Hessen-Pokal – Souveräner Finaleinzug: Wehen Wiesbaden fertigt FSV problemlos ab

Frankfurt – Der SV Wehen Wiesbaden steht im Endspiel des Hessen-Pokals und trifft am 29. Mai auf den TSV Steinbach Haiger, der sich im parallelen Halbfinalspiel gegen Regionalliga-Konkurrent FC Bayern Alzenau mit 3:2 durchsetzte. Der Drittligist erfüllte derweil die Pflichtaufgabe beim FSV Frankfurt souverän und löste mit einem 5:0 (2:0) das Ticket fürs Finale, wo mit einem weiteren Sieg die erste Hauptrunde im DFB-Pokal erreicht werden kann.

Szene aus dem fast leeren Stadion am Bornheimer Hang.

FSV Frankfurt – SV Wehen Wiesbaden 0:5 (0:2)

Ja, nach 193 Tagen Abstinenz war der Besuch dieses Spiels nun wirklich bitter nötig. Seit dem 31. Oktober 2020 hatte ich als Amateurfußball-Experte sozusagen Zwangsurlaub. Bitter für jemanden der sonst kaum einen Tag ausließ, um in Sachen Fußball unterwegs zu sein. Ob nun Samstags Hessenliga, Sonntags Kreisoberliga Frankfurt oder unter der Woche Kreispokal Gelnhausen. Täglich ein Spiel, am Wochenende auch mal zwei oder drei am selben Tag. Erlebnisse aus einer vergangenen Zeit, die jedoch bald wiederkommen soll. Da der Hessen-Pokal ja eigentlich auch ein Wettbewerb mit Amateuren ist und man die ersten beiden Runden die Auswärtsauftritte von Hessenligist Türk Gücü Friedberg bei Rot-Weiss Frankfurt (5:1) und beim SV Zeilsheim (0:1) begutachtete, wollte man eigentlich schon ab dem Viertelfinale wieder einsteigen. Zuvor hatte der HFV die acht Amateurvertreter im Achtelfinale gegen eine Kompensation im niedrigen vierstelligen Bereich und ein Startrecht im nächsten Wettbewerb elegant ausscheiden lassen. Nun gut – jetzt Halbfinale: Regionalliga Südwest gegen 3. Liga.

Dank des kooperativen Pressebeauftragten des FSV war die genehmigte und georderte Akkreditierung in einem personalisierten Briefumschlag hinterlegt. Schnell war man wieder in seinem Element: Bilder von der Stadionfassade, Spielberichtsbogen im Presseraum abholen und abfotografieren. Eine kühle Limo zum Abkühlen von der Anfahrt mit dem Fahrrad. Und nun ging es in den Block D, um nach einem halben Jahr wieder Stadionluft zu schnuppern – wenn man das unter der FFP2-Maske so nennen kann. Denn Voraussetzung zur Teilnahme an der Veranstaltung war die strikte Einhaltung der vorgegebenen Corona-Regeln. Von oben winkt schon der Kicker-Begleiter des SVWW Matthias, der auch gerne und oft auf Amateurplätzen anzutreffen ist. Mit einem Sitz Abstand sitzt man nun oben auf der Tribüne und tauscht sich aus. Ergiebige Regenfälle prasseln auf die Protagonisten ein, der FSV im traditionellen Schwarz-Blau – Wehen Wiesbaden im neumodischen, schrillen Neongelb. Es fehlt etwas entscheidendes, nämlich die Fans. Die Heimkurve, in der sonst einige kleine Ultragruppen den FSV kreativ und leidenschaftlich mit ihren Gesängen unterstützen, ziert zwar eine große Zaunfahne, aber es steht keiner dahinter.

Handverlesenes Publikum akkreditiert

Ebenso verwaist ist der Gästesektor, in den sich trotz Regen wohl einige aus der Landeshauptstadt oder aus Taunusstein und Umgebung gestellt hätten. Das bedeutet aber nicht, dass kein Publikum da ist. Beim Rundgang durch die Haupttribüne ab der 30. Minute wird festgestellt, dass hier doch mehr als erwartet eine Zugangsberechtigung besitzen. Pressevertreter, Funktionäre, Vereinsmitarbeiter, Verbandsmitarbeiter, Scouts etc. Sogar der gerade erst verpflichtete neue FSV-Trainer Angelo Barletta steht über der obersten Reihe der Haupttribüne. Zeitweise sind sogar FSV-Rufe zu hören, ein klassisches Stadionerlebnis ist es aber nicht. Zum Spiel ist zu sagen, dass es keine große Überraschung war, dass der SVWW durch die schnelle Führung von Gustaf Nilsson (3.) alles im Griff hatte. Die Hausherren gingen zwar engagiert zu Werke, konnten aber offensiv außer einigen Weitschüssen keine Akzente setzen. Mann des Abends bei den Gästen war der Schwede Nilsson, der auch das zweite und dritte Tor markierte (19./49.), ehe der junge Mann in der 66. Minute gegen Philipp Tietz ausgewechselt wurde.

Der FSV gab sich auch dann nicht auf, als die Sensation in unerreichbare Ferne rückte. Doch der Schaden konnte nicht gering gehalten werden. Marvin Ajani (62.) und Benedict Hollerbach mit dem Schlusspunkt zum 5:0 (86.) vollendeten den runden Pokalabend für die Mannschaft aus Wiesbaden. Dessen Trainer Rüdiger Rehm zog dann auch auf der Pressekonferenz ein sachliches Fazit: „Meine Mannschaft ist das sehr konzentriert und seriös angegangen. Wir haben von Beginn an aktiv Fußball gespielt und versucht das Spiel in die Hand zu nehmen und waren direkt in der Anfangsphase sehr effektiv.“ Sein Kollege Thomas Brendel sprach von einem hochverdienten Sieg der Gäste: „Ich habe eine brutal effektive Wiesbadener Mannschaft gesehen. Wir haben aus unseren Möglichkeiten kein Kapital schlagen können. Das Problem bei uns war das letzte Drittel, wo wir uns nicht richtig durchsetzen konnten.“ Brendel sagte zum Abschluss noch auf seine Wehener Vergangenheit angesprochen – er spielte von 2004 bis 2006 auf dem Halberg und trainierte von 2011 bis 2014 die damals noch existente U23 in der Hessenliga: „Vor dem Spiel hat man schon darüber geredet, das ist ja klar. Die aktive Zeit ist natürlich schon länger her als die Trainerzeit bei der U23.“

FSV Frankfurt: Endres – Kunert (80. Burdenski), Sierck, Nothnagel, von Schrötter – Bazzoli, Güclü – Azaouagh (65. Sejdovic), Alawie (65. Straub), Kelati – Hirst. – Trainer: Thomas Brendel.

SV Wehen Wiesbaden: Boss – Ajani, Mockenhaupt (46. Walbrecht), Carstens, Niemeyer – Medic (77. Lais) – Lankford, Chato, Wurtz, Hollerbach – Nilsson (66. Tietz). – Trainer: Rüdiger Rehm.

Schiedsrichter: Jonas Weickenmeier (Lämmerspiel). Zuschauer: offiziell „keine“ – akkreditierte Tageskulisse: 112. Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Gustaf Nilsson (3./19./49.), 0:4 Marvin Ajani (62.), 0:5 Benedict Hollerbach (86.).

Hessen-Pokal – Wettbewerb ohne Amateure in Fortsetzung

Frankfurt – Im Hessen-Pokal sind nur noch Profiteams dabei. Der seit einem halben Jahr ausgesetzte Wettbewerb wurde mittlerweile mit dem Viertelfinale ohne die Amateurteams fortgesetzt. Diese erhalten als Kompensation eine vierstellige Summe und werden in der kommenden Saison ab dem Achtelfinale in den Wettbewerb integriert.

Im Halbfinale des Hessen-Pokals erwartet der FSV Frankfurt den Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden am Bornheimer Hang.

Der Pokal lebt von Überraschungen, wenn sich die vermeintlich Kleinen mit den Großen messen dürfen. Das ist im DFB-Pokal so, in den Landespokal-Wettbewerben und in den Kreispokalen genauso. Aufgrund der Corona-Verordnungen herrschen in dieser Saison im Hessen-Pokal ungleiche Bedingungen. Während die Vereine ab der Regionalliga Südwest als Profivereine eingestuft wurden und ihren Ligabetrieb unter strengen Auflagen und offiziell ohne Zuschauer fortsetzen durften, steht der Ball bei den Vereinen ab der Hessenliga abwärts seit Anfang November still. Da es mittlerweile Gewissheit gibt, dass sich an diesem Umstand bis mindestens 30. Juni nichts mehr ändern wird und die Amateurclubs wegen des Spielverbots nicht antreten können, mussten folgende Vereine „elegant“ aus dem Landespokal ausscheiden: SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, SV Zeilsheim, FSV Fernwald, Hünfelder SV (alle Hessenliga), SV Pars Neu-Isenburg (Verbandsliga Süd), FV Biebrich (Verbandsliga Mitte), Lichtenauer FV (Verbandsliga Nord) und SV Hallgarten (Kreisoberliga Rheingau-Taunus).

Im Viertelfinale gab es letzte Woche drei Regionalliga-Duelle: KSV Hessen Kassel – TSV Steinbach Haiger 0:3, FC Bayern Alzenau – Kickers Offenbach 2:1 und Eintracht Stadtallendorf – FSV Frankfurt 1:2. Drittligist SV Wehen Wiesbaden setzte sich beim Regionalligisten FC Gießen mit 2:1 durch.

Die beiden Halbfinals wurden vom Hessischen Fußballverband wie folgt terminiert:

Dienstag, 11. Mai 18 Uhr: TSV Steinbach Haiger – FC Bayern Alzenau
Mittwoch, 12. Mai 19 Uhr: FSV Frankfurt – SV Wehen Wiesbaden

Das Finale soll am Samstag, den 29. Mai im Rahmen des „Finaltags der Amateure“ über die Bühne gehen. Der Spielort wird nach den Halbfinalpartien bestimmt.

Kreisoberliga Frankfurt – Karol Drynda will sich verändern und verlässt den FC Kalbach nach zehn Jahren

Frankfurt – Nach zehn Jahren Trainertätigkeiten beim FC Kalbach will sich Trainer Karol Drynda verändern und verlässt den Club zum Saisonende. Nachfolger wird sein Co-Trainer Aaz-Dine Zarioh.

Die Mitteilung von Manfred Meyer, dem Sportlichen Leiter des Fußball-Kreisoberligisten FC Kalbach, kam dann doch etwas unerwartet. Der Verein aus dem Frankfurter Norden und Trainer Karol Drynda gehen künftig getrennte Wege. Und das einzig und allein auf eigenen Wunsch des 42-jährigen, der den Club nach zehn Jahren mit verschiedenen Trainertätigkeiten verlässt. 2011 übernahm Drynda am Hopfenbrunnen eine Bambini-Elf, die mittlerweile in das B-Jugend-Alter hineingewachsen ist. Ab 2013 konzentrierten sich seine Tätigkeiten hauptsächlich auf den Seniorenbereich, wo der B-Lizenzinhaber die Zweite Mannschaft übernahm, die er drei Jahre später als Meister der A-Klasse (Gruppe Nordwest) erstmals in die Kreisoberliga führte. In der höchsten Klasse des Kreises formte er einen guten Unterbau für die seinerzeit noch in der Verbandsliga Süd spielende Erste Mannschaft der Kalbacher, die dann 2017 in die Gruppenliga Frankfurt West absteigen musste.

Nach der Spielzeit 2017/18 errang die „Erste“ die Gruppenliga-Meisterschaft, während Dryndas KOL-Team die Runde auf dem respektablen vierten Rang abschloss. Doch der neue FCK-Vorstand verzichtete auf den Wiederaufstieg in die Verbandsliga, ordnete einen Kurswechsel an und beförderte Drynda und große Teile seines KOL-Teams in die Gruppenliga-Mannschaft. Seit 2018 war der gebürtige Pole also für Kalbachs Erste Mannschaft verantwortlich, mit der er den Klassenerhalt in der Saison 2018/19 am letzten Spieltag verpasste und in die Kreisoberliga abstieg. In den beiden letzten Spielzeiten versuchte Kalbach sich dann vergeblich an der Mission Wiederaufstieg, auch weil beide Runden wegen Corona nicht beendet werden konnten und dem Club letztlich zweimal in Folge die sportlichen Aufstiegschancen genommen wurden.

Offizielle konsterniert

Konsterniert reagierten die Offiziellen nun auf den angekündigten Weggang des langjährigen Übungsleiters. „Ich habe mehrfach versucht ihn umzustimmen und zum Bleiben zu überreden, doch leider waren die Bemühungen vergeblich“, berichtet Meyer. Zu den Beweggründen seiner Entscheidung sagte Drynda: „Ich bin in der langen Corona-Zeit viel zum Nachdenken gekommen und für mich ist der Zeitpunkt gekommen, eine Veränderung zu suchen und in Kalbach Schluss zu machen.“ Der Entschluss sei ihm nicht leicht gefallen und er hinterlasse ein tolles Team, von dem sich Drynda gerne mit dem Aufstieg verabschiedet hätte. „Was meine Zukunft angeht, habe ich noch nichts in Aussicht. Ich lasse alles auf mich zukommen“, so Drynda. Derweil haben die Kalbacher die Nachfolge Dryndas bereits geregelt und setzen dabei auf eine interne Lösung.

Der bisherige Co-Trainer Aaz-Dine Zarioh übernimmt die Mannschaft mit dem Beginn der Vorbereitung auf die nächste Saison. Der Deutsch-Marokkaner kennt sich in der Kreisoberliga gut aus und war vor seinem Engagement in Kalbach schon bei Concordia Eschersheim und dem SV Heddernheim als Co-Trainer tätig, übernimmt nun erstmals ein Team in Eigenverantwortung. „Zarioh war unsere erste Wahl und hat als langjähriger Co-Trainer ein gutes Standing in der Mannschaft, die zusammen bleibt. Wir geben ihm die Chance, sich zu zeigen“, erklärt Meyer, der am Spielfeldrand „mit Rat und Tat zur Seite“ stehen wird. Die Zielsetzung bleibt für Meyer unmissverständlich klar: „Ich bin davon überzeugt, dass wir in einer der beiden abgebrochenen Spielzeiten den Aufstieg geschafft hätten. Nun blicken wir nach vorne, wollen wieder oben mitspielen und diesmal den Aufstieg packen.“

FV Hausen: da Costa Coutinho folgt auf Reyschmidt

Frankfurt – Fußball-Kreisoberligist FV Hausen kann für die kommende Saison nicht mehr mit dem aktuellen Trainer Martin Reyschmidt planen, der zuletzt auch in Personalunion als Sportlicher Leiter an der Mühlwiese tätig war.

