Kreisoberliga Frankfurt – Spvgg. Griesheim in Topform

Frankfurt – Am 12. Spieltag der Kreisoberliga Frankfurt konnten nur sieben Partien über die Bühne gebracht werden. Die Begegnungen FC Maroc – SC Weiss-Blau und FC Kalbach – FC Kosova wurden aufgrund der anhaltenden „Corona-Problematik“ in den November verschoben. Unterdessen ist nicht gesichert, ob der Spielbetrieb am nächsten Wochenende überhaupt fortgesetzt wird. Der Hessische Fußball-Verband (HFV) möchte eine einheitliche Regelung erwirken und bittet die Landesregierung um klare Vorgaben für alle Kreise und Kommunen. Derzeit gelten von Kreis zu Kreis unterschiedliche Vorgaben. So sind im benachbarten Main-Taunus-Kreis keine Zuschauer zugelassen, in Frankfurt seit einigen Tagen nur noch 100 und in den Kreisen Offenbach und Hochtaunus ruht bereits der Spielbetrieb auf Kreisebene.


Mitten im Wohngebiet der Heinrich-Seliger-Straße liegt der Kunstrasenplatz von Union Niederrad. Hier endete das Spiel zwischen den Gastgebern und dem SV 07 Heddernheim torlos.

SV Viktoria Preußen – Spvgg. 02 Griesheim 0:4 (0:1)

Die Zuschauerkulisse des Spitzenspiels wäre unter normalen Bedingungen durchaus höher gewesen, jedoch durften sich der neuen Verordnung zufolge nur 100 Besucher auf der Anlage aufhalten. Wer zu spät kam, konnte die Begegnung immerhin als Zaungast verfolgen. Dem Tabellenfünften hätten in den beiden Heimspielen vom Donnerstag und Sonntag vier Punkte gereicht, um die Tabellenspitze zu übernehmen, letztlich verloren die Preußen beide Partien und nun grüßen wieder die „Schleifer“ im Klassement von ganz oben. Die Gäste von der Eichenstraße stellten sich in Topform vor und untermauerten ihre Ambitionen auf die Meisterschaft. Heimcoach Artur Rissling stufte Griesheim als „gute Mannschaft“ ein, bedauerte aber bedingt durch die ganzen englischen Wochen einige Ausfälle und wollte eine Botschaft loswerden: „Es ist schön, dass wir Fußball spielen. Nur sind wir Amateure und im September und Oktober hatten wir zehn, zwölf oder 14 Spiele. Ich habe mittlerweile drei Leute mit Zerrungen und Muskelfaserrissen. Nichts gegen den Verband, der die Saison durchziehen will. Aber: Ich weiß nicht, ob es das beste ist und das geht vielen Vereinen so.“

Die Gäste traten mit dem kompletten Kader an und zeigten eine sehr gute Gesamtleistung. Vor allem das schnelle Spiel nach vorne beeindruckte die Gastgeber, die zunächst trotz der Ausfälle dagegen hielten. Die Spielvereinigung führte nach 28 Minuten durch einen Treffer des agilen Fiorenzo Santoro und war in der Folge die spielbestimmende Mannschaft. Nach der Halbzeit hatten die Hausherren zwei gute Chancen in Gestalt von Oscar Copik, wo die Preußen das 1:1 hätten machen können, vielleicht auch müssen. „Da war das Spiel komplett offen“, so Rissling. Durch einen Ballverlust wurde den Griesheimern dann ein Konter ermöglicht, den Bilal Zerouali mit einem Traumtor zum 0:2 abschloss.

Danach war das Spiel entschieden, die Preußen gaben sich zwar alle Mühe, hatten aber nichts gleichwertiges mehr entgegenzusetzen. In der Schlussphase verwandelte Mirko Budimir noch einen Foulelfmeter und Santoro schloss eine weitere Kontersituation erfolgreich ab. „4:0 ist zu hoch, auch wenn der Sieg für Griesheim wirklich zu hoch ist. Wenn wir das 1:1 machen, kann das Spiel anders ausgehen. Es war aber trotzdem eine gute Mannschaftsleistung, denn wir haben gekämpft und gefighted“, sah es Rissling nicht schlecht. „Auch mit der kompletten Mannschaft hätten wir es schwer gehabt“, fuhr er fort und prangerte den vollen Terminkalender an: „Jeden zweiten, dritten Tag kicken. Hauptsache, um die Runde durchzubringen. Ich bin etwas in Sorge deswegen. Dann hast Du nur noch Verletzte. Ich weiß nicht, ob die Vereine dazu befragt werden oder das einfach so festgelegt wird. Zwei Mannschaften mehr, vier Spiele mehr. Ich müsste den Jungs jetzt eigentlich eine Woche frei geben, weil wir nur am kicken sind. So werden wir wahrscheinlich unser Pokalspiel der 2. Runde gegen Rot-Weiss Frankfurt absagen müssen. Mit dem ganzen Programm interessiert mich das nicht mehr, denn es geht um die Gesundheit der Spieler.“

