas Pisov (23.), 0:4 Sasha Sabic (37.), 0:5 Spas Pisov (44.), 0:6 Tibor Pilz (69.), 0:7 Jounes Bökenkamp (78.), 0:8 Tibor Pilz (83.).

SV Griesheim Tarik – TSG Niederrad 4:3 nach Verlängerung (0:1/2:2/3:2)

Tariks Trainer Hamza Azaoum freute sich vor allem über die gute Atmosphäre auf dem Sportplatz: „Endlich war wieder Leben drin.“ Die Pokalpartie nahm der Funktionär als Testspiel mit. Trotz des 0:2-Rückstandes legten die Griesheimer den größeren Siegeswillen an den Tag und besiegten den mit einer Rumpfelf angetretenen Gruppenligisten in der Verlängerung. Die Partie verlief trotz drei Gelb-Roten Karten in der Verlängerung recht fair. Die Platzverweise gegen die Griesheimer Mustafa und Chami resultierten aus zu früh ausgeführten Freistößen, dazu sah der Niederräder Anedam nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot. Nicht einverstanden zeigte sich unterdessen Niederrads Trainer Artug Özbakir mit der frühen Ansetzung der Pokalrunde: „Ich verstehe diese Idee nicht. Das ist nach acht Monaten Pause gesundheitsgefährdend. Wir hatten nur eine Trainingseinheit, in der wir nur locker gekickt haben.“ Griesheim Tarik erwartet im Achtelfinale den Ligakonkurrenten FC Posavina.

Schiedsrichter: Hashim Rehman (Frankfurt). Zuschauer: 120.
Tore: 0:1 Amin Anedam (8.), 0:2 Kadir Kuscu (56.), 1:2 Issam Chami (65.), 2:2 Ahmet Keser (80.), 3:2 Abdelilah El Kalai (92.), 4:2 Salahdin Mohamed (108.), 4:3 Kadir Kuscu (115.).

FC Kalbach – FC Tempo 3:1 (1:1)

Kalbachs Sportlicher Leiter Manfred Meyer sah „kein hochklassiges Spiel. Jeder hat sich auf den Einsatz gefreut, aber man hat den fehlenden Rhythmus gemerkt. Vor allem waren die Spieler im Passspiel sehr unsicher.“ Bei der Neuauflage des letztjährigen Halbfinales fiel die Entscheidung zugunsten der Gastgeber erst in der Schlussphase. Für Tempos Funktionär Zoran Marcetic war es „ein gutes Trainingsspiel. Ab der 70. Minute sind wir von der Kraft her eingebrochen. Dennoch hat es den Spielern Spaß gemacht.“

Schiedsrichter: Siar Djamsched (Frankfurt). Zuschauer: 60.
Tore: 1:0 Achraf Gara Ali (15./Foulelfmeter), 1:1 Borislav Pilipovic (23./Foulelfmeter), 2:1 Sören Jantzer (76.), 3:1 Hugo Manuel Conceicao Lopes (90./+5).

SC Weiss-Blau – FC City 10:1 (5:0)

Heimtorhüter Julian Bebken erlitt in der Anfangsphase einen Achillessehnenriss und fällt lange aus. Obwohl danach ein Feldspieler zwischen den Pfosten stand, brachten die Gäste kaum etwas auf das Tor. Vor allem konditionell war der Kreisoberligist dem A-Ligisten um Längen voraus. „Wir trainieren seit drei Wochen komplett. In allen Bereichen waren wir klar überlegen“, freute sich WB-Coach Jamal Er-Rjah.

Schiedsrichter: Florian Möller (Frankfurt). Zuschauer: 40.
Tore: 1:0 Ruben Balthasar (14.), 2:0 Valentin Vollmann (30.), 3:0 Francisco Segura Ranea (45./+5), 4:0 Hatem Fekih (45./+7), 5:0 Ruben Balthasar (45./+8), 6:0 Francisco Segura Ranea (57.), 7:0, 8:0, 9:0 Tim Schubert (65./73./83.), 9:1 Önder Balci (85.), 10:1 Wieland Grell (89.).

SV Mosaik – FC Maroc 2:9 (2:4)

Marocs Trainer Jorge Huberman war mit der Disziplin der Spieler vor der Begegnung nicht einverstanden. Immerhin: Während der Partie lag man zwar gegen den B-Ligisten mit 0:2 in Rückstand, hatte aber in Neuzugang Prince Ezekiel Nnah einen überragenden Akteur in seinen Reihen. Der neue Stürmer aus Marburg markierte bei seinem Debüt fünf Treffer. „Der Gegner war kein Maßstab“, resümierte Huberman. Mosaik-Sprecher Can Güler bedauerte: In den ersten 30 Minuten haben wir unsere Kraft verballert. Gegen Ende hat man den Zwei-Klassen-Unterschied gesehen. Wir waren aufgrund der Hitze platt und konnten nicht mehr.“

Schiedsrichter: Ercan Basaran (Frankfurt). Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Mateusz Adam Zabczyk (6.), 2:0 Dawid Tomasz Wojciechowski (7.), 2:1 Jouness Fanach (17.) 2:2, 2:3, 2:4 Prince Ezekiel Nnah (18./32./58.), 2:5 Jouness Fanach (60.), 2:6 Prince Ezekiel Nnah (62.), 2:7 Soufian Taadou (67.), 2:8 Prince Ezekiel Nnah (82.), 2:9 Soufian Taadou (88.).