Im Januar 2016 war der Coach noch als Spieler zum nordwestlichen Frankfurter Stadtteilverein gekommen und hatte ab Juli 2016 das Co-Traineramt unter dem damaligen Trainer Kristian Seremet übernommen. Nach dessen Entlassung im September des gleichen Jahres wurde Reyschmidt befördert und schaffte in der Saison 2016/17 als Vize-Meister über die Aufstiegsrunde den erstmaligen Hausener Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt West.

In der überregionalen Klasse gelang den Lila-Weißen in der ersten Spielzeit der Klassenerhalt, ehe es ein Jahr später wieder zurück in die angestammte Kreisoberliga ging. Trotz des Abstieges hielt der Vorstand der Hausener weiter an Reyschmidt fest und der Übungsleiter konsolidierte die Mannschaft in den beiden letzten wegen Corona nicht beendeten Spielzeiten im oberen Drittel des Klassements. So hätte Hausen als Tabellendritter im Falle einer Fortsetzung der Runde durchaus Chancen auf den Wiederaufstieg gehabt.

Erste Trainerstelle im soliden Umfeld abgewickelt

Nach über fünf Jahren seiner Tätigkeit beim Traditionsverein habe sich der 42-jährige schon länger mit dem Gedanken auseinandergesetzt, seine Ämter niederzulegen. „Ich brauche nun eine Auszeit vom Fußball. Das mag zwar angesichts der anhaltenden Aussetzung des Spielbetriebes seltsam klingen, aber ich bin zu dieser Entscheidung gekommen“, sagt Reyschmidt zu den Gründen seines Entschlusses. Im Winter habe der frühere Abwehrspieler eine interessante Offerte aus der Verbandsliga erhalten, diese aber nach einer Bedenkzeit nicht angenommen.

Dem FV Hausen ist er in der Rückschau dankbar, seine erste Trainerstelle in einem soliden Umfeld abwickeln zu haben: „Es war eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte.“ In Sachen Nachfolger hat der Verein am Ostermontag eine interne Lösung festgemacht. Federico da Costa Coutinho, der bislang für die in der B-Klasse spielende Zweite Mannschaft verantwortlich war, übernimmt Reyschmidts Posten und wird dabei von Kapitän Tobias Neugebauer als Co-Trainer assistiert, der auch im Spielausschuss tätig ist. In der Reserve rückt der bisherige Co-Trainer Amine Kamboua auf den Chefposten, ihm zur Seite steht dann Asif Allaudin.

Start der kommenden Saison weiter nicht vorhersehbar

Der Amateurfußball steht jetzt schon ein halbes Jahr still, die Saison 2020/21 wurde mittlerweile abgebrochen und annulliert. Es gibt weder Aufsteiger noch Absteiger. Wann auch immer der Ball wieder im Amateurbereich des Kreises Frankfurt rollen darf, soll es auch weiterhin eine Berichterstattung darüber meinerseits geben. Allerdings wird dieser Blog dann unter einer neuen Internetadresse zu finden sein und ein neues Layout haben. Nähere Infos folgen dann zum Beginn der neuen Spielzeit. Grund ist, dass der bisherige Hoster Ende diesen Jahres vom Netz genommen wird.

Der Kreispokal 2020/21 wird wohl nicht fortgesetzt, der Sieger soll per Losentscheid ermittelt werden.

Kreisfußballwart Rainer Nagel informierte die Vereine am Freitagabend mal wieder im Rahmen einer Videokonferenz über die Planungen für die kommende Saison. Dabei wurde deutlich, dass ein genauer Zeitpunkt des Saisonbeginns derzeit nicht vorhersehbar ist. Die sogenannte „Bundes-Notbremse“ ist bis 30.6. gültig und so lange der Inzidenzwert der Corona-Neuinfektionen in Frankfurt nicht unter 100 liegt (derzeit bei 198,5) ist an Mannschaftstraining oder gar einen Spielbetrieb nicht zu denken. Zwar würden alle gerne wieder an den Sportplatz, aber man sei weiterhin an die Vorgaben der Politik gebunden.

Diese sehen derzeit vor, dass Sport im öffentlichen Raum allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand kontaktlos gestattet ist. Im Hinblick auf die Vorbereitung für die kommende Saison wurde von den Vereinen eine Vorlaufzeit von vier bis sechs Wochen als unbedingt notwendig erachtet. Für den Startschuss der Punktrunde gebe es derzeit vom Hessischen Fußball-Verband sieben verschiedene Termine: 18. Juli, 1. August, 15. August, 29. August, 12. September, 26. September und 10. Oktober.

Hoffnung auf Zulassung von Zuschauern

Auf Wochenspieltage soll im Gegensatz zum letzten Re-Start diesmal möglichst verzichtet werden. In Sachen Kreispokal-Wettbewerb plädierte die Mehrzahl der Clubs dafür, den laufenden Wettbewerb abzubrechen. Somit müsste der Pokalsieger durch Losentscheide ermittelt werden und so könnte es passieren, dass ein unterklassiger Verein aus der C-Klasse den Frankfurter Kreis im kommenden Hessenpokal-Wettbewerb repräsentieren würde. Dem möglichen Vorhaben, die Pokalrunde im Rahmen der Vorbereitungsszeit im Sommer noch auszuspielen (Pokalspiele statt Testspiele) erteilten die Clubs eine Absage, lediglich die Spvgg. Oberrad aus der Verbandsliga Süd sprach sich für eine sportliche Entscheidung aus.

In Sachen Zuschauerfrage konnten keine Prognosen abgegeben werden. Einig war man sich aber in der Feststellung, dass der Spielbetrieb im Amateurbereich ohne Zuschauer nicht vorstellbar ist. Sollte in einigen Monaten ein Spielbetrieb wieder erlaubt sein, dann aufgrund einer signifikanten Verbesserung der Gesamtlage, was dann auch mit Hilfe der Hygienekonzepte eine akzeptable Anzahl an Zuschauern ermöglichen würde.

Kreisoberliga Frankfurt – Woogwiese überschreitet Zuschauerlimit in Coronazeiten

Frankfurt – Der 9. Spieltag der Kreisoberliga Frankfurt stand gestern ganz im Zeichen der Begleitumstände des „Balkanduells“ zwischen dem FC Tempo und dem FC Kosova, bei dem die Polizei aufgrund von Verstößen gegen die geltenden Corona-Bestimmungen intervenieren musste. Die Spvgg. 02 Griesheim verteidigte die Tabellenführung durch den deutlichen Auswärtssieg beim FC Croatia, während die TSG Nieder-Erlenbach nach dem 1:7 im „Nord-Derby“ beim FC Kalbach weiter punktlos das Tabellenende ziert. Die Partie zwischen Union Niederrad und dem TSKV Türkgücü wurde auf den 19. November verschoben, da ein Akteur der Gäste positiv auf das neuartige Virus getestet wurde.


Griesheim 02 (in roter Spielkleidung trat innerhalb von vier Tagen zweimal an der Brühlwiese an. Foto: Stanislav Konta.

FC Maroc – Concordia Eschersheim 1:5 (0:2)

Nach drei Heimremis in Folge verlor Maroc erstmals in dieser Saison vor heimischer Kulisse. Dabei fing das Team von Trainer Jorge Huberman gut an und kam zu Chancen durch Samir Belouad und Mohamed El Baouti. Dann gab es den ersten von drei Elfmetern für die Gäste, nachdem einem Heimakteur der Ball gegen die Hand geschossen wurde. Kevin Jäger scheiterte zunächst an Marocs Torhüter Hazem Tit, den Nachschuss versenkte er dann zur Eschersheimer Führung.

Die von der Entscheidung des Schiedsrichters genervten Marokkaner agierten unkonzentriert weiter und verursachten dann einen Foulelfmeter an Adrian Mohr. Keno-Leon Hartmann nutzte die Gelegenheit vom Punkt und erhöhte auf 0:2. „Da waren wir aus dem Spiel gerissen“, bedauerte Omar El Idrissi, der Sportliche Leiter der Gastgeber. Dazu kam die Verletzung von Keeper Tit, der plötzlich humpelte und trotzdem weiter spielte. Nach dem Seitenwechsel gab es Strafstoß Nummer drei für die Concordia, den Matthias Müller verwandelte.

Letztlich musste Tit dann doch passen und wurde in Ermangelung eines Ersatztorwarts durch einen Feldspieler ersetzt. Trotz der Einwechslung von zwei frischen Offensivkräften war Maroc weiter mit sich und dem Schiedsrichter beschäftigt. So wurde man für das unkontrollierte Spiel mit zwei weiteren Gegentoren bestraft. Auf Vorarbeit von Adrian Mohr traf Thorben Wissel zum 0:4, der gleiche Spieler nutzte dann einen Fehlpass des neuen Torhüters zum 0:5. Und am Ende gab es dann noch wenigstens den Ehrentreffer der Gastgeber durch Mourad Ibn Jalil.

„Wir haben uns selbst geschlagen und den Tiefpunkt erreicht“, sagte El Idrissi besorgt. Concordia-Trainer Andre Winter meinte: „Wir haben alles im Griff gehabt, gut gespielt und waren häufig im Strafraum des Gegners. Der konnte sich zweimal nur mit einem Foul zu helfen wissen.“ Das Fazit des jungen Coaches: „Insgesamt eine sehr konzentrierte Leistung mit wenigen Fehlern. Auch wenn wir die letzten 20 Minuten noch konsequenter ausspielen können, stehen zehn Punkte aus den letzten vier Spielen zu Buche. Das ist top!“

Schiedsrichter: Muhammed Kilic (Dietzenbach). Zuschauer: 120.
Tore: 0:1 Kevin Jäger (27.), 0:2 Keon-Leon Hartmann (35./Foulelfmeter), 0:3 Matthias Müller (48./Foulelfmeter), 0:4, 0:5 Thorben Wissel (64./72.), 1:5 Mourad Ibn Jalil (89.).

FC Croatia – Spvgg. 02 Griesheim 0:5 (0:1)

Trotz der klaren Niederlage gegen den Spitzenreiter bewertete Croatias Sportlicher Leiter Stanislav Konta das Spiel als „ausgeglichen. Wir haben zwei Tore gemacht, aber der Schiedsrichter hat Abseits gepfiffen. Beide Szenen waren knapp, wir hätten in Führung gehen müssen.“ Stattdessen trafen die spielstarken Gäste nach einem Eckball durch Dumitru Chiriloae. Auch die zweite Halbzeit bezeichnete Konta als „offen. Wir haben gespielt und unsere Gelegenheiten nicht genutzt. Griesheim war immer da, wenn wir dran waren am Ausgleich. Wir hätten zwei bis drei Tore machen müssen. Die Jungs haben gefighted bis zum Schluss.“

Griesheim hatte an Ort und Stelle vor drei Tagen noch gegen Heddernheim unter Flutlicht mit 7:1 gewonnen. Diesmal blieben die „Schleifer“ ohne Gegentor und spielten lange in Überzahl, da die Kroaten mit zwei Roten Karten bedacht wurden.

Juric musste wegen eines rüden Foulspiels gehen, Krizanac ließ sich zu einer Beleidigung verleiten. Eine Halbzeit lang gegen zehn beziehungsweise die letzte halbe Stunde gegen neun Mann hatten die 02er viel Platz und die nötigen Räume, um ihre schnellen Außenspieler einzusetzen. So gelang dem quirligen Fiorenzo Santoro ein Doppelpack, Tarik Lamjahdi und Kapitän Mirko Budimir besorgten den Rest. Gästecoach Michele Raimondi befand, dass Croatia in der ersten Halbzeit sehr gut verteidigt habe: „Wir hatten wenige Räume, sodass wir viele Diagonalbälle gespielt haben.“

In der Halbzeitansprache gab der Griesheimer Trainer seinem Team mit auf den Weg „geduldig zu bleiben und den Gegner etwas raus zu locken. Mir war klar, wenn wir das zweite Tor machen, kriegen wir hier mehr Räume und können mehr in die Tiefe spielen.“ Die letzten 25 Minuten habe man mit viel Ballbesitz nur noch verwaltet und nicht mehr den Zug nach vorne gezeigt, um vielleicht das eine oder andere Tor mehr zu machen.“

Schiedsrichter: Sascha Sven Hofmann (Büdingen). Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Dumitru Chiriloae (30.), 0:2, 0:3 Fiorenzo Santoro (57./65.), 0:4 Tarik Lamjahdi (76.), 0:5 Mirko Budimir (85.).
Rote Karten: Josip Juric (Croatia/44.), Marko Krizanac (Croatia/59.).

FV Saz-Rock – SC Weiss-Blau 3:3 (0:2)

Im Kellerduell musste auch Aufsteiger Weiss-Blau drei Tage später auf dem gleichen Platz das nächste Auswärtsspiel bestreiten. Hatten die Niederräder am Donnerstag noch mit 2:5 beim FV Hausen verloren, so standen sie diesmal bei einem direkten Konkurrenten ganz dicht vor dem zweiten Saisonsieg. Trotz einer 2:0- und 3:1-Führung musste WB aber in der letzten Minute den bitteren Ausgleich hinnehmen. Waren die Gäste am Donnerstag noch durch eine Fair-Play-Aktion positiv aufgefallen, so ließen sie in diesem Spiel laut FV-Trainer Ibrahim Uyanik „das Fair Play vermissen.“ Bis zur 60. Minute sei alles fair gewesen, beim dritten Treffer Weiss-Blaus habe der den Gästen zugeordnete nichtneutrale Schiedsrichterassistent sein Amt vernachlässigt und so den Ausball nicht angezeigt, bevor WB-Torjäger Ruben Balthasar das 3:1 markieren konnte.