Sein Kollege Michele Raimondi sagte: „Das war eine gute Leistung der gesamten Mannschaft. Wir hatten 70 bis 80 Prozent Ballbesitz. Die Preußen wollten in der 2. Halbzeit mehr Druck machen und haben uns früh attackiert und weniger Räume gelassen. Zum Ende haben wir unser Spiel durchgezogen.“ Der Coach wollte die Rote Karte gegen ihn noch kommentieren: „Der Schiedsrichter hat viele Abseitsentscheidungen falsch getroffen und das habe ich kritisiert. Als ich ihm sagte, Abseits sei nicht seine Stärke, zückte er die Rote Karte.“

Schiedsrichter: Mohamed El Hassani (Gelnhausen). Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Fiorenzo Santoro (28.), 0:2 Bilal Zerouali (76.), 0:3 Mirko Budimir (86./Foulelfmeter), 0:4 Fiorenzo Santoro (90./+2).
Gelb-Rote Karte: Siyam Noori (Preußen/90.+4).
Rote Karte: Michele Raimondi (Trainer Griesheim/80.).

FC Croatia – TSG Nieder-Erlenbach 3:1 (1:0)

Croatia spielte gegen den Tabellenletzten gelöst und unbekümmert auf. Man erkannte die balltechnischen Fortschritte der jungen Spieler unter der Trainingsleitung von Milan Pavlicic und Josip Zeravica. Angetrieben von Kapitän Dino Bozinovic-Mador und Routinier Daniel Soldo, dem kurz vor Ablauf der ersten halben Stunde per Kopfball die Führung gelang, konnten sich die Youngster frei entfalten und den zweiten Heimsieg binnen weniger Tage einfahren. Der Sportliche Leiter Stanislav Konta war sich mit dem Trainerteam einig: „Heute hat alles geklappt und der Sieg ist verdient. Ohne den Torwart von Nieder-Erlenbach wäre unser Sieg höher ausgefallen, wir trafen im Spiel noch dreimal den Pfosten.“ Die Gäste hatten nach dem 0:12-Debakel gegen Hausen einiges verändert und spielten in der ersten Halbzeit ganz ordentlich mit. Die Riesenchance zum 1:1 konnte Henry Naftaliev nicht nutzen und schoss aus fünf Metern freistehend über das Tor. Nach dem Seitenwechsel verlor das Schlusslicht den Faden und Croatia erhöhte durch Ante Strljic auf 2:0. Nieder-Erlenbach kam mit einem schönen Tor von Naftaliev aus 25 Metern zum 2:1 nochmal zurück, aber Valentin Babic ließ dann dem gut aufgelegten Rico Maderthoner im Nieder-Erlenbacher Kasten keine Chance und besorgte den 3:1-Endstand. „Vorne fehlt die Durchschlagskraft, wir müssen aber weiter machen. Für den Winter haben wir schon ein paar Neuzugänge. Wir müssen aber trotzdem gucken, dass wir irgendwie mal punkten“, befand TSG-Trainer Andreas Ludwig.

Schiedsrichter: Steffen Ruh (Gelnhausen). Zuschauer: 85.
Tore: 1:0 Daniel Soldo (29.), 2:0 Ante Strljic (50.), 2:1 Henry Naftaliev (75.), 3:1 Valentin Babic (80.).