Das Achtelfinale (Sonntag, 4. Juli 15 Uhr):

SV Niederursel – Spvgg. 02 Griesheim
SC Weiss-Blau – FV Hausen
SV Griesheim Tarik – FC Posavina
SG Harheim – FC Maroc
SV Viktoria Preußen – FC Kalbach
Germania Enkheim – TSKV Türkgücü
FC Kosova – Spvgg. 05 Oberrad
FG Seckbach – FFV Sportfreunde 04

Kreispokal Frankfurt – Lapcic sorgt für Oberräder Happy End im Pokal-Krimi

Frankfurt – Im Topspiel der 2. Runde des Frankfurter Kreispokals sorgten die Spvgg. 03 Fechenheim und die Spvgg. 05 Oberrad für einen echten Pokal-Krimi mit Verlängerung und Elfmeterschießen. Im letzten Akt setzten sich dann die Gäste nach 14 geschossenen Elfmetern mit 6:5 durch. Nach 120 Minuten hatte es 2:2 gestanden.


Spvgg. 03 Fechenheim – Spvgg. 05 Oberrad 2:2 nach Verlängerung, 5:6 im Elfmeterschießen

Gruppenliga gegen Verbandsliga – die Klassenzugehörigkeiten ließen ein hochklassiges Spiel erwarten und diese wurden erfüllt. Respekt an beide Teams, wie sie nach acht Monaten Zwangspause hier 120 Minuten und länger bei Temperaturen um die 28 Grad abspulten. Oberrad ging durch Timo Beckers Kopfball schnell in Führung (11.). Fechenheim hätte dann ausgleichen können, aber Ouassim Ouass scheiterte mit einem Foulelfmeter an Torhüter Aleksa Lapcic (16.). Kurz nach dem Seitenwechsel egalisierte Daniel Lotz auf Zuspiel von Kapitän Kamil Yikilmaz (47.). Nach dem 1:1 waren die Gastgeber am Drücker und Yikilmaz traf den Pfosten (55.). In der Schlussphase setzte Oberrads Ilias Mouktader den Ball gegen die Latte, ehe der Stürmer in der Nachspielzeit den vermeintlichen Siegtreffer markierte (90./+3).

Aber Yikilmaz hatte das letzte Wort und glich noch per Direktabnahme aus (90./+6). Da Oberrad auf Verlängerung bestand, wurden weitere 30 Minuten abgehalten, in denen jedoch nichts wesentliches passierte. Im Elfmeterschießen waren 14 Versuche notwendig, um den Sieger zu ermitteln. Dabei lag Fechenheim phasenweise im Vorteil, als Torhüter Ayoub Marzak den ersten Elfmeter Mouktaders parierte. Für ein Oberräder Happy End sorgte dann Lapcic. Der 22-jährige Keeper hielt zwei weitere Elfmeter und sicherte den 05ern den Einzug ins Achtelfinale. „Es war ein klassischer Pokalfight und erinnerte an unser letztes Duell hier während der letzten gemeinsamen Gruppenliga-Saison“, konstatierte Oberrads Trainer Gültekin Cagritekin.

Kritik am ausgerufenen Pokal-Sommer

„Der Gegner hat es mit einigen individuell starken Spielern gut gemacht, denen wir leider zu viel Raum gelassen haben. Somit haben sie unsere wenigen Fehler gnadenlos ausgenutzt“, ergänzte der Oberräder Trainer und lobte sein zusammengewürfeltes Team: „In dieser Konstellation werden wir wohl nicht noch einmal spielen. Es wurden sogar zwei A-Jugend-Spieler eingewechselt.“ Kritisch sieht Cagritekin den ausgerufenen sonntäglichen Pokal-Sommer bis zum Endspiel am 25. Juli: „Ich nutze diese Spiele aber aus, um die Spieler langsam in Schwung zu bringen. Die Verlängerung war nicht eingeplant, aber die Mannschaft hat die Entscheidung so getroffen. Allgemein hätte ich mir hier aber flexiblere Lösungen gewünscht, auch was das Einwechselkontingent betrifft. Allerdings haben wir uns als Oberrad schon als über den Abbruch des Wettbewerbes debattiert wurde als einziger Verein für die Fortsetzung ausgesprochen und stehen zu unserem Wort an der Stelle. Jeder Verein muss selbst entscheiden, wie er das handhabt.“

Fechenheims Trainer Maximilian Schmidt betonte, seit zwei Wochen intensiv im Fitnessbereich gearbeitet zu haben: „Respekt an die Männer, dass sie 120 Minuten gehen konnten und bis zum letzten Hemd alles gegeben haben. Ich denke, das Spiel hätte auch andersrum ausgehen können. Mit der Leistung bin ich mehr als zufrieden.“ Schmidt erklärte, dass das Spiel auf jeden Fall etwas gebracht habe, trotzdem kritisierte auch er die frühe Ansetzung der Pokalspiele Ende Juni: „Unser Kader war mit 15 Mann besetzt, da keine Neuzugänge eingesetzt werden dürfen. Nach zehn Minuten ist ein Spieler schon komplett ausgefallen. Von Verbandsseite sollte das nächste Mal etwas mehr Vorlaufzeit eingeräumt werden.“

Schiedsrichter: Sebastian Wiesner (Frankfurt). Zuschauer: 111.
Tore: 0:1 Timo Becker (11.), 1:1 Daniel Lotz (47.), 1:2 Ilias Mouktader (90./+3), 2:2 Kamil Yikilmaz (90./+6).