Bei den vehementen Protesten der Gastgeber war der Heimcoach beteiligt und erhielt dafür die Gelb-Rote Karte. Uyanik stellte dar, dass sein Team dem Gegner „Einladungen zum Toreschießen“ verschickt habe. So kritisierte er Torhüter Ali Dogdu für einen unüberlegtes Abspiel aus dem Sechzehner. In der Folge fiel der Ball Balthasar vor die Füße und der gegnerische Stürmer bedankte sich mit dem ersten Weiss-Blau-Tor. Tim Garthe erhöhte dann nach einer halben Stunde für die Gäste. Saz-Rock hatte nach dem 0:2 kleine Chancen, aber nichts hochkarätiges. In der Halbzeit bezeichnete der FV-Coach das Spiel seines Teams als „lächerlich“. Nach einer geharnischten Kabinenansprache ging Uyanik nach draußen, „denn gegen solche Gegner musst du punkten. Nur zwei, drei waren mit Herz da und wollten gewinnen. Die restlichen acht hätte man auswechseln können.“

Die Ansprache zeigte dann Wirkung, denn die Gelb-Roten fingen an zu kämpfen. „Wir haben fast nur auf ein Tor gespielt. Der eingewechselte Sertan Sak verkürzte schnell auf 1:2. Danach spielte sich in der 68. Minute die Szene ab, die die Gemüter so erhitzte. „So etwas habe ich lange nicht erlebt. Der Ball war im Aus und mein Mittelfeldspieler bleibt stehen, um den Ball einzuwerfen. Die spielen weiter und ich hebe meine Hand hoch. Ich drehe mich nach rechts und sehe, dass deren Linienrichter an der Bande lehnt und sich unterhält“, echauffierte sich Uyanik. „Es ist lächerlich, dass dieser Linienrichter nicht da war. Ich habe den WB-Coach aufgefordert, fair zu sein. Die haben so getan, als ob sie nichts gesehen hätten.“ Uyanik flog dann mit Gelb-Rot vom Platz, seine Spieler entwickelten dann aber eine Jetzt erst Recht-Mentalität. Kapitän Onur Götürmen verkürzte per Foulelfmeter auf 2:3 und dann wurde der lange Abwehrspieler Sanny Abubakari als dritte Spitze nach vorne beordert.

Nach einem langen Ball sorgte er wenigstens noch für das Unentschieden. Danach habe es sogar noch Möglichkeiten zum Siegtreffer gegeben. „Ich weiß nicht, ob ich mich über den Punkt freuen soll. Fakt ist, der Gegner war nicht fair. Der Ball war definitiv im Aus und die haben es auch gesehen. Die haben ein Tor geschenkt bekommen“, ärgerte sich Uyanik. Sein Kollege Jamal Er-Jah nahm aus WB-Sicht dazu wie folgt Stellung: „Mir war die Sicht in dem Moment versperrt und ich habe es nicht gesehen. Sonst hätte ich auch was gesagt, aber es war keineswegs so eindeutig. Der Schiedsrichter und meine Person wurden dann von den Gastgebern massiv beleidigt, auch von Herrn Uyanik. So ist die Lage dann eskaliert. Mit dem Linienrichter habe ich ein ernstes Wort sprechen müssen, dass er künftig konstant bei der Sache bleibt. Wir hätten hier gewinnen müssen, haben aber am Ende zu tief gestanden.“

Schiedsrichter: Jan Schubert. Zuschauer: 90.
Tore: 0:1 Ruben Balthasar (5.), 0:2 Tim Garthe (31.), 1:2 Sertan Sak (54.), 1:3 Ruben Balthasar (68.), 2:3 Onur Götürmen (74./Foulelfmeter), 3:3 Sanny Abubakari (90.).

FC Kalbach – TSG Nieder-Erlenbach 7:1 (4:0)

Im Nord-Derby hatte sich Kalbach vorgenommen ein schnelles Tor zu erzielen und das gelang Neuzugang David Bafuka auch nach fünf Minuten, nachdem Ouassim Bouzarzar den Innenpfosten getroffen hatte. Der Ball prallte zurück zu Bafuka, der nur noch einzuschieben brauchte. Nach Querpass des von den Gästen gekommenen Adrielle Parotta erhöhte Bouzarzar noch in der Anfangsphase auf 2:0. Achraf Gara Ali und Parotta hatten gegen den konfusen Tabellenletzten schon zur Pause einen deutlichen Vorsprung vorgelegt.

„Der Gegner war bis auf eine Aktion einmal im Sechzehner in der ersten Halbzeit und das ungefährlich. Wenn wir unsere hundertprozentigen Torchancen verwerten kann sich keiner beschweren, wenn es 8:0 steht zur Pause“, berichtete FCK-Trainer Karol Drynda. Der Coach war mit der Darbietung trotz des deutlichen Sieges nicht einverstanden: „Der Gegner hat es uns einfach gemacht, trotzdem können wir mit unserem Spiel nicht zufrieden sein. So eine richtige Reaktion auf die Niederlage unter der Woche bei Posavina war das nicht.“ In der zweiten Halbzeit machten die Kalbacher eigentlich da weiter, wo sie zur Pause aufgehört hatten. „Wir haben zwar das Spiel dominiert, aber nicht so wie wir uns das vorstellen. Viele Aktionen haben zu lange gedauert. Außerdem wurden wieder hundertprozentige Chancen leichtfertig vergeben.“

Tore wurden aber auch noch einige geschossen: Bafuka mit dem Kopf zum 5:0, Soufiane Moussaoui per Foulelfmeter und Gara Ali setzte den Schlusspunkt. Zwischenzeitlich hatte der Erlenbacher Abdelrahman Alhatem für den Ehrentreffer der Gäste gesorgt. Die Gastgeber mussten auf viele Spieler verzichten, deswegen erhielten andere Akteure die Chance von Anfang an. „Wir haben zwar hochverdient gewonnen, wir wissen jedoch dass wir nicht gut gespielt haben und wir es besser machen können. Teilweise haben wir die Aktionen nicht gradlinig runtergespielt, stattdessen wollten wir es zu kompliziert machen“, monierte Drynda.

Die Gäste bleiben punktlos am Tabellenende und so langsam verlieren sie den Anschluss an das rettende Ufer. Trainer Andreas Ludwigs Statement fiel daher kurz und bündig aus: „Das war gar nichts! Wir sind ja gar nicht am Mann gewesen und haben die spielen lassen und zugeguckt, wie die das ganz toll machen. Am Ende müssen wir uns bei Torhüter Rico Maderthoner bedanken, dass es nicht noch höher ausgegangen ist.“

Schiedsrichter: Seyid-Ali Savran (Wiesbaden). Zuschauer: 120.
Tore: 1:0 David Bafuka (5.), 2:0 Ouassim Bouzarzar (13.), 3:0 Achraf Gara Ali (30.), 4:0 Adrielle Parotta (43.), 5:0 David Bafuka (62.), 5:1 Abdelrahman Alhatem (68.), 6:1 Soufiane Moussaoui (77.), 7:1 Achraf Gara Ali (83.).

FC Tempo – FC Kosova 4:3 (1:1)

Das brisante „Balkanduell“ verlief chaotisch. Da die aktuell aufgrund der Corona-Problematik zugelassene maximale Anzahl von 250 Zuschauern schon vor dem Anpfiff erreicht war, schlossen die Gastgeber das Eingangstor vorsorglich zu. Die teilweise aus anderen Städten angereisten Anhänger beider Lager wollten das nicht hinnehmen und verschafften sich dann ohne Eintrittskarte und die notwendige Registrierung Zutritt zum Gelände. Augenzeugenberichten zufolge wurde massenhaft über den Zaun geklettert, sodass sich zwischenzeitlich rund 400 Zuschauer auf der engen Anlage befanden.

Die alarmierte Polizei stellte nicht nur die erhöhte Zuschauerzahl fest, sondern auch die Missachtung sämtlicher Corona-Regeln wie der Abstandsregelung. Ein Spielabbruch hätte gedroht, wenn es nicht gelungen wäre, die Massen aus dem Sportplatz zu entfernen. Die schauten dem Spielgeschehen dann von der Straße beziehungsweise vor der gegenüberliegenden U-Bahn-Strecke zu, zwischenzeitlich forderten zahlreiche Gästefans empört ihr Eintrittsgeld zurück. Tempos Sportlicher Leiter Zoran Marcetic zeigte sich von den Begleitumständen betroffen: „Wenn wir hier leben, müssen sich beide Seiten auch an die Regeln halten. Es ist so einiges aus dem Ruder gelaufen.“

Dagegen meinte Kosovas Spielausschuss-Vorsitzender Rudi Statovci: „Der Heimverein ist für die Organisation zuständig, wir als Gäste können da wenig ausrichten.“ Fußball gespielt wurde auch noch: Der Aufsteiger lag durch Flakron Thaci in Führung, Goran Grijak glich postwendend aus. Nachdem rund um den Platz nach der Räumung nur noch zehn Offizielle pro Verein zugegen waren, gerieten die Gastgeber auf die Verliererstraße. Raisi Zalla und Haithem Sassi sorgten für eine 3:1-Führung, ehe Sassi dann wegen übertriebenem Torjubel Gelb-Rot sah.

In Überzahl drehten die Serben dann auf und auch das Spiel. Dank einem Handelfmeter brachte Vladimir Matic Tempo auf 2:3 heran. Darko Nikolic sorgte für den Ausgleich, doch damit nicht genug: In der 90. Minute gelang Milos Matic noch der drin wie draußen viel umjubelte Siegtreffer. „Es ging hin und her in einem kampfbetonten Spiel. Wir hatten Glück, dass wir das in den letzten zehn Minuten drehen konnten“, sagte Marcetic. Statovci haderte nach der zweiten Niederlage in Folge: „Wir haben das Spiel am Ende mit unserer Blödheit verloren.“

Schiedsrichter: Mike Kantz (Idstein). Zuschauer: 250 (ausverkauft) – nach der Platzräumung: keine.
Tore: 0:1 Flakron Thaci (6.), 1:1 Goran Grijak (8.), 1:2 Raisi Zalla (62.), 1:3 Haithem Sassi (76.), 2:3 Vladimir Matic (82./Handelfmeter), 3:3 Darko Nikolic (84.), 4:3 Milos Matic (90.).
Gelb-Rote Karte: Haithem Sassi (Kosova/79.).

FC Posavina – FC Gudesding 8:0 (4:0)

Unter den Interimstrainern Drago Pavlovic und Mladen Pejic setzte Posavina seine Erfolgsserie mit dem Kantersieg gegen ein indisponiertes Gudesding fort. Zuletzt wurden sieben von neun möglichen Punkten geholt. Die beiden haben in der Zeit den im Urlaub weilenden Cheftrainer Pero Bosnjak würdig vertreten. Es war eine einseitige Partie, die knapp 90 Zuschauer auf dem nagelneuen Kunstrasen auf den Riederwaldwiesen verfolgten.

In der ersten Halbzeit spielten die Kroaten sehr gut zusammen und zogen bereits gegen ein vollständiges Team aus dem Ostpark mit 4:0 davon. Nach der Pause dezimierten sich die Gäste nach und nach mit Gelb-Roten Karten. Somit hatte Posavina leichtes Spiel, um einen ungefährdeten 8:0-Sieg einzufahren. Einziger Lichtblick: Torhüter Daniel Kunkel parierte vor dem 6:0 einen Foulelfmeter von Drazen Vinkovic, musste sich dann aber im Nachschuss von Marvin Antunovic geschlagen geben.

„Wir sind froh, dass die Formkurve nach oben geht. Die Zuschauer sind voll auf ihre Kosten gekommen. Riesendank an die Vertretung von Pero Bosnjak. Sie haben die Mannschaft wachgerüttelt und der Glaube ist wieder da“, freute sich Posavinas Pressewart Danijel Pavic. Entsetzen herrschte dagegen bei Gudesdings Vorsitzenden Rainer Weiss angesichts von 16 Gegentoren in zwei Partien vor.

Die Ostpark-Truppe befindet sich in dieser desolaten Verfassung im tiefen Tal. „Es stehen momentan zu wenige Spieler zur Verfügung, die KOL-reif sind. Und wenn dann ein Schiri zwei Spieler vom Platz schickt, weil sie es gewagt haben, den Allmächtigen anzuzweifeln, bist Du chancenlos. Wir müssen hoffen, dass die vielen Verletzten zurückkehren. Posavina hat eine tolle Mannschaft und ein tolles Publikum.“

Schiedsrichter: Christopher Bedikian (Hanau). Zuschauer: 90.
Tore: 1:0 Anto Petrasevic (4.), 2:0 Kristian Pejic (16.), 3:0 Drazen Vinkovic (45./+2), 4:0 Stijepan Piljic (45./+5), 5:0, 6:0 Marvin Antunovic (65./77.), 7:0 Ivan Dzijan (80.), 8:0 Drazen Vinkovic (87.).
Gelb-Rote Karten: Alexander Wack (Gudesding/52.), Ferdinand Hasselbeck (Gudesding/65.), Aeham Abouch (Gudesding/68.).

SV Griesheim Tarik – FV Hausen 4:3 (0:0)

Griesheim Tarik dominierte laut den Schilderungen von Trainer Hamza Azaoum die erste Halbzeit klar und erarbeitete sich viele Chancen. Dennoch stand es zum Pausentee an der Lärchenstraße noch 0:0. „Ein Tor wurde uns aberkannt, wo der Ball einen Meter hinter der Linie war“, berichtete der Tarik-Coach. Nach der Pause sorgte ein Doppelschlag des neuen Stürmers Mostafa für eine scheinbar beruhigende 2:0-Führung, doch nach zwei Standards glichen die Lila-Weißen innerhalb von sechs Minuten mit Tobias Neugebauer und Kenzo Peter aus.

Die selbstbewussten Gastgeber spielten weiter nach vorne und gingen erneut durch Mimoun Azzakriti in Führung und kassierten danach wieder nach einem Eckball ein Kopfballtor von Josip Dolic. Nachdem zwei klare Chancen vergeben wurden, sicherte Zouhair Msahli den Hausherren in der letzten Minute den sechsten Sieg in Folge und das Vorrücken auf Rang drei.

Doch weit in der Nachspielzeit hinein bot sich Hausens Sina Shakouri noch die Gelegenheit, noch mal auszugleichen. Den fälligen Strafstoß setzte der Spielmacher aber kläglich in die Wolken (90./+4). „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, wir haben aber zu viel zugelassen. Vorne lassen wir noch zu viel liegen. Bis zum 2:0 hatten wir das Spiel in der Hand und am Ende hatten wir noch Glück beim Elfer. Es war ein Spiel für die Zuschauer“, resümierte Azaoum.

FVH-Coach Martin Reyschmidt erkannte an, dass Tarik in der ersten Halbzeit besser gewesen sei: „Da haben wir Glück gehabt, kein Tor kassiert zu haben.“ Die zweite Halbzeit war dann aus seiner Sicht recht offen: „Von der Einstellung und kämpferischen Leistung war das sehr gut. Wir sind zweimal zurückgekommen nach Rückständen und haben leider am Ende den Elfmeter verschossen.“ Der Sieg für Tarik sei verdient gewesen, so Reyschmidt. Er erwähnte noch den Schiedsrichter aus dem nahegelegenen Schwanheim für seine gute Leistung.