FV Saz-Rock – FC Tempo 2:2 (1:1)

Obwohl Saz-Rock nur zwei Ersatzspieler aufbieten konnte, trotzte das Team des neuen Trainers Süleyman Keskin dem Aufstiegsanwärter ein Remis ab. „Eigentlich müssen wir uns über den Punkt freuen, aber wir hätten sogar gewinnen können“, berichtete der ehemalige Regionalliga-Spieler, unter dessen Regie der FV ungeschlagen bleibt. Die Kulisse an der Mühlwiese, die das neue Limit schnell erreicht hatte, sah ein engagiertes und laufstarkes Saz-Rock-Team, das mit einem Distanzschuss aus 20 Metern in Führung ging. Tempo erwischte einen schlechten Tag und egalisierte mit Milos Matic zum Pausenstand. Der aus der 2. Mannschaft beförderte Routinier Mustafa Sayan bereitete dann das 2:1 der Gastgeber von Torjäger David Rosato vor. „Er brachte die richtige Einstellung mit und ragte mit Sebastian Rosato aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung heraus“, lobte Keskin. Zum Dreier langte es aber nicht, weil einige Konter nicht abgeschlossen wurden und Torhüter Ali Dogdu patzte. Einen harmlosen Schuss von Milos Matic ließ der Keeper durch die Hände gleiten und es stand 2:2. „Fehler können auch in der Bundesliga oder in der Champions League passieren“, nahm Keskin den Tormann in Schutz. Tempos Sportlicher Leiter Zoran Marcetic bewertete die Partie als schwierig: „Saz-Rock hat einen Sonntagstreffer erzielt und dem sind wir die ganze Zeit hinterhergerannt. Wir hatten dann viele Torchancen und alles im Griff und dann stand es mit einem Konter 2:1 aus dem Nichts. Am Ende haben wir irgendwie noch das 2:2 gemacht. Man kann nicht immer gewinnen und so muss man auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein. Wenn Du gegen solche Mannschaften nicht alles gibst, lässt Du Punkte liegen. Saz-Rock hat es für seine Möglichkeiten gut gemacht.“

Schiedsrichter: Paul Wenzek (Darmstadt). Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Ugur Kara (16.), 1:1 Milos Matic (28.), 2:1 David Rosato (66.), 2:2 Milos Matic (75.).

FC Gudesding – TSKV Türkgücü 4:1 (2:1)

Gudesding hat sich als erster Verein der Kreisoberliga dazu entschieden, in den kommenden Heimspielen keine Zuschauer einzulassen. Youssef Bouniete aus der Sportlichen Leitung erklärt: „Durch die extrem gestiegenen Infektionszahlen in unserer Stadt sehen wir uns dazu gezwungen, das Risiko auf unserem Sportplatz auf ein Minimum zu reduzieren. Darüber hinaus ist bei drei Senioren-Teams und einem Seniorinnen-Team der Aufwand für die Erfassung des Publikums mit unseren ehrenamtlichen Strukturen nur in einem unverhältnismäßigen hohen Aufwand zu betreiben. Zudem ist auch während des Spiels regelmäßig auf die aktuell geltenden Hygienemaßnahmen hinzuweisen. Das können unsere Mitglieder auf Dauer nicht leisten und wir wollen diese Verantwortung in den nächsten Wochen nicht tragen.“

Etwa 50 Zaungäste, überwiegend dem Spektrum der Gäste zuzurechnen, hatten sich trotzdem in den Ostpark bewegt, um die Begegnung von außerhalb der Sportstätte zu verfolgen. Bei den Gastgebern stand nach vier Niederlagen in Folge mit 25 Gegentreffern die Abwehr diesmal stabil, obwohl Türkgücü in der ersten Viertelstunde viel Druck aufbaute und man ballsicher und schnörkellos über außen angriff. Ein Patzer führte dann zum 0:1 von Goalgetter Emin Yalin. Gudeding fing sich danach und leitete die ersten gefährlichen Spielzüge ein. Etwas überraschend fiel dann der Ausgleich durch Janis Rück aus 30 Metern, begünstigt durch die gnädige Mithilfe des schwachen TSKV-Schlussmannes Ramazan Gülen.

Kurz vor der Halbzeit starteten die „Guden“ noch einen schnellen Angriff über rechts: Auf Flanke von Quindeau köpfte Imeghry zum 2:1 ein. Die Gäste begannen wie in Durchgang eins mit starken Szenen, die Attacken wurden aber mit zunehmender Spielzeit immer einfallsloser und harmloser. Zwei überfallartig vorgetragene Angriffe führten zum Doppelschlag von Mutaz Husain und es stand 4:1 – einem nie erwarteten Ergebnis im Ostpark. Gudesdings Vorsitzender Rainer Weiss war begeistert: „Endlich standen wir mal wieder als Team auf dem Platz, jeder hat gefighted und seinem Gegenspieler keine Ruhe gelassen. Dass Türkgücü am Ende nur noch ausgiebig lamentiert und sich damit selbst geschwächt hat, hat uns in die Karten gespielt. Der Sieg war eine Überraschung, aber verdient.“