Elfmeterschießen: Marzak hält gegen Mouktader, 1:0 Reschke, 1:1 Longhitano, 2:1 Ouass, 2:2 Kazmierczak, 3:2 Benjilali, 3:3 Becker, Lapcic hält gegen Pedace, 3:4 Hien, 4:4 Yikilmaz, 4:5 Bernstein, 5:5 Lotz, 5:6 Magliarisi, Lapcic hält gegen Bulut.

Kreispokal Frankfurt – Fünf Clubs treten nicht an – Späte Rot-Weiss-Absage verärgert die „Preußen“

Frankfurt – Fünf Clubs sind am Sonntag zu ihren Kreispokal-Spielen nicht angetreten. Während vier Absagen im Vorfeld schon feststanden, sorgte Verbandsligist Rot-Weiss Frankfurt am Sonntag für Ärger bei der gastgebenden Viktoria Preußen. Um die Mittagszeit herum sagte der Titelverteidiger die Begegnung ab, obwohl Cheftrainer Siar Daudi noch am Vortag angekündigt hatte, die voll motivierte Hessenliga-U19 an die Hügelstraße zu schicken.

Den Kreispokal-Titel kann die SG Rot-Weiss in diesem Sommer nicht mehr verteidigen. Foto: Mithat Gürser.

Die nicht ausgespielten Begegnungen im Überblick:

SV Sachsenhausen – TSKV Türkgücü 0:3
TuS Nieder-Eschbach – Spvgg. 02 Griesheim 0:3
SC Riedberg – FG Seckbach 0:3
FC Posavina – SG Bornheim Grün-Weiss 3:0
SV Viktoria Preußen – SG Rot-Weiss Frankfurt 3:0

Das bestätigte auf Nachfrage auch der Jugendkoordinator der „Roten“ Jonel Goncalves: „Wir hatten Bescheinigungen der Eltern und Ärzte eingeholt und wollten als U19 auflaufen. Allerdings wurde uns vom Verband mitgeteilt, dass die Spieler unter 18 erst ab 1. Juli Pflichtspiele im Seniorenbereich absolvieren dürfen.“ Man habe noch versucht, ein Rumpfteam mit 18-jährigen zusammenzustellen, aber nicht genügend Leute gehabt.

„Die Erste Mannschaft ist überhaupt noch nicht im Training, von daher mussten wir absagen.“ Bei Viktoria Preußen hatte man von dieser Thematik keine Ahnung und ging davon aus, dass die Partie gegen den Titelverteidiger stattfinden würde. In Erwartung einer dreistelligen Kulisse hatte man ein Hygienekonzept erarbeitet sowie Getränke und Rindswürste für den Verkauf bestellt. Statt der erwarteten Einnahmen blieb der Club nun auf den Kosten sitzen.

Dementsprechend groß war der Ärger bei Trainer Artur Rissling über den kurzfristigen Spielausfall: „Ganz ehrlich: Da sind Leute, die kommen morgens auf den Sportplatz, um alles aufzubauen. Das geschieht nicht einfach so, sondern bedarf einer Organisation. Sogar die Tornetze wurden ausgetauscht. Das Spiel dann so kurzfristig abzusagen ist eine Frechheit. Ich habe kein Problem damit, wenn man das vorher absagt. Das hat jeder schon mal gemacht, auch ich. Aber doch nicht bitte am Spieltag um 12 Uhr, wenn alles für die Zuschauer aufgebaut ist. Wir haben hier einen immensen Aufwand betrieben für nichts und wieder nichts.“

Bleibt die Frage, warum Rot-Weiss sich nicht schon vorher mit der Thematik befasste beziehungsweise so spät beim Gegner absagte. „Die Verantwortlichen waren am Samstag mit dem Bundesliga-Aufstiegsspiel der B-Jugend in Elversberg beschäftigt, von daher konnten wir den Anruf erst am Sonntag tätigen.“

Kreispokal Frankfurt – Niederursel gegen Gudesding im Elfmeterschießen weiter

Frankfurt – Im ersten offiziellen Spiel nach acht Monaten Zwangspause hat am Samstagabend A-Ligist SV Niederursel den Kreisoberligisten FC Gudesding mit einer engagierten Leistung aus dem Kreispokal geworfen, der dank der stark gefallenen Corona-Inzidenzzahlen nun doch noch sportlich über die Bühne gebracht werden kann. Nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit fiel die Entscheidung zugunsten der Gastgeber vor 120 Zuschauern im Elfmeterschießen.

SV Niederursel – FC Gudesding 1:1 (0:0), 4:3 im Elfmeterschießen

Mit sechs A-Jugendspielern trat der SVN an, da die Neuzugänge im zur ablaufenden Saison gehörenden Pokal noch nicht eingesetzt werden dürfen. „Das ist unser neuer Weg in Niederursel“, sagte nach dem Spiel Patrick Lorenz. Im Trainergespann mit Marcel Falkenmayer hat er die Nachfolge von Ivan Susak übernommen, der vor der Partie offiziell verabschiedet wurde. „Wir waren heiß und wollten der Underdog sein und den Großen ärgern“, so Lorenz. Das gelang den Gelb-Schwarzen gegen ein auch nicht in Bestbesetzung angereistes Gudesding-Team von Beginn an gut.

Zwar hatten die Gäste in Durchgang eins mehr Spielanteile und drei sehr gute Chancen, konnten aber SVN-Keeper Sven Kappel nicht überwinden. Mitte der zweiten Hälfte brachte dann der soeben erst eingewechselte Sebastian Gianni Niederursel in Führung (68.). Die „Guden“ hatten auch nach dem Rückstand ein Chancenplus. Die beste davon hatte Christian Pertz, dessen Kopfball von Kappel pariert wurde. In der Nachspielzeit fiel dann doch noch der Ausgleich für den Favoriten in diesem intensiven und packenden Pokalkampf.