Schiedsrichter: Benjamin Rauscheberg (Frankfurt). Zuschauer: 120. Tore: 1:0, 2:0 Mostafa Amghar Bouchikh (52./62.), 2:1 Tobias Neugebauer (65.), 2:2 Kenzo Peter (71.), 3:2 Mimoun Azzakriti (84.), 3:3 Josip Dolic (87.), 4:3 Zouhair Msahli (90.).

TuS Makkabi – SV 07 Heddernheim 0:1 (0:0)

SVH-Trainer Andreas Berggold atmete tief durch: „Die Erleichterung ist riesengroß. Wir hatten das Spielglück mal auf unserer Seite. Wir haben vorne einen reingemacht, Makkabi eben nicht und das hat uns außer gegen Griesheim gefehlt. Ich habe zwei Mannschaften gesehen, die versucht haben Fußball zu spielen. Beiden hat aber vorne die Durchschlagskraft gefehlt und wir haben am Ende die brenzligen Situationen überstanden.“ Es war insgesamt ein schwaches Spiel auf dem Kunstrasenplatz im Sportpark Preungesheim, welches bei Tageslicht begann und in der Dunkelheit endete. In einer Partie mit wenigen Torchancen wirkten die Gäste ballsicherer und konsequenter vor dem Tor. Zumindest war dies beim entscheidenden Tor der Heddernheimer in der 73. Minute der Fall, als Tino Matijevic den Eckball gut reinbrachte und am langen Pfosten Stürmer Christos Papadopoulos per Kopfball der erlösende Treffer gelang.

Durch den Streich des Griechen konnte gegen einen direkten Konkurrenten der zweite Saisonsieg eingefahren werden und die Heddernheimer stehen nun punktgleich mit Makkabi im hinteren Tabellenmittelfeld. Der so wichtige Sieg musste allerdings am Ende über die Ziellinie gezittert werden. Die Gastgeber versuchten in der Schlussphase alles, um wenigstens noch zum Ausgleich zu kommen. „Unser Manko bleibt die Chancenverwertung, aber wir trafen auf einen Gegner, der die gleichen Probleme hat“, sagte Berggold. Viel Mittelfeldgeplänkel war meist an der Tagesordnung, die beste Chance der Makkabäer vergab Routinier Kristian Leonhardt mit einem Schuss an den Außenpfosten.

Ansonsten meist Leerlauf, viele Einwürfe und Unterbrechungen. Makkabi kam gut aus der Kabine und wollte das Tor erzwingen, doch SVH-Keeper Marcin Czukiewicz war gut in Form. Beim Kopfball von Benedict Rose wäre er wohl machtlos gewesen, aber der Ball zischte am Tor vorbei. Rose alleine hätte das Spiel entscheiden können, er vergab noch zwei dicke Möglichkeiten beim Stande von 0:0. Kurz vor dem Siegtor der Grün-Weißen war Deniz Yatci frei durch, scheiterte aber am routinierten Kai Klug im Makkabi-Tor. Nach dem 0:1 warfen die Hausherren noch einmal alles nach vorne, scheiterten aber an ihrem Unvermögen vor dem Tor. Verletzte Angreifer wie Ibrahim Abbouz oder Simon Lindlar können eben beim Aufsteiger nicht ersetzt werden.

Und so brachte der SVH den Sieg nach Daniel Endzweigs Pfostenschuss mit Glück und Geduld über die Zeit. TuS-Trainer Hakan Tekin befand in seiner Analyse: „Die ersten 20 Minuten hat es Heddernheim wirklich gut gemacht. Wir haben den Zugriff im Mittelfeld nicht gefunden und so konnten sie einige Male gefährlich vor unserem Tor auftauchen. Wir haben dann aber nach einer taktischen Umstellung mehr und mehr das Kommando übernommen. Wir haben zwei, drei Möglichkeiten, wo wir alleine aufs Tor zulaufen und schaffen es nicht ein Tor zu schießen. Das ist bitter, weil wenn wir 1:0 führen, wird es schwer für Heddernheim. Sie haben sich für ihren kämpferischen Einsatz belohnt.“

Schiedsrichter: Heiko Spillner (Gelnhausen). Zuschauer: 155.
Tor: 0:1 Christos Papadopoulos (73.).

Kreisoberliga Frankfurt – Griesheim 02 mit brillanter Spielweise an die Spitze

Frankfurt – Teil zwei des 8. Spieltages der Kreisoberliga Frankfurt brachte 23 Tore in vier Partien. Insgesamt war es mit 50 Treffern in acht Begegnungen ein sehr torreicher Spieltag. Die Spvgg. 02 Griesheim übernahm mit einem 7:1-Kantersieg in Heddernheim die Tabellenspitze. Der FV Hausen setzte seine Erfolgsserie fort und schob sich auf Rang drei vor. Aufsteiger TuS Makkabi bezwang den FC Maroc mit 3:1 und katapultierte sich selbst aus der Abstiegszone und den Gegner mitten hinein. Das 2:2-Remis zwischen Union Niederrad und dem FV Saz-Rock hilft im Abstiegskampf weder den einen noch den anderen weiter. Am Sonntag geht es bereits mit dem nächsten Spieltag weiter, ehe in der kommenden Woche die erste Runde im Kreispokal auf dem Programm steht.


Einen brillanten Vortrag hielt Griesheim 02 unter dem diffusen Heddernheimer Flutlicht ab.

TuS Makkabi – FC Maroc 3:1 (2:0)

Makkabis Trainer Hakan Tekin sprach nach dem befreienden Erfolg und dem Sprung raus aus der Abtiegszone von einem verdienten Sieg: „Die ersten 35 Minuten waren wir die spielbestimmende Mannschaft“. Daraus resultierte die seiner Ansicht nach verdiente 2:0-Führung nach Toren von Robel Seiverth-Tsegai und Benedict Rose. In den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte kamen die Gäste unter der Regie des langjährigen Makkabi-Coaches Jorge Huberman etwas besser ins Spiel, spielten sich aber keine wirklichen Torchancen heraus. Mit dem 3:0 von Constantin Rose Mitte des zweiten Abschnitts war das Spiel entschieden. Tekin kritisierte die überharte Gangart der Marokkaner: „Der Gegner ist leider danach nur noch durch übertriebene Härte und Unsportlichkeiten aufgefallen. Der Höhepunkt war ein Kopfstoß bei einem Eckball. Ich habe die Situation genau gesehen, leider der Schiedsrichter nicht.“ Solche Dinge gehörten nicht auf den Fußballplatz, klagte Tekin und berichtete: „Unser Spieler hat eine gebrochene Nase und musste gestern Abend noch ins Krankenhaus. Wir werden das nicht einfach so stehen lassen.“ Zehn Jahre lang waren sich diese Vereine aus dem Weg gegangen, nun gab es gleich beim ersten Aufeinandertreffen nach langer Zeit Misstöne. Marocs Sportlicher Leiter Omar El Idrissi warf den Gastgebern vor: „Nach dem 3:0 haben die nach jedem Zweikampf übertrieben rumgeschrien, nur um der Zeit wegen“. Zum schwachen Spiel Marocs und dem Absturz in die Abstiegszone fiel El Idrissi nicht viel ein: „Erst fehlten mir die Worte zum Spiel. Das war das schlechteste, was wir seit langer Zeit auf dem Feld geboten haben. Die Einstellung, der Wille und die spielerische Note eine einzige Katastrophe. Wenn wir so weiter machen, steigen wir ab!“ Das einzige, was Maroc in 90 Minuten gelang, war der bedeutungslose Treffer zum 3:1 in der letzten Minute durch Soufian Taadou.

Schiedsrichter: Rolf Seifert (Lindheim). Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Robel Seiverth-Tsegai (15.), 2:0 Benedict Rose (29.), 3:0 Constantin Rose (67.), 3:1 Soufian Taadou (90.).

SV 07 Heddernheim – Spvgg. 02 Griesheim 1:7 (1:3)

Nicht nur Heddernheims Spielausschuss-Chef Klaus Schleicher war beeindruckt von der Spielstärke der Griesheimer: „Das war die mit Abstand beste Mannschaft, die sich hier in den letzten Jahren vorgestellt hat.“ Auch Trainer Andreas Berggold erkannte an: „Die Niederlage ist auch in der Höhe verdient. Griesheim war eine Klasse zu stark für uns, vor allem was das Tempo und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor anbetrifft. Teilweise haben wir aber auch dumme Tore kassiert, wo wir tatkräftig mitgeholfen haben.“ Es fing mal wieder gut an für die Grün-Weißen, denn Kapitän Philipp Siegel verwandelte in gewohnt souveräner Manier einen Handelfmeter (4.) – der sechste Strafstoßtreffer Siegels in der noch jungen Saison. Der SVH konnte die Führung zwar nicht lange konservieren, hielt aber zumindest im ersten Durchgang noch dagegen.

Der Ausgleich wäre eigentlich schon nach 13 Minuten fällig gewesen, doch der aus der eigenen Jugend stammende Außenspieler Bilal Zerouali erlief einen katastrophalen Rückpass von Routinier Dawit Demeke und passte uneigennützig quer zu Fiorenzo Santoro, der aus Abseitsposition einschob. Vier Minuten danach konnten die 35 mitgereisten Griesheimer Anhänger das erste Mal jubeln. Dem schnellen Spiel über die rechte Seite konnte Heddernheim kaum folgen. Deniz Pekgüzelyigit flankte in die Mitte, wo Daniel Sikorski fast unbedrängt einschieben konnte (18.). Fünf Minuten danach war Sikorskis Doppelschlag perfekt. Der quirlige Fiorenzo Santoro vernaschte auf der rechten Seite gleich drei Heddernheimer und bediente Sikorski am Sechzehner. Der zog aus dem Stand trocken ab.

SVH-Torwart Marcin Czukiewicz war noch dran, aber trotzdem machtlos (23.). Kurz vor der Pause war dann Heddernheims erfahrenster Spieler von allen guten Geistern verlassen. Dawit Demekes zu kurzen Rückpass erlief 02-Stürmer Alexandr Railean. Der aus der Hessenliga vom FV Bad Vilbel gekommene Rumäne spitzelte den Ball an Czukiewicz vorbei ins Netz – 1:3 (42.). Nach dem Seitenwechsel setzten die „Schleifer“ ihre brillante Spielweise fort. Langer Ball über die linke Seite, der flach reingebracht wurde, Railean verpasste, aber Santoro war noch zur Stelle und drosch ihn mit links in die Maschen (49.). „Das war dann der Punkt, wo die Mannschaft sich selbst aufgegeben hat, wobei wir in der Phase hinten dran noch zwei, drei Möglichkeiten hatten. Da hätte es auch 3:7 ausgehen können, aber es kam nie ein Zweifel auf, wer hier als Sieger vom Platz gehen würde“, beteuerte Berggold.

Zum Bespiel schoss Marcel Schmid einen Volleyschuss nach langem Siegel-Abstoß links vorbei (55.). Im Gegenzug war Railean erneut zur Stelle und es hieß 5:1 für Griesheim (57.). Beim sechsten Tor behauptete der eingewechselte Jeffrey Aboagye den Ball und legte rechts ab zu Pekgüzelyigit, der nur einschieben brauchte (65.). Der Schlusspunkt war Sikorski mit seinem dritten Tor vorbehalten (74.). Griesheims Trainer Michele Raimondi analysierte den Kantersieg gewohnt sachlich: „Wir kommen langsam in Fahrt und verstehen, um was es geht. Wir haben weniger Einzelaktionen gezeigt, sondern fünfmal bei den Toren quer gelegt. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Tabellenführung anzuvisieren ist immer schön, da ist es einfacher die Jungs zu motivieren.“

Schiedsrichter: Rene Döbber (Alzenau). Zuschauer: 115.
Tore: 1:0 Philipp Siegel (4./Handelfmeter), 1:1, 1:2 Daniel Sikorski (18./23.), 1:3 Alexandr Railean (42.), 1:4 Fiorenzo Santoro (48.), 1:5 Alexandr Railean (57.), 1:6 Deniz Pekgüzelyigit (65.), 1:7 Daniel Sikorski (74.).
Gelb-Rote Karte: Enver Kelmendi (Griesheim/78.).

FV Hausen – SC Weiss-Blau 5:2 (3:0)

Nach einem schönen Pass von Spas Pisov ging Hausen durch Sina Shakouri recht schnell in Führung. Shion Tsuji erhöhte dann auf 2:0, ehe Jounes Bökenkamp das 3:0 markierte und dann kurz danach verletzt ausschied und zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht wurde. Direkt nach der Halbzeit stellten die Lila-Weißen gegen den Aufsteiger auf 4:0 durch Shakouri. Hausens Trainer Martin Reyschmidt beklagte dann die Nachlässigkeit seines Teams: „Wir haben gedacht, es geht immer so weiter. Mir kam es so vor, als on zehn Hütchenstangen auf dem Platz standen. Wir waren nicht mehr da und haben nichts mehr gemacht. So kamen die Gäste von den Sandhöfer Wiesen auf und markierten innerhalb von drei Minuten mit Tim Schubert und Tilman Garthe zwei Tore. In der 83. Minute gab es eine bemerkenswerte Aktion von Gästeakteur Lucaas Rodriguez. Nach dem Elfmeterpfiff ging der junge Mann zum Schiedsrichter und bat ihn, den Strafstoß zurückzunehmen, da es kein Foul gewesen sei. „Machen die das 4:3, schwimmen wir nochmal richtig. Von daher Riesenrespekt an den Weiss-Blau-Spieler, er hat Courage und Ehrlichkeit gezeigt. Chapeau an den Jungen, das bei diesem Spielstand zu machen“, unterstrich Reyschmidt. Nach der Gelb-Roten Karte gegen WB-Spieler Giorgio Lentini machte Pisov das 5:2. „Mit der ersten Halbzeit war ich einverstanden. Nach der 46. Minute fehlen mir einfach nur die Worte. Ich weiß nicht, was da in den Köpfen der Spieler passiert ist. Das geht nicht und das werde ich aufarbeiten.

Schiedsrichter: Iman Safi (Erlensee). Zuschauer: 50.
Tore: 1:0 Sina Shakouri (2.), 2:0 Shion Tsuji (26.), 3:0 Jounes Bökenkamp (36.), 4:0 Sina Shakouri (46.), 4:1 Tim Schubert (61.), 4:2 Tilman Garthe (64.), 5:2 Spas Pisov (90.).
Gelb-Rote Karte: Giorgio Lentini (Weiss-Blau/90.).