Kapitän Romal Naziri sah bei den Gästen kurz vor Schluss die Gelb-Rote Karte. Türkgücü musste damit schon die vierte Saisonniederlage hinnehmen, mit elf Punkten dürfte der Zug nach oben trotz zwei Nachholspielen schon längst abgefahren sein. Der Club muss nun aufpassen, nicht noch mehr in den Negativstrudel zu geraten. Eine interne Zielkorrektur dürfte schon längst geschehen sein. Pressesprecher Adnan Erden wurde deutlich: „Wir sind mal wieder in Schönheit gestorben und waren nur mit Yalin-Freistößen gefährlich.“

Schiedsrichter:
Mike Busch (Hanau). Zuschauer: keine eingelassen – 50 Zaungäste.
Tore: 0:1 Emin Yalin (14.), 1:1 Janis Rück (18.), 2:1 Abderrafik Imeghry (43.), 3:1, 4:1 Mutaz Husain (73./78.).
Gelb-Rote Karte: Romal Naziri (Türkgücü/89.).

FC Posavina – FV Hausen 2:0 (0:0)

Auf dem neuen Kunstrasen an den Riederwaldwiesen sahen die Zuschauer ein sehr umkämpftes und spannendes Spiel. In der ersten Halbzeit war es ein offener Schlagabtausch, nach dem Seitenwechsel hatte Posavina mehr Ballbesitz und kam so mit den Toren von Kristian Pejic und Ivan Dzijan zu den drei Punkten. „Wir haben heute ein super Spiel gemacht gegen einen sehr starken Gegner, der nicht zu Unrecht da oben steht. Unsere Spieler haben sich heute selber belohnt für die Arbeit, die sie geleistet haben“, teilte Posavinas Pressewart Danijel Pavic mit. Ausdrücklich lobte er den Schiedsrichter, der „super gepfiffen“ habe. „Wir hoffen, dass es nächste Woche weiter geht und haben heute unseren Beitrag geleistet, dass das Hygienekonzept gepasst hat“, ergänzte Pavic. Gegen den Kontrahenten hatte der Pressewart noch eine Breitseite auszuteilen: „Der FV Hausen ist ein sehr schlechter Verlierer. Wir spielen kein Ballett, sondern Fußball.“ FVH-Coach Martin Reyschmidt beobachtete die Partie als „typisches 0:0-Spiel“ und kritisierte die überharte Gangart der Hausherren: „Wie Posavina hingelangt hat, das sah teilweise nach Absicht aus. Sina Shakouri musste verletzt ausgewechselt werden und Karim Bökenkamp wurde brutal gefoult. Ich weiß nicht, ob das sein muss beim Fußball. Ich bin einfach nur sprachlos, denn Fußball soll Spaß machen und man sollte niemanden verletzen.“ Sportlich gesehen gab der Trainer der Lila-Weißen indes zu, dass seinem Team „nicht viel gelungen“ sei.

Schiedsrichter: Muhammet-Ufuk Sönmez (Friedrichsdorf). Zuschauer: 50.
Tore: 1:0 Kristian Pejic (68.), 2:0 Ivan Dzijan (89.).

FC Union Niederrad – SV 07 Heddernheim 0:0

Das Zuschauerlimit war hier nach einer halben Stunde erreicht, sodass die Gastgeber das Eingangstor dicht machten. SVH-Trainer Andreas Berggold war nach dem Schlusspfiff nicht zu bremsen und verlangte vom Unparteiischen eine Erklärung, warum dieser in beiden Halbzeiten überpünktlich abgepfiffen habe. Denn eine Nachspielzeit hielt Adriatik Kaba offenbar trotz zahlreicher Unterbrechungen nicht für angebracht. Auch über das torlose Unentschieden ärgerte sich der Heddernheimer Trainer maßlos: „Ich habe noch nie so unverdient unentschieden gespielt wie in diesem Spiel. Das sind zwei verlorene Punkte gegen eine schwache Heimmannschaft. Wir hätten hier zur Halbzeit schon 4:0 führen müssen. Aus den vier Chancen müssen wir zwei machen, dann kannst du das Ding beruhigt runter spielen. Union hatte nicht eine Torchance, wenn überhaupt nach einem Eckball. Wir waren die klar bessere Mannschaft und dann musst Du als Sieger vom Platz gehen. Das ärgert mich, dass wir schon wieder gegen einen der unten drin steht, keinen Dreier geholt haben.“