„1:1 hätten wir sofort unterschrieben“

Aus dem Gewühl heraus stocherte Lorenzo Dolce den Ball über die Torlinie, nachdem dieser zuvor an den Pfosten geklatscht war (90./+3). „Da sind wir noch zu unerfahren. Mit den Neuzugängen hätten wir das cleverer geklärt. Aber das Ergebnis von 1:1 hätten wir vor dem Spiel sofort unterschrieben“, waren Lorenz und Falkenmayer hochzufrieden. Im Elfmeterschießen gab es insgesamt vier Fehlversuche, ehe Kappel mit seiner Parade gegen Azifi dem SVN das Achtelfinale sicherte und für Volksfeststimmung am Dorfwiesenweg sorgte.

FCG-Trainer Luca Spessot lobte die gute Atmosphäre rund um das Spiel herum und sprach von einer fairen Begegnung. Zum Pokalaus sagte der Coach: „Einen gewissen Ehrgeiz gibt es, aber ich bin nicht böse, dass wir ausgeschieden sind. So können wir Testspiele abhalten und mehr durchwechseln. Trotzdem ist etwas Enttäuschung da.“ Für den Nichtantritt von gleich vier Clubs am Sonntag brachte Spessot Verständnis auf: „Natürlich muss laut den Regularien ein Kreispokal-Sieger ermittelt werden, der dann am Hessenpokal teilnimmt. Aber wir sind Amateure und da müsste man vielleicht doch auf die fünf Wechsel gehen. Dann kann man mehr Leuten Spielminuten geben und ist nicht nur auf 14 Spieler angewiesen.“

Schiedsrichter: Naim Gela (Frankfurt). Zuschauer: 120.
Tore: 1:0 Sebastian Gianni (68.), 1:1 Lorenzo Dolce (90./+3).
Elfmeterschießen: 1:0 Wiechula, 1:1 Wack, Kuschel an den Pfosten, 1:2 Hasselbeck, 2:2 Cappello, Kappel hält gegen Imeghry, Schütz drüber, Dolce vorbei, 3:2 Schubring, 3:3 Husain, 4:3 Hecht, Kappel hält gegen Azifi.

Hessen-Pokal: Wurtz schießt Wehen Wiesbaden in den DFB-Pokal – Zuschauer Gewinner beim Finale

Haiger – Drittligist SV Wehen Wiesbaden setzte sich am Samstagnachmittag beim Regionalligisten TSV Steinbach Haiger mit 3:0 (0:0) durch und zog damit durch den Gewinn des Hessen-Pokals in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals ein. Abseits des Geschehens auf dem Rasen waren die zugelassenen Zuschauer im „Sibre-Sportpark“ die großen Gewinner. Sie durften nach langen Monaten der Geisterspiele endlich wieder im Stadion dabei sein.

Sehenswertes Panorama im Hintergrund des kleinen Stadions in Haiger.

TSV Steinbach Haiger – SV Wehen Wiesbaden 0:3 (0:0)

Endlich wieder unterwegs in Sachen Fußball und endlich waren auch Zuschauer offiziell gestattet! Deswegen hieß es für mich nach sieben Monaten Dauer-Lockdown zum ersten Mal die Stadtgrenzen Frankfurts zu verlassen, das Fahrrad in der Regionalbahn mitzunehmen und das Hopping-Feeling wieder zu erleben. Mit Umsteigen in Gießen war die Fahrtzeit mit eineinhalb Stunden doch recht kurzweilig. Nervig war da allemal die FFP2-Maske, die später auch im Stadion Bedingung für die Teilnahme an der Veranstaltung war, gerade bei Temperaturen um die 20 Grad. Nach wochenlangen Regenfällen war es ein gutes Wetter und der Weg zum Stadion war noch aus den vorherigen Besuchen in der Stadt im nördlichen Teil des mittelhessischen Lahn-Dill-Kreises bekannt. Die Stadt liegt zwischen Wetzlar und Siegen und damit am Dreiländereck mit Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Dank der zugesagten Akkreditierung durch den HFV und der Erleichterung, keinen Corona-Test zu benötigen, bekam man den Briefumschlag mit dem personalisierten Zutrittsausweis ausgehändigt. Baulich hatte sich seit dem letzten Besuch im September 2019 hier auch einiges verändert. Auf beiden Hintertorseiten entstehen Stehplatztribünen, denn der ambitionierte Klub möchte langfristig in die 3. Liga aufsteigen.

Dabei ist Steinbach – wie viele gleichnamige Orte gibt es eigentlich noch in Hessen? – lediglich ein dörflicher Ortsteil von Haiger mit etwas mehr als 800 Einwohnern. Bis 2007 war man ein normaler B-Ligist, erst als der ehemalige Spieler Roland Kring als Mitbesitzer des regionalen Unternehmens „Siegerland Bremsen“ – kurz „SIBRE“ – als Sponsor in Erscheinung trat, folgten ab der Saison 2008/09 sechs Aufstiege in sieben Jahren und auch die Hessenliga war 2014/15 für die Mittelhessen nur Durchgangsstation. Seit 2015 ist man nun schon fester Bestandteil der Regionalliga Südwest und hat sich dort zu einem Spitzenteam entwickelt, auch wenn es auch in dieser Saison mit dem ganz großen Ziel Aufstieg nicht geklappt hat. Mit dem SV Wehen Wiesbaden stellte sich im Finale ein Profiverein als Gegner vor, dessen Ursprünge in Taunusstein-Wehen (Rheingau-Taunus-Kreis) auch dörflicher Natur sind. 560 Zuschauer waren zugelassen worden, als Bedingung für den Zutritt war neben der Begleichung des Eintrittsgeldes noch ein Beweis vorzubringen, dass man in Sachen SARS-Cov-2 entweder negativ getestet, geimpft oder genesen ist. Dank der sinkenden Inzidenzzahlen waren je 250 Anhänger beider Finalisten erlaubt, der Rest waren Ehrengäste des hessischen Fußball-Verbandes.