FC Union Niederrad – FV Saz-Rock 2:2 (1:1)

Die Gastgeber starteten laut ihrem Vorsitzenden Khalid Lamjahed furios und schossen in der ersten Minute schon viermal auf das Tor von Saz-Rock. Einmal wurde auf der Linie gerettet, drei hielt FV-Torwart Ali Dogdu. Außerdem trafen die Niederräder in der ersten Halbzeit den Pfosten. Nach einem Eckball von Dominik Abd Ala traf Benedikt Jung per Kopfball zum 1:0 für die Union. Danach ließ Niederrad das Spiel langsamer angehen und verursachte einen Freistoß, den Gästeakteur Altan Sak direkt aus 20 Metern zum Ausgleich versenkte. In der zweiten Halbzeit – so berichtete Lamjahed – habe sein Team nur auf ein Tor gespielt und „mächtig Chancen für zwei oder drei Spiele“ gehabt. Das 2:1 von Dominik Abd Ala nach einem langen Ball war die logische Konsequenz aus der Überlegenheit der Heimelf, doch dann unterlief Mohamed Azeggaghe ein klassisches Eigentot und die Partie endete remis. „Das waren zwei verschenkte Punkte. Ich bin völlig fassungslos, denn wir brauchen die im Kampf gegen den Abstieg definitiv. Wir waren dem Gegner in allen Belangen überlegen, Saz-Rock war schwach. Das ist ärgerlich und zum Glück sind wir am Sonntag spielfrei“, sagte Lamjahed. Der Gegner habe keine einzige Torchance gehabt, von daher ist das Resultat enttäuschend. Ein Sonderlob erhielt der Offenbacher Schiedsrichter Adil Challioui für seinr souveräne Spielleitung. FV-Coach Ibrahim Uyanik hatte unterdessen seine eigene Sichtweise der Dinge: „Es war ein unterhaltsames Spiel, der Punkt war verdient. Es war aber nicht so ein gutes Spiel. Der Punkt war wichtig für uns und auch für den Gegner, wobei wir etwas enttäuscht sind, da wir mehr Spielanteile hatten und fast nichts zugelassen haben.“ Seine Rot-Gelben hätten alle Zweikämpfe und zweiten Bälle gewonnen, aber zu oft quer gespielt statt auf das Tor zu schießen. Und am Ende hätte Saz-Rock auf das 3:2 gelauert, wobei auch Niederrad noch ein Tor hätte machen können.

Schiedsrichter: Adil Challioui (Offenbach). Zuschauer: 90.
Tore: 1:0 Benedict Jung (32.), 1:1 Altan Sak (39.), 2:1 Dominik Abd Ala (75.), 2:2 Mohamed Azeggaghe (83./Eigentor).

Kreisoberliga Frankfurt – Kalbach gelingt gegen acht Posavina-Spieler nicht der Ausgleich

Frankfurt – Teil eins des 8. Spieltages der Kreisoberliga Frankfurt ging am Mittwochabend bis auf eine Ausnahme mit torreichen Spielen über die Bühne. 27 Treffer wurden in vier Partien markiert. Die beiden in der Tabelle oben stehenden Teams verloren erstmals in dieser Saison. Spitzenreiter FC Kalbach unterlag beim FC Posavina mit 1:2, obwohl in den letzten Minuten nur noch acht gegnerische Akteure am dem Feld standen. Unter unwürdigen Rahmenbedingungen unterlag Aufsteiger FC Kosova der formstarken Viktoria Preußen mit 2:6. Hohe Siege fuhren auch der wiedererstarkte FC Tempo mit dem 8:2 beim FC Gudesding und der SV Griesheim Tarik mit 5:1 gegen den FC Croatia ein. Die Partie TSG Nieder-Erlenbach – TSKV Türkgücü wurde auf den 5. November (20 Uhr) verlegt, da Türkgücü von einem Coronafall betroffen ist und dessen Teams nun laut den Gesundheitsbestimmungen 14 Tage aus dem Spielbetrieb genommen werden muss. Heute Abend finden die restlichen vier Begegnungen statt. Die Spvgg. 02 Griesheim hat die Chance, mit einem Sieg beim abstiegsbedrohten SV 07 Heddernheim, alleiniger Tabellenführer zu werden.


Der FC Posavina besiegte den FC Kalbach mit am Ende acht Akteuren auf dem Feld. Foto: Danijel Pavic.

FC Kosova – SV Viktoria Preußen 2:6 (1:2)

Die marode Sportanlage an der Wilhelm-Epstein-Straße war mal wieder Schauplatz von nicht KOL-würdigen Rahmenbedingungen. Im Laufe der Begegnung auf dem Hartplatz fiel das Flutlicht einige Male aus, was nicht zum ersten Mal vorgekommen ist. Kosovas Spielausschuss-Boss Rudi Statovci beklagte sich: „Hier kann man abends in der dunklen Jahreszeit nicht spielen. Wir haben das Spiel erst gegen 22 Uhr beenden können, nachdem um 19 Uhr Anpfiff war. Das sind keine regulären Bedingungen.“

Am Montag sei der altgediente Funktionär beim Sport- und Badeamt vorstellig geworden und habe die Problematik geschildert. Die Flutlichtmasten seien schlichtweg defekt und nicht mehr zu gebrauchen. Sportlich gesehen musste der starke Aufsteiger die erste Saisonniederlage hinnehmen. „Der Gegner war nicht überragend. Wir haben viele unserer Torchancen nicht genutzt“, meinte Statovci und sah sich bestätigt: „Wir haben mit ganz oben nichts zu tun und wollen im oberen Mittelfeld landen.“

Die Gäste gerieten zunächst früh in Rückstand, legten dann aber laut Trainer Artur Rissling eine „Megaleistung“ an den Tag. „Das war ein Team, aber nicht nur das. Wir haben auch richtig gut Fußball gespielt auf dem Hartplatz.“ Nicht nur der vierfache Torschütze Daniel Wolf habe Anteil am Kantersieg gehabt, sondern „alle von der Nummer eins bis zur 15.“ Taktisch musste der Coach laut dem Sportlichen Leiter Thomas Mahlau reagieren, denn Kosovas pfeilschnellen Außenstürmer Flakron Thaci bekamen die Preußen zunächst kaum in den Griff. Mit der Einwechslung von Oskar Copik auf der ungewohnten linken Verteidigerposition wurde es dann besser. Streitpunkte brachte das 1:2 kurz vor der Pause nach sich: Nach einem Pfiff aus dem Publikum erzielten die Gäste ein Tor.

Der Schiedsrichter erkannte es nicht an und gab Schiedsrichterball. Während die Gastgeber noch mit Diskussionen abgelenkt waren, schaltete Giuliano Amante schnell, legte quer zu Ünal Özdemir, der locker einschieben konnte (43.). Im zweiten Abschnitt kamen dann die vielen Unterbrechungen und zwischenzeitlich drohte ein Spielabbruch. Die Kosovaren kamen zwar auf 2:3 heran, doch in der Schlussphase kamen die Gäste mit den dubiosen Umständen besser zurecht und trafen nach quasi jeder Unterbrechung noch ins Tor. „Ich bin megastolz auf die Mannschaft“, sagte Rissling und merkte zu den Begleitumständen an: „Unter der Woche darf auf diesem Platz kein Spiel mehr stattfinden.“

Schiedsrichter: Steffen Maaß (Hanau). Zuschauer: 180.
Tore: 1:0 Kushtrim Ahmeti (4.), 1:1 Daniel Wolf (10.), 1:2 Ünal Özdemir (43.), 1:3 Daniel Wolf (52.), 2:3 Flakron Thaci (61.), 2:4, 2:5 Daniel Wolf (81./86.), 2:6 Kadir Mengunogul (90.).

SV Griesheim Tarik – FC Croatia 5:1 (0:0)

Mit dem fünften Sieg in Folge setzt sich die neuformierte Truppe von Griesheim Tarik im oberen Tabellendrittel fest und nimmt Kontakt zur Spitze auf. Nach einer torlosen ersten Hälfte trumpften die Gastgeber mit dem erstmals in dieser Saison eingesetzten ehemaligen Spielertrainer Khalid El Houssaini als Leader auf und fuhren gegen die zunächst defensiv stabil stehenden Kroaten noch einen deutlichen Heimsieg ein. „In der ersten Halbzeit haben wir uns schwer getan. Croatia stand tief und hat auf Konter gelauert“, schilderte Tariks Trainer Hamza Azaoum. Nach dem Feldverweis gegen Gästeakteur Kenan Hadzic (Gelb-Rot/41.) hatten die Gastgeber mehr Räume und nutzten diese zur verdienten Führung. Die Gäste kamen aber in Unterzahl zum Ausgleich und blieben nach dem erneuten Rückstand bis in die Schlussphase hinein im Spiel. „Kompliment an meine Jungs, sie haben trotz zahlreichen Änderungen im Team ein gutes Spiel abgeliefert“, verkündete Azaoum stolz. „Tarik hatte in einem ausgeglichenen Spiel drei Treffer aus 16 Metern erzielt“, berichtete Croatias Sportlicher Leiter Stanislav Konta und kritisierte den Schiedsrichter: „Er hatte keinen guten Tag und hat uns Gelb-Rot für nix gegeben. Das war ein Abwehrfoul an uns und der Spieler hat sich geärgert, dass das nicht gepfiffen wurde, denn es war das vierte Foul an unseren Stürmer.“ Beim Blick auf die Tabelle wird Konta deutlich: „Am Sonntag gegen Griesheim 02 müssen wir was holen, sonst wird es eng.“

Schiedsrichter: Dominik Schreiber (Bad Homburg). Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Mohamed Jahouh (49.), 1:1 Dennis Grancic (54.), 2:1 Younes Kabbouch (69.), 3:1 Mimoun Azzakriti (81.), 4:1 Khalid El Houssaini (84./Foulelfmeter), 5:1 Abdelmounaim Amazrini (89.).
Gelb-Rote Karte: Kenan Hadzic (Croatia/41.).

FC Gudesding – FC Tempo 2:8 (0:4)

Gudesdings Vorsitzender Rainer Weiss war nach der höchsten Heimniederlage in der noch jungen Vereinsgeschichte der „Guden“ beeindruckt von der Spielweise der Serben: „Ein prächtig aufgelegtes, in allen Mannschaftsteilen stabiles Team, das am Ende der Saison ganz oben stehen kann.“ Besonders begeistert war er von Goran Dokic: „Ein absoluter Leader.“ Gudesding konnte den Ausfall von sechs Stammspielern nicht kompensieren und verlor völlig zurecht auch in dieser Höhe. Schnelle und präzise Kombinationen der Balkan-Formation sorgten für ein 4:0 zur Halbzeit. Bei den Gästen machte sich vor allem die Rückkehr von Spielmacher Vladimir Matic nach dem Ablauf seiner Rotsperre aus dem Kreispokal-Finale bemerkbar. Und obwohl Tempo mit der Roten Karte eine erneute Disziplinlosigkeit an den Tag legte, als Milos Mihajlovic sich zu Beginn der zweiten Hälfte eine Tätlichkeit erlaubte, kamen die spielfreudigen Serben noch zu vier weiteren Treffern. Bei den Gastgebern stemmten sich nur der zweifache Torschütze Abderrafik Imeghry, Routinier Alexander Wack und Sebastian Bolte gegen das Debakel. Insgesamt brachte Gudesding in dieser Besetzung zu wenig auf den Platz. „Wir haken das Spiel jetzt ab, denn es warten noch schwere Gegner“, sagte Weiss. Tempo setzt seine Aufholjagd nach dem Fehlstart mit dem vierten Sieg in Folge fort. Der Sportliche Leiter Zoran Marcetic hob „die geschlossene Mannschaftsleistung“ hervor: „Alle waren an Bord und es lief von der ersten Minute. Der Sieg ist in der Höhe verdient und jetzt müssen wir gucken, wo unsere Reise hinführt. Für die Tempo-Anhänger war das ein schönes Spiel mit guten Spielzügen.“

Schiedsrichter: Julian Kautz (Groß-Umstadt). Zuschauer: 70.
Tore: 0:1 Nikola Dokovic (13.), 0:2 Branislav Glamocanin (33.), 0:3 Borislav Pilipovic (37.), 0:4 Goran Dokic (42.), 0:5 Goran Grijak (47.), 1:5 Abderrafik Imeghry (50.), 1:6 Vladimir Matic (55.), 1:7 Nikola Dokovic (59.), 2:7 Abderrafik Imeghry (86.), 2:8 Vladimir Matic (90.).
Rote Karte: Milos Mihajlovic (Tempo/49.).

FC Posavina – FC Kalbach 2:1 (1:1)

Posavinas Pressewart Danijel Pavic war nach dem überraschenden Sieg gegen ein Topteam der Klasse begeistert: „Was für ein Spiel, Wahnsinn! Wir haben am Ende mit acht Mann gegen einen starken Tabellenführer gewonnen.“ Das war in der Anfangsphase noch nicht abzusehen, denn die Nordfrankfurter führten durch Torjäger Achraf Gara Ali mit 1:0. „Wir haben es verpasst, den Fokus auf das zweite Tor zu legen. Posavina beschränkte sich nur auf lange Bälle“, berichtete Kalbachs Trainer Karol Drynda.

Die robusten Platzherren legten Kampfgeist in die Waagschale und glichen mit Marin Antunovic noch vor der Pause aus. „Nach der Halbzeit haben wir uns das Leben schwer gemacht und wollten mit dem Kopf durch die Wand“, kritisierte Drynda. Mit einem sehenswerten Freistoßtor gelang Kristian Pejic dann das 2:1 für die Kroaten, die fortan das Ergebnis bissig verteidigten. Auch nach den drei Platzverweisen in der Schlussphase blieb das Team von Trainer Pero Bosnjak standhaft und brachte den Sieg mit viel Glück und Geschick über die Zeit.

„Die beiden Gelb-Roten Karten waren gerecht, die Rote Karte lächerlich. Wir haben heute bewiesen, was wir im Stande sind zu leisten“, jubelte Pavic. „Wir haben in Unterzahl alles nach hinten geworfenund zurecht gewonnen, weil wir Teamgeist gezeigt haben und bis zum Schluss die drei Punkte wollten.“ Drynda bewertete: „Eine unnötige Niederlage, die wir uns selbst zuzuschreiben haben. Der Gegner wurde aufgrund seiner harten Gangart zurecht mit Roten Karten bedacht. Die Überzahl haben wir aber nicht clever ausgespielt. Wir agierten in der gegnerischen Box nur mit Flanken auf deren größten Spieler, der dann ein einfaches Spiel hatte.“

Zur Gesamtlage nach der ersten Niederlage meinte Drynda: „Es sind noch 29 Spiele. Die Tabelle wird sich noch mindestens 29 mal ändern und dass wir nicht alle Spiele für uns entscheiden werden und irgendwann mal die erste Niederlage kommen muss, war uns bewusst. Am Sonntag geht es weiter und da kann die Mannschaft eine Reaktion auf diese Niederlage zeigen.“

Schiedsrichter: Heiko Spillner (Gelnhausen). Zuschauer: 58.
Tore: 0:1 Achraf Gara Ali (17.), 1:1 Marin Antunovic (34.), 2:1 Kristian Pejic (70.).
Gelb-Rote Karten: Stjepan Piljic (Posavina/77.), Ivan Vukovic (Posavina/84.).
Rote Karte: Sasa Cancarevic (Posavina/87.).

Kreisoberliga Frankfurt – Kalbach mit Kantersieg an der Spitze angekommen

Frankfurt – Am 7. Spieltag der Kreisoberliga Frankfurt hat der FC Kalbach mit seinem sechsten Sieg im sechsten Spiel die Tabellenspitze erreicht. Durch den 7:0-Kantersieg bei Aufsteiger SC Weiss-Blau verdrängten die Kalbacher das Überraschungsteam des FC Kosova, das gegen den FC Posavina nicht über ein 2:2 hinauskam. Am Tabellenende bleibt die TSG Nieder-Erlenbach ohne Punkte stehen. Die Partie TSKV Türkgücü – SV Griesheim Tarik wurde wegen des Auftretens eines Corona-Falls bei einem Spieler verlegt. „Wir gehen kein Risiko ein und lassen alle Seniorenspiele ausfallen. Der Spieler befindet sich in Quarantäne“, teilte Türkgücü-Pressesprecher Adnan Erden mit. Am Mittwoch und Donnerstag geht es mit der nächsten englischen Woche schon weiter.


Gemeinsames Mannschaftsfoto zwischen Kosova und Posavina. Foto: Danijel Pavic.

TSG Nieder-Erlenbach – FC Tempo 0:5 (0:2)

Einige sehenswerte Tempo-Spielzüge waren Höhepunkte einer über weite Strecken einseitigen Partie. „Wir hatten viel zu weite Abstände und kamen gar nicht richtig in die Zweikämpfe. Tempo wurde nicht umsonst vor der Saison am meisten als Favorit genannt. Ich hatte mir aber vor der Partie schon mehr versprochen“, erklärte Nieder-Erlenbachs Trainer Andreas Ludwig, dessen Team am letzten Dienstag bei einem Testspiel gegen Verbandsligist JSK Rodgau (2:4) einen guten Eindruck hinterlassen hatte. Die Serben rückten mit dem dritten Sieg in Folge auf Rang neun vor, der Erfolg wurde mühelos erzielt. „Der Gegner machte nicht viel und so hatte es Tempo einfach. Es geht jetzt weiter in die englischen Wochen und dann schauen wir, was dabei rauskommt“, meinte Tempos Sportlicher Leiter Zoran Marcetic. Nieder-Erlenbach hat am Mittwoch den TSKV Türkgücü zu Gast (20 Uhr). Eine halbe Stunde später gastiert Tempo im Ostpark beim FC Gudesding (20.30 Uhr).

Schiedsrichter: Atul Kumar (Königstein). Zuschauer: 75.
Tore: 0:1 Milos Mihajlovic (13.), 0:2, 0:3 Nikola Dokovic (23./58.), 0:4 Ion Samoila (77.), 0:5 Goran Grijak (85.).

FC Kosova – FC Posavina 2:2 (1:2)

Von Beginn an nahm die Partie am Fernsehturm an Schwung auf. In den ersten acht Minuten waren schon drei Tore gefallen. „Wir haben losgelegt wie die Feuerwehr und sind mit dem ersten Angriff in Führung gegangen“, berichtete Kosovas Spielausschuss-Chef Rudi Statovci. Nach dem 1:0 von Flakron Thaci deuteten aber die Gäste an, wozu sie mit ihrem Kader in der Lage sind. Nachdem Kristian Pejic egalisiert hatte, brachte Marko Bosnjak die Kroaten im „Balkan-Derby“ in Führung. „Danach stand Posavina kompakt und wollte nur noch verteidigen“, sagte Statovci und ergänzte: „Wir haben nach dem 2:2 von Thaci in der zweiten Halbzeit nur auf ein Tor gespielt.“ Besonders in Überzahl drückten die Kosovaren nach dem Ausgleich auf das Siegtor, doch der starke Aufsteiger musste sich diesmal mit einem Unentschieden begnügen. Statovci hob die Geselligkeit nach dem Abpfiff hervor: „Obwohl es ein hartes Spiel war und gut gekämpft wurde, haben beide Teams nach dem Spiel zusammengesessen und getrunken. So stelle ich mir den Sportsgeist vor.“ Posavinas Pressesprecher Danijel Pavic bewertete den Beginn als „verrückte Anfangsphase. Nach dem Rückstand kam die Mannschaft eindrucksvoll zurück. Wir nehmen den verdienten Punkt gegen einen starken Aufsteiger mit.“ Am Mittwoch genießt Kosova erneut Heimrecht, wenn es um 19 Uhr gegen Viktoria Preußen geht. Anderthalb Stunden danach (20.30 Uhr) empfängt Posavina den neuen Spitzenreiter FC Kalbach. „Wir freuen uns auf ein tolles Spiel“, so Pavics Vorfreude.

Schiedsrichter: Bagdad Moukthari (Kelsterbach). Zuschauer: 210.
Tore: 1:0 Flakron Thaci (1.), 1:1 Kristian Pejic (5.), 1:2 Marko Bosnjak (8.), 2:2 Flakron Thaci (57.).
Gelb-Rote Karte: Mario Pejic (Posavina/54.).


Stürmer Christos Papadopoulos brachte Heddernheim mit 1:0 in Führung, Punkte brachte der Treffer aber keine.

SV 07 Heddernheim – SV Viktoria Preußen 1:3 (1:0)

Heddernheim ging frühzeitig in Führung, als Deniz Yatci über die linke Seite kam und den Ball flach an den langen Pfosten brachte, wo Stürmer Christos Papadopoulos an den Ball kam und konsequent einschob (9.). „Wir haben in den ersten 20 Minuten gut angefangen, da waren wir klar die bessere Mannschaft und haben verdient geführt. Danach haben wir aufgehört Fußball zu spielen und haben uns unverständlicherweise hinten reindrücken lassen“, war SVH-Coach Andreas Berggold in seiner Analyse schonungslos. Denn die Gäste hatten mehr Spielanteile, ohne sich in der ersten Halbzeit glasklare Möglichkeiten zu erspielen. Die Gastgeber agierten zurückhaltend, überließen den Preußen das komplette Mittelfeld und brachten den 1:0-Vorsprung mit in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel vergeigte Papadopoulos die Chance zum 2:0 kläglich, eine Ablage von Pascal Hubbuch drosch der Grieche einen Meter über den Kasten. Auf der Gegenseite tauchte Daniel Wolf im Strafraum auf, hebelte SVH-Kapitän Philipp Siegel aus und knallte den Ball fulminant gegen den Pfosten. Nach einer Stunde fiel dann der Ausgleich, verursacht durch einen Ballverlust im Mittelfeld durch eine Hackenspielerei. „Das ist ärgerlich, denn so kassieren wir die Tore hinten zu leicht“, sagte Berggold. Die Konsequenz daraus war ein Freistoß von Giuliano Amante, der nicht richtig geklärt werden konnte. Wolf kam aus dem Rückraum und brachte den Ball zum 1:1 unter (60.).

Nun entwickelte sich ein umkämpftes Spiel, in dem der eingewechselte Neuzugang Jakob Pluta das 2:1 auf dem Fuß hatte. Von Marcel Schmid steil geschickt, konnte er den Ball nicht richtig kontrollieren und dann war Preußen-Torhüter Michael Schmidt vor ihm am Ball. Zwei Minuten später bekamen die Heddernheimer den Ball im Strafraum nicht geklärt und Ünal Özdemir zog trocken ab und traf zum 1:2 (81.). Die Grün-Weißen hatten nicht mehr zuzusetzen und kassierten in der letzten Minute noch einen Konter, den der eingewechselte Parwes Haider erfolgreich vollendete (90.). Danach pfiff der Schiedsrichter die Partie ohne Nachspielzeit lustlos ab.

Gästecoach Artur Rissling erkannte an: „Bis zum 1:0 war Heddernheim klar besser, dann haben sie sich komplett zurückgezogen und es nicht geschafft, das 2:0 zu machen. In der zweiten Halbzeit waren wir giftiger und griffiger, vor allem zweikampfstärker. Ein Ruck ging durch die Mannschaft, Heddernheim hatte nur durch unsere Fehler Torchancen. Wir haben unsere Chancen und Tore schön rausgespielt. Wille, Einsatz und Leidenschaft waren komplett vorhanden.“ Risslings Zielsetzung ist eindeutig: „Wir wollen unter den ersten fünf, sechs Mannschaften landen.“ Am Mittwoch steht für die Preußen der schwere Gang auf den Hartplatz beim FC Kosova an (19 Uhr). Einen Tag später erwartet Heddernheim den Tabellendritten Spvgg. 02 Griesheim (20 Uhr).

Schiedsrichter: Robert Kaspereit (Bad Homburg). Zuschauer: 109.
Tore: 1:0 Christos Papadopoulos (9.), 1:1 Daniel Wolf (60.), 1:2 Ünal Özdemir (81.), 1:3 Parwes Haider (90.).

FV Hausen – TuS Makkabi 2:1 (1:0)

Vor allem in der ersten Halbzeit sei Makkabi klar besser gewesen, von daher bewertete Hausens Trainer Martin Reyschmidt den Spielausgang als „unverdienten Sieg. Wir waren überhaupt nicht auf dem Platz und hatten Glück, nicht zur Pause schon mit 0:2 hinten gelegen zu haben.“ Sprachlosigkeit wollte sich bei den Lila-Weißen schon breit machen, aber dem FVH-Coach gelang es in der Halbzeit die leblose Mannschaft aufzurichten und umzustellen. Letztlich brachten sich die Gäste aber durch Undiszipliniertheiten selbst um den Erfolg, denn Torhüter Gabriel Saravini leistete sich eine Tätlichkeit im eigenen Strafraum. Regelkonform gab es die Rote Karte und Elfmeter für die Hausherren, den Sina Shakouri zum Ausgleich nutzte. Wegen Meckerns musste später auch noch Daniel Endzweig mit Gelb-Rot runter, da war Hausen schon der Siegtreffer durch Shion Tsuji der Siegtreffer gelungen. In der Nachspielzeit verlor auch Makkabis Alexander Kalkutin die Beherrschung und sah „Rot“ wegen Tätlichkeit. „Wir mussten trotzdem bis zum Schluss zittern und befürchten, kurz vor Schluss den Ausgleich zu bekommen. Wenn Makkabi sich keine Roten Karten abholt, hätten wir nicht gewonnen, sondern verdient verloren“, nahm Reyschmidt kein Blatt vor den Mund. Gästecoach Hakan Tekin bestätigte, dass sein Team die bessere Mannschaft gewesen sei, musste aber klar feststellen: „Lag es doch in den letzten Wochen am fehlenden Personal, müssen wir diese unnötige Niederlage uns selber zuschreiben. Wir müssen uns einfach besser kontrollieren. Es war keine harte Tätlichkeit, aber man kann sie so werten und bestrafen.“ In Unterzahl habe sein Team mitgespielt, sogar mit neun Mann es geschafft den Gegner unter Druck zu setzen. Tekins Fazit: „Der Grund für diese Niederlage ist nicht bei anderen zu suchen, sondern der liegt einzig und alleine bei uns. Die letzten Wochen war ich sehr stolz auf meine Truppe, trotz der Niederlagen. Diesmal kann ich das nicht sein. Ich hoffe, jeder einzelne lernt daraus, denn in meinen Mannschaften gibt es keinen Platz für sowas.“ Für beide Teams geht es am Donnerstag weiter: Makkabi empfängt den FC Maroc (19.30 Uhr), Hausen hat den SC Weiss-Blau zu Gast (20 Uhr).

Schiedsrichter: Frank Schmalwasser (Taunusstein). Zuschauer: 80.
Tore: 0:1 Benedict Rose (40.), 1:1 Sina Shakouri (62.), 2:1 Shion Tsuji (76.).
Gelb-Rote Karte: Daniel Endzweig (Makkabi/84.).
Rote Karten: Gabriel Savarini (Makkabi/61.), Alexander Kalkutin (Makkabi/90.+3).

FC Gudesding – FC Union Niederrad 3:1 (0:0)

Union stand kompakt in der Defensive und vor allem der technisch starke Dominik Abd Ala suchte mit langen Bällen Lücken in der Defensive des FCG. Somit war es über weite Strecken der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel. Nach dem Seitenwechsel ging Gudesding konsequenter zu Werke und drängte auf das 1:0, das durch einen von Patrick Lauer mit einem unwiderstehlichen Sturmlauf herausgeholten Elfmeter fiel. Abderrafik Imeghry verwandelte sicher. Nach einem Eckball und anschließendem Gewühl glich Niederrad aus dem Gewühl mit Mohamed Azeggaghe aus. Dann gab es nach einem erneuten rasanten Lauf von Lauer wieder ein Foul im Strafraum. Wieder gab es Elfmeter, wieder versenkte Imeghry. Union versuchte dann alles nach vorne zu werfen und lief noch in einen Konter, den Janis Rück auf Zuspiel von Santino Levi erfolgreich abschloss. „Das war ein verdienter Sieg, Union war allerdings viel stärker, als es der Tabellenstand ausdrückt. Lauer hat mit seiner Energie den Unterschied gemacht. Es war ein faires Spiel mit einem herausragend guten Schiedsrichter“, lobte Gudesdings Erster Vorsitzender Rainer Weiss. Bei den Niederrädern war es die vierte Niederlage in Folge nach fünf Punkten zu Saisonbeginn. Das Fazit des Vorsitzenden Khalid Lamjahed fiel so aus: „Einen Punkt hätten wir verdient gehabt. Wir haben uns ordentlich verkauft, aber das Glück war nicht auf unserer Seite. Wenn wir weiter arbeiten kommen die Punkte, wir wissen aber auch dass die Zeit nicht stehen bleibt. Gudesding steht taktisch gut und setzt Nadelstiche nach vorne. Eine disziplinierte Mannschaft, die meiner Meinung nach nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Die Kulisse im Ostpark war ruhig und fair.“ Gudesding erwartet am Mittwoch (20.30 Uhr) den FC Tempo. Für Union Niederrad geht es am Donnerstag gegen Saz-Rock weiter (20 Uhr).