Nur jede zweite Reihe war mit Abständen besetzt

Zusätzlich gesellten sich noch Pressevertreter, Ordner, ehrenamtliche Helfer etc. dazu. Gar nicht so einfach war es, die tatsächliche Gesamtzahl an Zuschauern zu ermitteln. Doch dank der Entschlossenheit, durch jeden Block zu gehen und sich nicht von übereifrigen Ordnern verwirren zu lassen, die einem anzeigten, mal laufe mal wieder in die falsche Richtung, war es kein unmögliches Unterfangen. Erleichtert wurde die Zählung durch die Sitzordnung, weil nur jede zweite Reihe besetzt werden durfte und die Besucher auch den Mindestabstand einzuhalten hatten, sofern sie nicht aus dem selben Hausstand kamen. 642 Personen wurden dann ermittelt, was ungefähr auch mit dem Verhältnis normale Zuschauer + Ehrenamtler/Akkreditierungen in Einklang zu bringen ist. Jeder Pressevertreter hatte einen personalisierten gepolsterten Sitz mit Schreibpult aus Metall. Störend war da nur die Plexiglasscheibe davor, sodass man zum Fotos machen immer kurz aufstehen musste. Als Verpflegung in der Halbzeit gönnte man sich noch am Pressekiosk eine Gulaschsuppe mit eiskaltem naturtrübem Radler. Sportlich gesehen stand es eine Stunde lang 0:0 und der Regionalligist agierte gerade zu Beginn mutig und schwungvoll.

Klar durchsetzen konnte sich letztlich doch der Gast aus der Landeshauptstadt und das mit drei Toren von Johannes Wurtz (61./64./86.), der dem SVWW im Aufstiegsrennen eine halbe Saison verletzungsbedingt gefehlt hatte. Nach der Siegerehrung mit der Pokalübergabe war Trainer Rüdiger Rehm mit dem Saisonabschluss seines Teams zufrieden und hob noch die Präsenz der Anhänger hervor: „Schön mal wieder zu sehen, wie sich die Fans freuen. Wie sie das ganze Jahr mitgefiebert haben, obwohl wir keinen Kontakt hatten. Den einen oder anderen habe ich vielleicht mal irgendwo in der Stadt oder vielleicht mal vor dem Stadion gesehen, aber im Großen und Ganzen fehlten sie uns doch. Schöner ist heute, dass wieder Fans im Stadion sind, als der Gewinner auf dem Platz. Natürlich freuen wir uns über den Sieg, aber der Gewinner ist das Publikum, das wieder da ist.“ Auch sein Kollege Adrian Alipour war von der Atmosphäre angetan: „Man hat es nicht vergessen und sich immer danach gesehnt. Ich konnte gar nicht fassen, dass so viele Zuschauer zu diesem Spiel zugelassen werden. Von daher ist es ein großer Schritt zurück in die Normalität und zurück ins Leben. Ich gönne es jedem einzelnen Zuschauer weltweit, die in diesen Tagen in allen Sportarten zurückkommen und dieses Gefühl wiedererlangen.“

TSV Steinbach Haiger: Paterok – Strujic, Mihaljevic, Kirchhoff, Hanke – Eismann (73. Bender), Stock (67. Bisanovic) – Ilhan, März (67. Sawada), Lahn – Marquet – Trainer: Adrian Alipour.

SV Wehen Wiesbaden: Boss – Lankford, Mockenhaupt, Carstens, Niemeyer – Korte (86. Brumme), Medic, Chato (81. Walbrecht), Wurtz – Nilsson (51. Hollerbach), Tietz – Trainer: Rüdiger Rehm.

Schiedsrichter: Timo Wlodarczak (Bebra). Zuschauer: 642.
Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Johannes Wurtz (61./64./86.).

Hessen-Pokal – Souveräner Finaleinzug: Wehen Wiesbaden fertigt FSV problemlos ab

Frankfurt – Der SV Wehen Wiesbaden steht im Endspiel des Hessen-Pokals und trifft am 29. Mai auf den TSV Steinbach Haiger, der sich im parallelen Halbfinalspiel gegen Regionalliga-Konkurrent FC Bayern Alzenau mit 3:2 durchsetzte. Der Drittligist erfüllte derweil die Pflichtaufgabe beim FSV Frankfurt souverän und löste mit einem 5:0 (2:0) das Ticket fürs Finale, wo mit einem weiteren Sieg die erste Hauptrunde im DFB-Pokal erreicht werden kann.

Szene aus dem fast leeren Stadion am Bornheimer Hang.

FSV Frankfurt – SV Wehen Wiesbaden 0:5 (0:2)

Ja, nach 193 Tagen Abstinenz war der Besuch dieses Spiels nun wirklich bitter nötig. Seit dem 31. Oktober 2020 hatte ich als Amateurfußball-Experte sozusagen Zwangsurlaub. Bitter für jemanden der sonst kaum einen Tag ausließ, um in Sachen Fußball unterwegs zu sein. Ob nun Samstags Hessenliga, Sonntags Kreisoberliga Frankfurt oder unter der Woche Kreispokal Gelnhausen. Täglich ein Spiel, am Wochenende auch mal zwei oder drei am selben Tag. Erlebnisse aus einer vergangenen Zeit, die jedoch bald wiederkommen soll. Da der Hessen-Pokal ja eigentlich auch ein Wettbewerb mit Amateuren ist und man die ersten beiden Runden die Auswärtsauftritte von Hessenligist Türk Gücü Friedberg bei Rot-Weiss Frankfurt (5:1) und beim SV Zeilsheim (0:1) begutachtete, wollte man eigentlich schon ab dem Viertelfinale wieder einsteigen. Zuvor hatte der HFV die acht Amateurvertreter im Achtelfinale gegen eine Kompensation im niedrigen vierstelligen Bereich und ein Startrecht im nächsten Wettbewerb elegant ausscheiden lassen. Nun gut – jetzt Halbfinale: Regionalliga Südwest gegen 3. Liga.

Dank des kooperativen Pressebeauftragten des FSV war die genehmigte und georderte Akkreditierung in einem personalisierten Briefumschlag hinterlegt. Schnell war man wieder in seinem Element: Bilder von der Stadionfassade, Spielberichtsbogen im Presseraum abholen und abfotografieren. Eine kühle Limo zum Abkühlen von der Anfahrt mit dem Fahrrad. Und nun ging es in den Block D, um nach einem halben Jahr wieder Stadionluft zu schnuppern – wenn man das unter der FFP2-Maske so nennen kann. Denn Voraussetzung zur Teilnahme an der Veranstaltung war die strikte Einhaltung der vorgegebenen Corona-Regeln. Von oben winkt schon der Kicker-Begleiter des SVWW Matthias, der auch gerne und oft auf Amateurplätzen anzutreffen ist. Mit einem Sitz Abstand sitzt man nun oben auf der Tribüne und tauscht sich aus. Ergiebige Regenfälle prasseln auf die Protagonisten ein, der FSV im traditionellen Schwarz-Blau – Wehen Wiesbaden im neumodischen, schrillen Neongelb. Es fehlt etwas entscheidendes, nämlich die Fans. Die Heimkurve, in der sonst einige kleine Ultragruppen den FSV kreativ und leidenschaftlich mit ihren Gesängen unterstützen, ziert zwar eine große Zaunfahne, aber es steht keiner dahinter.

Handverlesenes Publikum akkreditiert

Ebenso verwaist ist der Gästesektor, in den sich trotz Regen wohl einige aus der Landeshauptstadt oder aus Taunusstein und Umgebung gestellt hätten. Das bedeutet aber nicht, dass kein Publikum da ist. Beim Rundgang durch die Haupttribüne ab der 30. Minute wird festgestellt, dass hier doch mehr als erwartet eine Zugangsberechtigung besitzen. Pressevertreter, Funktionäre, Vereinsmitarbeiter, Verbandsmitarbeiter, Scouts etc. Sogar der gerade erst verpflichtete neue FSV-Trainer Angelo Barletta steht über der obersten Reihe der Haupttribüne. Zeitweise sind sogar FSV-Rufe zu hören, ein klassisches Stadionerlebnis ist es aber nicht. Zum Spiel ist zu sagen, dass es keine große Überraschung war, dass der SVWW durch die schnelle Führung von Gustaf Nilsson (3.) alles im Griff hatte. Die Hausherren gingen zwar engagiert zu Werke, konnten aber offensiv außer einigen Weitschüssen keine Akzente setzen. Mann des Abends bei den Gästen war der Schwede Nilsson, der auch das zweite und dritte Tor markierte (19./49.), ehe der junge Mann in der 66. Minute gegen Philipp Tietz ausgewechselt wurde.

Der FSV gab sich auch dann nicht auf, als die Sensation in unerreichbare Ferne rückte. Doch der Schaden konnte nicht gering gehalten werden. Marvin Ajani (62.) und Benedict Hollerbach mit dem Schlusspunkt zum 5:0 (86.) vollendeten den runden Pokalabend für die Mannschaft aus Wiesbaden. Dessen Trainer Rüdiger Rehm zog dann auch auf der Pressekonferenz ein sachliches Fazit: „Meine Mannschaft ist das sehr konzentriert und seriös angegangen. Wir haben von Beginn an aktiv Fußball gespielt und versucht das Spiel in die Hand zu nehmen und waren direkt in der Anfangsphase sehr effektiv.“ Sein Kollege Thomas Brendel sprach von einem hochverdienten Sieg der Gäste: „Ich habe eine brutal effektive Wiesbadener Mannschaft gesehen. Wir haben aus unseren Möglichkeiten kein Kapital schlagen können. Das Problem bei uns war das letzte Drittel, wo wir uns nicht richtig durchsetzen konnten.“ Brendel sagte zum Abschluss noch auf seine Wehener Vergangenheit angesprochen – er spielte von 2004 bis 2006 auf dem Halberg und trainierte von 2011 bis 2014 die damals noch existente U23 in der Hessenliga: „Vor dem Spiel hat man schon darüber geredet, das ist ja klar. Die aktive Zeit ist natürlich schon länger her als die Trainerzeit bei der U23.“

FSV Frankfurt: Endres – Kunert (80. Burdenski), Sierck, Nothnagel, von Schrötter – Bazzoli, Güclü – Azaouagh (65. Sejdovic), Alawie (65. Straub), Kelati – Hirst. – Trainer: Thomas Brendel.