Schiedsrichter: Alexander Kuhl (Linsengericht). Zuschauer: 80.
Tore: 1:0 Abderrafik Imeghry (52./Foulelfmeter), 1:1 Mohamed Azeggaghe (56.), 2:1 Abderrafik Imeghry (74./Foulelfmeter), 3:1 Janis Rück (89.).

SC Weiss-Blau – FC Kalbach 0:7 (0:3)

Für Weiss-Blau-Trainer Jamal Er-Rjah stand fest: „Der Gegner war einfach zu stark und hat unsere Fehler genutzt. Wir blicken jetzt nach vorne, denn wir haben alle großen Mannschaften hinter uns und wollen gegen unsere Tabellennachbarn punkten.“ Sein Kalbacher Kollege Karol Drynda bewertete das einseitige Geschehen als „verdienten Sieg auch in der Höhe gegen einen sehr fairen aber passiv agierenden Gegner, der bis auf einen Schuss in den Anfangsminuten keine Offensivaktionen hatte.“ So kam dann der deutliche Sieg des neuen Tabellenführers zustande, der höher hätte ausfallen können, „wenn wir am Ende konsequenter und nicht so eigensinnig vor dem Tor agiert und lieber den besser positionierten Mannschaftskollegen quer gelegt hätten.“ Für Weiss-Blau wird es beim Tabellenvierten am Donnerstag (20 Uhr) nicht einfacher, Kalbach ist schon am Mittwoch beim FC Posavina gefordert (20.30 Uhr).

Schiedsrichter: Dominik Rübel (Dieburg). Zuschauer: 40.
Tore: 0:1 Achraf Gara Ali (10.), 0:2 Alexander Azimpour (20.), 0:3 Soufiane Moussaoui (44.), 0:4 Christian Kleine Holthaus (50.), 0:5 Achraf Gara Ali (63./Foulelfmeter), 0:6 Ouassim Bouzarzar (86.), 0:7 Alexander Azimpour (87.).

Spvgg. 02 Griesheim – FV Saz-Rock 6:2 (5:2)

Ein Blick auf die Tabelle verrät, dass die Griesheimer mit 33 Toren das offensivstärkste Team stellen. Kein Wunder also, dass die „Schleifer“ vor allem gegen Ende der ersten Hälfte ein Offensiv-Feuerwerk zündeten, nachdem sie zuvor schon zweimal einem Rückstand hinterher gelaufen waren. Der vom Hessenligisten FV Bad Vilbel verpflichtete rumänische Stürmer Alexandr Railean erzielte binnen weniger Minuten einen Hattrick und so stand es plötzlich 5:2 für die Gastgeber. Im zweiten Abschnitt schossen die Gäste durch Samed Eski einen Foulelfmeter über das Tor (65.). Außerdem war die Partie für 20 Minuten unterbrochen, da Saz-Rock-Akteur Muhamed Idrisoglu sich so schwer an der Schulter verletzte, dass er ins Krankenhaus gebracht wurde. In der Schlussminute markierte der von der SG 28 gekommene Goalgetter Jefrey Aboagye, der bislang meist in der „Zweiten“ zum Zug kam, den Endstand. „Am Anfang hatten wir es schwer ins Spiel zu finden. Saz-Rock hat gut verteidigt und uns mit langen Bällen kalt erwischt. Dann haben wir es verstanden den Ball auf dem Boden zu lassen und Fußball zu spielen“, resümierte Griesheims Trainer Michele Raimondi. Für Gästecoach Ibrahim Uyanik sind vier Punkte aus sechs Spielen natürlich nicht befriedigend, sagt aber auch: „Die Saison ist noch lang und es sind noch viele Punkte zu vergeben.“ Das Spiel bewertete der Ex-Profi als „unterhaltsam. Wir standen am Anfang gut und haben fast nichts zugelassen. Dann haben wir aber wieder unsere Fehlerquote erhöht, die der erfahrene Gegner genutzt hat. Wir sind offensiv gut besetzt, aber defensiv ganz schwach. Wir können deswegen nicht mit Sechserkette spielen.“ Am Donnerstag geht es für beide Teams auf Reisen, Griesheim 02 gastiert in Heddernheim (20 Uhr), zeitgleich tritt Saz-Rock bei Union Niederrad an.

Schiedsrichter: Mhamed El Ouarti (Hattersheim). Zuschauer: 167.
Tore: 0:1 Onur Götürmen (9.), 1:1 Deniz Pekgüzelyigit (17.), 1:2 David Rosato (30.), 2:2 Deniz Pekgüzelyigit (32.), 3:2, 4:2, 5:2 Alexandr Railean (38./42./45.), 6:2 Jefrey Aboagye (90.).

Concordia Eschersheim – FC Croatia 2:2 (0:2)

Concordia-Trainer Andre Winter bedauerte den Pausenrückstand: „Das Spiel war die ganze Zeit eigentlich nur in der Hälfte von Croatia. Die haben sich hinten reingestellt und aus zwei Kontern sind die Gegentore entstanden.“ Den ersten Konter vollendete Jasmin Redzic, beim 0:2 wusste sich ein Eschersheimer Abwehrspieler nur mit einem Foul zu helfen. Aus dem schnell ausgeführten Freistoß resultierte das Kopfballtor von Kenan Hadzic. „In der ersten Halbzeit hatten wir zu wenig Durchsetzungsvermögen“, erklärte Winter. Der junge Coach sah nach dem Seitenwechsel eine deutliche Leistungssteigerung, dank der sein Team „noch verdient zum Ausgleich kam, weil wir nur angerannt sind.“ Nach dem 2:2 hatte Metin Cosgun frei aus 16 Metern noch den Siegtreffer vor Augen, zuvor war er mit dem Anschlusstreffer zur Stelle, ehe Djellakh mit einem abgefälschten Schuss egalisierte. Winters Fazit: „Wir machten in der ersten Halbzeit zu viele einfache Fehler. Wenn wir mit der Einstellung der 2. Halbzeit von Beginn an spielen, gewinnen wir das Spiel.“ Croatias Sportlicher Leiter Stanislav Konta bestätigte, dass sein Team tief gestanden und mit Erfolg auf Konter gelauert habe. „Hier war mehr drin, wir haben zwei Punkte liegen lassen“, betonte Konta. Die Concorden haben unter der Woche spielfrei, Croatia muss am Mittwoch (20 Uhr) bei Griesheim Tarik antreten.

Schiedsrichter: Roshan Safi (Marburg). Zuschauer: 120.
Tore: 0:1 Jasmin Redzic (11.), 0:2 Kenan Hadzic (38.), 1:2 Metin Can Cosgun (68.), 2:2 Ussama Djellakh (74.).

Kreisoberliga Frankfurt – Spvgg. Griesheim in Topform

Frankfurt – Am 12. Spieltag der Kreisoberliga Frankfurt konnten nur sieben Partien über die Bühne gebracht werden. Die Begegnungen FC Maroc – SC Weiss-Blau und FC Kalbach – FC Kosova wurden aufgrund der anhaltenden „Corona-Problematik“ in den November verschoben. Unterdessen ist nicht gesichert, ob der Spielbetrieb am nächsten Wochenende überhaupt fortgesetzt wird. Der Hessische Fußball-Verband (HFV) möchte eine einheitliche Regelung erwirken und bittet die Landesregierung um klare Vorgaben für alle Kreise und Kommunen. Derzeit gelten von Kreis zu Kreis unterschiedliche Vorgaben. So sind im benachbarten Main-Taunus-Kreis keine Zuschauer zugelassen, in Frankfurt seit einigen Tagen nur noch 100 und in den Kreisen Offenbach und Hochtaunus ruht bereits der Spielbetrieb auf Kreisebene.


Mitten im Wohngebiet der Heinrich-Seliger-Straße liegt der Kunstrasenplatz von Union Niederrad. Hier endete das Spiel zwischen den Gastgebern und dem SV 07 Heddernheim torlos.

SV Viktoria Preußen – Spvgg. 02 Griesheim 0:4 (0:1)

Die Zuschauerkulisse des Spitzenspiels wäre unter normalen Bedingungen durchaus höher gewesen, jedoch durften sich der neuen Verordnung zufolge nur 100 Besucher auf der Anlage aufhalten. Wer zu spät kam, konnte die Begegnung immerhin als Zaungast verfolgen. Dem Tabellenfünften hätten in den beiden Heimspielen vom Donnerstag und Sonntag vier Punkte gereicht, um die Tabellenspitze zu übernehmen, letztlich verloren die Preußen beide Partien und nun grüßen wieder die „Schleifer“ im Klassement von ganz oben. Die Gäste von der Eichenstraße stellten sich in Topform vor und untermauerten ihre Ambitionen auf die Meisterschaft. Heimcoach Artur Rissling stufte Griesheim als „gute Mannschaft“ ein, bedauerte aber bedingt durch die ganzen englischen Wochen einige Ausfälle und wollte eine Botschaft loswerden: „Es ist schön, dass wir Fußball spielen. Nur sind wir Amateure und im September und Oktober hatten wir zehn, zwölf oder 14 Spiele. Ich habe mittlerweile drei Leute mit Zerrungen und Muskelfaserrissen. Nichts gegen den Verband, der die Saison durchziehen will. Aber: Ich weiß nicht, ob es das beste ist und das geht vielen Vereinen so.“

Die Gäste traten mit dem kompletten Kader an und zeigten eine sehr gute Gesamtleistung. Vor allem das schnelle Spiel nach vorne beeindruckte die Gastgeber, die zunächst trotz der Ausfälle dagegen hielten. Die Spielvereinigung führte nach 28 Minuten durch einen Treffer des agilen Fiorenzo Santoro und war in der Folge die spielbestimmende Mannschaft. Nach der Halbzeit hatten die Hausherren zwei gute Chancen in Gestalt von Oscar Copik, wo die Preußen das 1:1 hätten machen können, vielleicht auch müssen. „Da war das Spiel komplett offen“, so Rissling. Durch einen Ballverlust wurde den Griesheimern dann ein Konter ermöglicht, den Bilal Zerouali mit einem Traumtor zum 0:2 abschloss.

Danach war das Spiel entschieden, die Preußen gaben sich zwar alle Mühe, hatten aber nichts gleichwertiges mehr entgegenzusetzen. In der Schlussphase verwandelte Mirko Budimir noch einen Foulelfmeter und Santoro schloss eine weitere Kontersituation erfolgreich ab. „4:0 ist zu hoch, auch wenn der Sieg für Griesheim wirklich zu hoch ist. Wenn wir das 1:1 machen, kann das Spiel anders ausgehen. Es war aber trotzdem eine gute Mannschaftsleistung, denn wir haben gekämpft und gefighted“, sah es Rissling nicht schlecht. „Auch mit der kompletten Mannschaft hätten wir es schwer gehabt“, fuhr er fort und prangerte den vollen Terminkalender an: „Jeden zweiten, dritten Tag kicken. Hauptsache, um die Runde durchzubringen. Ich bin etwas in Sorge deswegen. Dann hast Du nur noch Verletzte. Ich weiß nicht, ob die Vereine dazu befragt werden oder das einfach so festgelegt wird. Zwei Mannschaften mehr, vier Spiele mehr. Ich müsste den Jungs jetzt eigentlich eine Woche frei geben, weil wir nur am kicken sind. So werden wir wahrscheinlich unser Pokalspiel der 2. Runde gegen Rot-Weiss Frankfurt absagen müssen. Mit dem ganzen Programm interessiert mich das nicht mehr, denn es geht um die Gesundheit der Spieler.“

Sein Kollege Michele Raimondi sagte: „Das war eine gute Leistung der gesamten Mannschaft. Wir hatten 70 bis 80 Prozent Ballbesitz. Die Preußen wollten in der 2. Halbzeit mehr Druck machen und haben uns früh attackiert und weniger Räume gelassen. Zum Ende haben wir unser Spiel durchgezogen.“ Der Coach wollte die Rote Karte gegen ihn noch kommentieren: „Der Schiedsrichter hat viele Abseitsentscheidungen falsch getroffen und das habe ich kritisiert. Als ich ihm sagte, Abseits sei nicht seine Stärke, zückte er die Rote Karte.“

Schiedsrichter: Mohamed El Hassani (Gelnhausen). Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Fiorenzo Santoro (28.), 0:2 Bilal Zerouali (76.), 0:3 Mirko Budimir (86./Foulelfmeter), 0:4 Fiorenzo Santoro (90./+2).
Gelb-Rote Karte: Siyam Noori (Preußen/90.+4).
Rote Karte: Michele Raimondi (Trainer Griesheim/80.).

FC Croatia – TSG Nieder-Erlenbach 3:1 (1:0)

Croatia spielte gegen den Tabellenletzten gelöst und unbekümmert auf. Man erkannte die balltechnischen Fortschritte der jungen Spieler unter der Trainingsleitung von Milan Pavlicic und Josip Zeravica. Angetrieben von Kapitän Dino Bozinovic-Mador und Routinier Daniel Soldo, dem kurz vor Ablauf der ersten halben Stunde per Kopfball die Führung gelang, konnten sich die Youngster frei entfalten und den zweiten Heimsieg binnen weniger Tage einfahren. Der Sportliche Leiter Stanislav Konta war sich mit dem Trainerteam einig: „Heute hat alles geklappt und der Sieg ist verdient. Ohne den Torwart von Nieder-Erlenbach wäre unser Sieg höher ausgefallen, wir trafen im Spiel noch dreimal den Pfosten.“ Die Gäste hatten nach dem 0:12-Debakel gegen Hausen einiges verändert und spielten in der ersten Halbzeit ganz ordentlich mit. Die Riesenchance zum 1:1 konnte Henry Naftaliev nicht nutzen und schoss aus fünf Metern freistehend über das Tor. Nach dem Seitenwechsel verlor das Schlusslicht den Faden und Croatia erhöhte durch Ante Strljic auf 2:0. Nieder-Erlenbach kam mit einem schönen Tor von Naftaliev aus 25 Metern zum 2:1 nochmal zurück, aber Valentin Babic ließ dann dem gut aufgelegten Rico Maderthoner im Nieder-Erlenbacher Kasten keine Chance und besorgte den 3:1-Endstand. „Vorne fehlt die Durchschlagskraft, wir müssen aber weiter machen. Für den Winter haben wir schon ein paar Neuzugänge. Wir müssen aber trotzdem gucken, dass wir irgendwie mal punkten“, befand TSG-Trainer Andreas Ludwig.