SV Wehen Wiesbaden: Boss – Ajani, Mockenhaupt (46. Walbrecht), Carstens, Niemeyer – Medic (77. Lais) – Lankford, Chato, Wurtz, Hollerbach – Nilsson (66. Tietz). – Trainer: Rüdiger Rehm.

Schiedsrichter: Jonas Weickenmeier (Lämmerspiel). Zuschauer: offiziell „keine“ – akkreditierte Tageskulisse: 112. Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Gustaf Nilsson (3./19./49.), 0:4 Marvin Ajani (62.), 0:5 Benedict Hollerbach (86.).

Hessen-Pokal – Wettbewerb ohne Amateure in Fortsetzung

Frankfurt – Im Hessen-Pokal sind nur noch Profiteams dabei. Der seit einem halben Jahr ausgesetzte Wettbewerb wurde mittlerweile mit dem Viertelfinale ohne die Amateurteams fortgesetzt. Diese erhalten als Kompensation eine vierstellige Summe und werden in der kommenden Saison ab dem Achtelfinale in den Wettbewerb integriert.

Im Halbfinale des Hessen-Pokals erwartet der FSV Frankfurt den Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden am Bornheimer Hang.

Der Pokal lebt von Überraschungen, wenn sich die vermeintlich Kleinen mit den Großen messen dürfen. Das ist im DFB-Pokal so, in den Landespokal-Wettbewerben und in den Kreispokalen genauso. Aufgrund der Corona-Verordnungen herrschen in dieser Saison im Hessen-Pokal ungleiche Bedingungen. Während die Vereine ab der Regionalliga Südwest als Profivereine eingestuft wurden und ihren Ligabetrieb unter strengen Auflagen und offiziell ohne Zuschauer fortsetzen durften, steht der Ball bei den Vereinen ab der Hessenliga abwärts seit Anfang November still. Da es mittlerweile Gewissheit gibt, dass sich an diesem Umstand bis mindestens 30. Juni nichts mehr ändern wird und die Amateurclubs wegen des Spielverbots nicht antreten können, mussten folgende Vereine „elegant“ aus dem Landespokal ausscheiden: SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, SV Zeilsheim, FSV Fernwald, Hünfelder SV (alle Hessenliga), SV Pars Neu-Isenburg (Verbandsliga Süd), FV Biebrich (Verbandsliga Mitte), Lichtenauer FV (Verbandsliga Nord) und SV Hallgarten (Kreisoberliga Rheingau-Taunus).

Im Viertelfinale gab es letzte Woche drei Regionalliga-Duelle: KSV Hessen Kassel – TSV Steinbach Haiger 0:3, FC Bayern Alzenau – Kickers Offenbach 2:1 und Eintracht Stadtallendorf – FSV Frankfurt 1:2. Drittligist SV Wehen Wiesbaden setzte sich beim Regionalligisten FC Gießen mit 2:1 durch.

Die beiden Halbfinals wurden vom Hessischen Fußballverband wie folgt terminiert:

Dienstag, 11. Mai 18 Uhr: TSV Steinbach Haiger – FC Bayern Alzenau
Mittwoch, 12. Mai 19 Uhr: FSV Frankfurt – SV Wehen Wiesbaden

Das Finale soll am Samstag, den 29. Mai im Rahmen des „Finaltags der Amateure“ über die Bühne gehen. Der Spielort wird nach den Halbfinalpartien bestimmt.

Kreisoberliga Frankfurt – Karol Drynda will sich verändern und verlässt den FC Kalbach nach zehn Jahren

Frankfurt – Nach zehn Jahren Trainertätigkeiten beim FC Kalbach will sich Trainer Karol Drynda verändern und verlässt den Club zum Saisonende. Nachfolger wird sein Co-Trainer Aaz-Dine Zarioh.

Die Mitteilung von Manfred Meyer, dem Sportlichen Leiter des Fußball-Kreisoberligisten FC Kalbach, kam dann doch etwas unerwartet. Der Verein aus dem Frankfurter Norden und Trainer Karol Drynda gehen künftig getrennte Wege. Und das einzig und allein auf eigenen Wunsch des 42-jährigen, der den Club nach zehn Jahren mit verschiedenen Trainertätigkeiten verlässt. 2011 übernahm Drynda am Hopfenbrunnen eine Bambini-Elf, die mittlerweile in das B-Jugend-Alter hineingewachsen ist. Ab 2013 konzentrierten sich seine Tätigkeiten hauptsächlich auf den Seniorenbereich, wo der B-Lizenzinhaber die Zweite Mannschaft übernahm, die er drei Jahre später als Meister der A-Klasse (Gruppe Nordwest) erstmals in die Kreisoberliga führte. In der höchsten Klasse des Kreises formte er einen guten Unterbau für die seinerzeit noch in der Verbandsliga Süd spielende Erste Mannschaft der Kalbacher, die dann 2017 in die Gruppenliga Frankfurt West absteigen musste.

Nach der Spielzeit 2017/18 errang die „Erste“ die Gruppenliga-Meisterschaft, während Dryndas KOL-Team die Runde auf dem respektablen vierten Rang abschloss. Doch der neue FCK-Vorstand verzichtete auf den Wiederaufstieg in die Verbandsliga, ordnete einen Kurswechsel an und beförderte Drynda und große Teile seines KOL-Teams in die Gruppenliga-Mannschaft. Seit 2018 war der gebürtige Pole also für Kalbachs Erste Mannschaft verantwortlich, mit der er den Klassenerhalt in der Saison 2018/19 am letzten Spieltag verpasste und in die Kreisoberliga abstieg. In den beiden letzten Spielzeiten versuchte Kalbach sich dann vergeblich an der Mission Wiederaufstieg, auch weil beide Runden wegen Corona nicht beendet werden konnten und dem Club letztlich zweimal in Folge die sportlichen Aufstiegschancen genommen wurden.

Offizielle konsterniert

Konsterniert reagierten die Offiziellen nun auf den angekündigten Weggang des langjährigen Übungsleiters. „Ich habe mehrfach versucht ihn umzustimmen und zum Bleiben zu überreden, doch leider waren die Bemühungen vergeblich“, berichtet Meyer. Zu den Beweggründen seiner Entscheidung sagte Drynda: „Ich bin in der langen Corona-Zeit viel zum Nachdenken gekommen und für mich ist der Zeitpunkt gekommen, eine Veränderung zu suchen und in Kalbach Schluss zu machen.“ Der Entschluss sei ihm nicht leicht gefallen und er hinterlasse ein tolles Team, von dem sich Drynda gerne mit dem Aufstieg verabschiedet hätte. „Was meine Zukunft angeht, habe ich noch nichts in Aussicht. Ich lasse alles auf mich zukommen“, so Drynda. Derweil haben die Kalbacher die Nachfolge Dryndas bereits geregelt und setzen dabei auf eine interne Lösung.

Der bisherige Co-Trainer Aaz-Dine Zarioh übernimmt die Mannschaft mit dem Beginn der Vorbereitung auf die nächste Saison. Der Deutsch-Marokkaner kennt sich in der Kreisoberliga gut aus und war vor seinem Engagement in Kalbach schon bei Concordia Eschersheim und dem SV Heddernheim als Co-Trainer tätig, übernimmt nun erstmals ein Team in Eigenverantwortung. „Zarioh war unsere erste Wahl und hat als langjähriger Co-Trainer ein gutes Standing in der Mannschaft, die zusammen bleibt. Wir geben ihm die Chance, sich zu zeigen“, erklärt Meyer, der am Spielfeldrand „mit Rat und Tat zur Seite“ stehen wird. Die Zielsetzung bleibt für Meyer unmissverständlich klar: „Ich bin davon überzeugt, dass wir in einer der beiden abgebrochenen Spielzeiten den Aufstieg geschafft hätten. Nun blicken wir nach vorne, wollen wieder oben mitspielen und diesmal den Aufstieg packen.“

FV Hausen: da Costa Coutinho folgt auf Reyschmidt

Frankfurt – Fußball-Kreisoberligist FV Hausen kann für die kommende Saison nicht mehr mit dem aktuellen Trainer Martin Reyschmidt planen, der zuletzt auch in Personalunion als Sportlicher Leiter an der Mühlwiese tätig war.

Im Januar 2016 war der Coach noch als Spieler zum nordwestlichen Frankfurter Stadtteilverein gekommen und hatte ab Juli 2016 das Co-Traineramt unter dem damaligen Trainer Kristian Seremet übernommen. Nach dessen Entlassung im September des gleichen Jahres wurde Reyschmidt befördert und schaffte in der Saison 2016/17 als Vize-Meister über die Aufstiegsrunde den erstmaligen Hausener Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt West.

In der überregionalen Klasse gelang den Lila-Weißen in der ersten Spielzeit der Klassenerhalt, ehe es ein Jahr später wieder zurück in die angestammte Kreisoberliga ging. Trotz des Abstieges hielt der Vorstand der Hausener weiter an Reyschmidt fest und der Übungsleiter konsolidierte die Mannschaft in den beiden letzten wegen Corona nicht beendeten Spielzeiten im oberen Drittel des Klassements. So hätte Hausen als Tabellendritter im Falle einer Fortsetzung der Runde durchaus Chancen auf den Wiederaufstieg gehabt.

Erste Trainerstelle im soliden Umfeld abgewickelt

Nach über fünf Jahren seiner Tätigkeit beim Traditionsverein habe sich der 42-jährige schon länger mit dem Gedanken auseinandergesetzt, seine Ämter niederzulegen. „Ich brauche nun eine Auszeit vom Fußball. Das mag zwar angesichts der anhaltenden Aussetzung des Spielbetriebes seltsam klingen, aber ich bin zu dieser Entscheidung gekommen“, sagt Reyschmidt zu den Gründen seines Entschlusses. Im Winter habe der frühere Abwehrspieler eine interessante Offerte aus der Verbandsliga erhalten, diese aber nach einer Bedenkzeit nicht angenommen.

Dem FV Hausen ist er in der Rückschau dankbar, seine erste Trainerstelle in einem soliden Umfeld abwickeln zu haben: „Es war eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte.“ In Sachen Nachfolger hat der Verein am Ostermontag eine interne Lösung festgemacht. Federico da Costa Coutinho, der bislang für die in der B-Klasse spielende Zweite Mannschaft verantwortlich war, übernimmt Reyschmidts Posten und wird dabei von Kapitän Tobias Neugebauer als Co-Trainer assistiert, der auch im Spielausschuss tätig ist. In der Reserve rückt der bisherige Co-Trainer Amine Kamboua auf den Chefposten, ihm zur Seite steht dann Asif Allaudin.

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