Schiedsrichter: Steffen Ruh (Gelnhausen). Zuschauer: 85.
Tore: 1:0 Daniel Soldo (29.), 2:0 Ante Strljic (50.), 2:1 Henry Naftaliev (75.), 3:1 Valentin Babic (80.).

FV Saz-Rock – FC Tempo 2:2 (1:1)

Obwohl Saz-Rock nur zwei Ersatzspieler aufbieten konnte, trotzte das Team des neuen Trainers Süleyman Keskin dem Aufstiegsanwärter ein Remis ab. „Eigentlich müssen wir uns über den Punkt freuen, aber wir hätten sogar gewinnen können“, berichtete der ehemalige Regionalliga-Spieler, unter dessen Regie der FV ungeschlagen bleibt. Die Kulisse an der Mühlwiese, die das neue Limit schnell erreicht hatte, sah ein engagiertes und laufstarkes Saz-Rock-Team, das mit einem Distanzschuss aus 20 Metern in Führung ging. Tempo erwischte einen schlechten Tag und egalisierte mit Milos Matic zum Pausenstand. Der aus der 2. Mannschaft beförderte Routinier Mustafa Sayan bereitete dann das 2:1 der Gastgeber von Torjäger David Rosato vor. „Er brachte die richtige Einstellung mit und ragte mit Sebastian Rosato aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung heraus“, lobte Keskin. Zum Dreier langte es aber nicht, weil einige Konter nicht abgeschlossen wurden und Torhüter Ali Dogdu patzte. Einen harmlosen Schuss von Milos Matic ließ der Keeper durch die Hände gleiten und es stand 2:2. „Fehler können auch in der Bundesliga oder in der Champions League passieren“, nahm Keskin den Tormann in Schutz. Tempos Sportlicher Leiter Zoran Marcetic bewertete die Partie als schwierig: „Saz-Rock hat einen Sonntagstreffer erzielt und dem sind wir die ganze Zeit hinterhergerannt. Wir hatten dann viele Torchancen und alles im Griff und dann stand es mit einem Konter 2:1 aus dem Nichts. Am Ende haben wir irgendwie noch das 2:2 gemacht. Man kann nicht immer gewinnen und so muss man auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein. Wenn Du gegen solche Mannschaften nicht alles gibst, lässt Du Punkte liegen. Saz-Rock hat es für seine Möglichkeiten gut gemacht.“

Schiedsrichter: Paul Wenzek (Darmstadt). Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Ugur Kara (16.), 1:1 Milos Matic (28.), 2:1 David Rosato (66.), 2:2 Milos Matic (75.).

FC Gudesding – TSKV Türkgücü 4:1 (2:1)

Gudesding hat sich als erster Verein der Kreisoberliga dazu entschieden, in den kommenden Heimspielen keine Zuschauer einzulassen. Youssef Bouniete aus der Sportlichen Leitung erklärt: „Durch die extrem gestiegenen Infektionszahlen in unserer Stadt sehen wir uns dazu gezwungen, das Risiko auf unserem Sportplatz auf ein Minimum zu reduzieren. Darüber hinaus ist bei drei Senioren-Teams und einem Seniorinnen-Team der Aufwand für die Erfassung des Publikums mit unseren ehrenamtlichen Strukturen nur in einem unverhältnismäßigen hohen Aufwand zu betreiben. Zudem ist auch während des Spiels regelmäßig auf die aktuell geltenden Hygienemaßnahmen hinzuweisen. Das können unsere Mitglieder auf Dauer nicht leisten und wir wollen diese Verantwortung in den nächsten Wochen nicht tragen.“

Etwa 50 Zaungäste, überwiegend dem Spektrum der Gäste zuzurechnen, hatten sich trotzdem in den Ostpark bewegt, um die Begegnung von außerhalb der Sportstätte zu verfolgen. Bei den Gastgebern stand nach vier Niederlagen in Folge mit 25 Gegentreffern die Abwehr diesmal stabil, obwohl Türkgücü in der ersten Viertelstunde viel Druck aufbaute und man ballsicher und schnörkellos über außen angriff. Ein Patzer führte dann zum 0:1 von Goalgetter Emin Yalin. Gudeding fing sich danach und leitete die ersten gefährlichen Spielzüge ein. Etwas überraschend fiel dann der Ausgleich durch Janis Rück aus 30 Metern, begünstigt durch die gnädige Mithilfe des schwachen TSKV-Schlussmannes Ramazan Gülen.

Kurz vor der Halbzeit starteten die „Guden“ noch einen schnellen Angriff über rechts: Auf Flanke von Quindeau köpfte Imeghry zum 2:1 ein. Die Gäste begannen wie in Durchgang eins mit starken Szenen, die Attacken wurden aber mit zunehmender Spielzeit immer einfallsloser und harmloser. Zwei überfallartig vorgetragene Angriffe führten zum Doppelschlag von Mutaz Husain und es stand 4:1 – einem nie erwarteten Ergebnis im Ostpark. Gudesdings Vorsitzender Rainer Weiss war begeistert: „Endlich standen wir mal wieder als Team auf dem Platz, jeder hat gefighted und seinem Gegenspieler keine Ruhe gelassen. Dass Türkgücü am Ende nur noch ausgiebig lamentiert und sich damit selbst geschwächt hat, hat uns in die Karten gespielt. Der Sieg war eine Überraschung, aber verdient.“

Kapitän Romal Naziri sah bei den Gästen kurz vor Schluss die Gelb-Rote Karte. Türkgücü musste damit schon die vierte Saisonniederlage hinnehmen, mit elf Punkten dürfte der Zug nach oben trotz zwei Nachholspielen schon längst abgefahren sein. Der Club muss nun aufpassen, nicht noch mehr in den Negativstrudel zu geraten. Eine interne Zielkorrektur dürfte schon längst geschehen sein. Pressesprecher Adnan Erden wurde deutlich: „Wir sind mal wieder in Schönheit gestorben und waren nur mit Yalin-Freistößen gefährlich.“

Schiedsrichter:
Mike Busch (Hanau). Zuschauer: keine eingelassen – 50 Zaungäste.
Tore: 0:1 Emin Yalin (14.), 1:1 Janis Rück (18.), 2:1 Abderrafik Imeghry (43.), 3:1, 4:1 Mutaz Husain (73./78.).
Gelb-Rote Karte: Romal Naziri (Türkgücü/89.).

FC Posavina – FV Hausen 2:0 (0:0)

Auf dem neuen Kunstrasen an den Riederwaldwiesen sahen die Zuschauer ein sehr umkämpftes und spannendes Spiel. In der ersten Halbzeit war es ein offener Schlagabtausch, nach dem Seitenwechsel hatte Posavina mehr Ballbesitz und kam so mit den Toren von Kristian Pejic und Ivan Dzijan zu den drei Punkten. „Wir haben heute ein super Spiel gemacht gegen einen sehr starken Gegner, der nicht zu Unrecht da oben steht. Unsere Spieler haben sich heute selber belohnt für die Arbeit, die sie geleistet haben“, teilte Posavinas Pressewart Danijel Pavic mit. Ausdrücklich lobte er den Schiedsrichter, der „super gepfiffen“ habe. „Wir hoffen, dass es nächste Woche weiter geht und haben heute unseren Beitrag geleistet, dass das Hygienekonzept gepasst hat“, ergänzte Pavic. Gegen den Kontrahenten hatte der Pressewart noch eine Breitseite auszuteilen: „Der FV Hausen ist ein sehr schlechter Verlierer. Wir spielen kein Ballett, sondern Fußball.“ FVH-Coach Martin Reyschmidt beobachtete die Partie als „typisches 0:0-Spiel“ und kritisierte die überharte Gangart der Hausherren: „Wie Posavina hingelangt hat, das sah teilweise nach Absicht aus. Sina Shakouri musste verletzt ausgewechselt werden und Karim Bökenkamp wurde brutal gefoult. Ich weiß nicht, ob das sein muss beim Fußball. Ich bin einfach nur sprachlos, denn Fußball soll Spaß machen und man sollte niemanden verletzen.“ Sportlich gesehen gab der Trainer der Lila-Weißen indes zu, dass seinem Team „nicht viel gelungen“ sei.

Schiedsrichter: Muhammet-Ufuk Sönmez (Friedrichsdorf). Zuschauer: 50.
Tore: 1:0 Kristian Pejic (68.), 2:0 Ivan Dzijan (89.).

FC Union Niederrad – SV 07 Heddernheim 0:0

Das Zuschauerlimit war hier nach einer halben Stunde erreicht, sodass die Gastgeber das Eingangstor dicht machten. SVH-Trainer Andreas Berggold war nach dem Schlusspfiff nicht zu bremsen und verlangte vom Unparteiischen eine Erklärung, warum dieser in beiden Halbzeiten überpünktlich abgepfiffen habe. Denn eine Nachspielzeit hielt Adriatik Kaba offenbar trotz zahlreicher Unterbrechungen nicht für angebracht. Auch über das torlose Unentschieden ärgerte sich der Heddernheimer Trainer maßlos: „Ich habe noch nie so unverdient unentschieden gespielt wie in diesem Spiel. Das sind zwei verlorene Punkte gegen eine schwache Heimmannschaft. Wir hätten hier zur Halbzeit schon 4:0 führen müssen. Aus den vier Chancen müssen wir zwei machen, dann kannst du das Ding beruhigt runter spielen. Union hatte nicht eine Torchance, wenn überhaupt nach einem Eckball. Wir waren die klar bessere Mannschaft und dann musst Du als Sieger vom Platz gehen. Das ärgert mich, dass wir schon wieder gegen einen der unten drin steht, keinen Dreier geholt haben.“

Dass sich der Coach hinterher in Rage reden musste, war vor allem dem Abschlusspech geschuldet. Nach zehn Minuten zog Pascal Hubbuch vom linken Strafraumeck ab. Der Ball klatschte an die Unterkante der Latte, aber sprang vor der Linie auf. Auf der Gegenseite gab es einen Fehler im Aufbauspiel bei Heddernheim, Anic flankte und Ubri Baez bekam den Ball am Elfmeterpunkt, traf den Ball aber nicht richtig. Zehn Minuten später gab es die Riesenchance für Tino Matijevic. Der Neuzugang hatte nur noch den Torwart Dominik Schötz vor sich, traf aber nur den Pfosten. Und zwei Minuten danach klatschte der Ball wieder durch Matijevic gegen den Pfosten, der Union-Verteidiger versuchte zu klären.

Der Ball lag auf der Linie und die Heddernheimer hatten den Ball auch schon drin gesehen. In letzter Sekunde kam Schötz und klärte. Kurz vor der Pause war es wieder Matijevic, der eine hochkarätige Chance ausließ. In der zweiten Hälfte änderte sich das Panorama etwas zugunsten der Gastgeber, die nun mehr den Vorwärtsgang einlegten. Klare Torchancen gab es bei den Angriffsbemühungen der Niederräder aber kaum. „Das gibt es oft, dass Du am Ende noch bestraft wirst und das ist hier zum Glück nicht passiert. Dafür waren sie auch einfach zu harmlos“, sagte Berggold, der mit dem Pech haderte: „Pfosten und Latte, was willst Du da machen, wenn der nicht mal von der Unterkante rein geht? Die einen sagen auch der Ball war drin, als der Torwart den Ball weggekratzt hat. Du musst hier trotzdem mindestens ein Tor machen.“

Union-Präsident Khalid Lamjahed bedankte sich bei seinem Torwart Schötz, „aber auch beim Pfosten und der Latte, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Heddernheim war motivierter und wacher und wollte den Sieg unbedingt haben. In der zweiten Halbzeit verflachte die Partie etwas und wir sind besser ins Spiel gekommen. Wir freuen uns, dass wir zu Null gespielt haben auch wenn es etwas glücklich ist. Dieses Glück nehmen wir an und gehen so in die spielfreie Woche.“ Zu den Reklamationen der Gäste meinte Lamjahed: „Die Nachspielzeit liegt im Ermessen des Schiedsrichters. Am Ende waren wir nicht schlechter, sodass wir uns nicht über die Zeit retten wollten. Man muss Entscheidungen auch dann akzeptieren, wenn wir sie nicht gut heißen oder anderer Meinung sind.“

Schiedsrichter: Adriatik Kaba (Egelsbach). Zuschauer: 100.

TuS Makkabi – Concordia Eschersheim 3:0 (1:0)

Makkabi konnte mit dem zweiten Sieg in Folge die Abstiegszone verlassen. Trainer Hakan Tekin freute sich über die Fortschritte seines Teams: „Gegen den Ball war das unser bestes Spiel der Saison. Wir haben in 90 Minuten nichts zugelassen.“ Nach dem Kopfballtor von Robel Seiverth-Tsegai habe sich seine Mannschaft jedoch zu sehr hinten rein drängen lassen und zu sehr im letzten Drittel verteidigt. Die Gastgeber waren totzdem fleißiger und ernsthafter bei der Sache und verlegten sich dann auf Konter. Nach dem Seitenwechsel erhöhten erneut Seiverth-Tsegai und Benedict Rose auf 3:0, sodass die Partie nach einer Stunde entschieden war. „Das Team tritt endlich mit der richtigen Mentalität auf. So sind wir für jeden in dieser Liga ein unangenehmer Gegner“, sagte Tekin. Das Verletzungspech verfolgt die Makkabäer indes weiter, diesmal war es der routinierte Torhüter Kai Klug, der mit Verdacht auf Achillessehenriss gegen Vincent Döpfner ausgewechselt wurde. „Das sind die Spätfolgen der langen Corona-Pause und des sehr dichten Terminkalenders“, mutmaßte Tekin. Ersteres könnte demnächst wieder aktuell sein und zweiteres ausschließen. Für Concordia-Trainer Andre Winter gab es nicht viel zu sagen: „Der Gegner hat es wie erwartet gut gemacht. Am Ende fehlte uns vor allem Bissigkeit und Leidenschaft. Da müssen wir daran arbeiten. Abhaken und weiter machen.“

Schiedsrichter: Mohammed Azeez (Taunusstein). Zuschauer: 45.
Tore: 1:0, 2:0 Robel Seiverth-Tsegai (11./56.), 3:0 Benedict Rose (62.).

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