Dass sich der Coach hinterher in Rage reden musste, war vor allem dem Abschlusspech geschuldet. Nach zehn Minuten zog Pascal Hubbuch vom linken Strafraumeck ab. Der Ball klatschte an die Unterkante der Latte, aber sprang vor der Linie auf. Auf der Gegenseite gab es einen Fehler im Aufbauspiel bei Heddernheim, Anic flankte und Ubri Baez bekam den Ball am Elfmeterpunkt, traf den Ball aber nicht richtig. Zehn Minuten später gab es die Riesenchance für Tino Matijevic. Der Neuzugang hatte nur noch den Torwart Dominik Schötz vor sich, traf aber nur den Pfosten. Und zwei Minuten danach klatschte der Ball wieder durch Matijevic gegen den Pfosten, der Union-Verteidiger versuchte zu klären.

Der Ball lag auf der Linie und die Heddernheimer hatten den Ball auch schon drin gesehen. In letzter Sekunde kam Schötz und klärte. Kurz vor der Pause war es wieder Matijevic, der eine hochkarätige Chance ausließ. In der zweiten Hälfte änderte sich das Panorama etwas zugunsten der Gastgeber, die nun mehr den Vorwärtsgang einlegten. Klare Torchancen gab es bei den Angriffsbemühungen der Niederräder aber kaum. „Das gibt es oft, dass Du am Ende noch bestraft wirst und das ist hier zum Glück nicht passiert. Dafür waren sie auch einfach zu harmlos“, sagte Berggold, der mit dem Pech haderte: „Pfosten und Latte, was willst Du da machen, wenn der nicht mal von der Unterkante rein geht? Die einen sagen auch der Ball war drin, als der Torwart den Ball weggekratzt hat. Du musst hier trotzdem mindestens ein Tor machen.“

Union-Präsident Khalid Lamjahed bedankte sich bei seinem Torwart Schötz, „aber auch beim Pfosten und der Latte, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Heddernheim war motivierter und wacher und wollte den Sieg unbedingt haben. In der zweiten Halbzeit verflachte die Partie etwas und wir sind besser ins Spiel gekommen. Wir freuen uns, dass wir zu Null gespielt haben auch wenn es etwas glücklich ist. Dieses Glück nehmen wir an und gehen so in die spielfreie Woche.“ Zu den Reklamationen der Gäste meinte Lamjahed: „Die Nachspielzeit liegt im Ermessen des Schiedsrichters. Am Ende waren wir nicht schlechter, sodass wir uns nicht über die Zeit retten wollten. Man muss Entscheidungen auch dann akzeptieren, wenn wir sie nicht gut heißen oder anderer Meinung sind.“

Schiedsrichter: Adriatik Kaba (Egelsbach). Zuschauer: 100.

TuS Makkabi – Concordia Eschersheim 3:0 (1:0)

Makkabi konnte mit dem zweiten Sieg in Folge die Abstiegszone verlassen. Trainer Hakan Tekin freute sich über die Fortschritte seines Teams: „Gegen den Ball war das unser bestes Spiel der Saison. Wir haben in 90 Minuten nichts zugelassen.“ Nach dem Kopfballtor von Robel Seiverth-Tsegai habe sich seine Mannschaft jedoch zu sehr hinten rein drängen lassen und zu sehr im letzten Drittel verteidigt. Die Gastgeber waren totzdem fleißiger und ernsthafter bei der Sache und verlegten sich dann auf Konter. Nach dem Seitenwechsel erhöhten erneut Seiverth-Tsegai und Benedict Rose auf 3:0, sodass die Partie nach einer Stunde entschieden war. „Das Team tritt endlich mit der richtigen Mentalität auf. So sind wir für jeden in dieser Liga ein unangenehmer Gegner“, sagte Tekin. Das Verletzungspech verfolgt die Makkabäer indes weiter, diesmal war es der routinierte Torhüter Kai Klug, der mit Verdacht auf Achillessehenriss gegen Vincent Döpfner ausgewechselt wurde. „Das sind die Spätfolgen der langen Corona-Pause und des sehr dichten Terminkalenders“, mutmaßte Tekin. Ersteres könnte demnächst wieder aktuell sein und zweiteres ausschließen. Für Concordia-Trainer Andre Winter gab es nicht viel zu sagen: „Der Gegner hat es wie erwartet gut gemacht. Am Ende fehlte uns vor allem Bissigkeit und Leidenschaft. Da müssen wir daran arbeiten. Abhaken und weiter machen.“

Schiedsrichter: Mohammed Azeez (Taunusstein). Zuschauer: 45.
Tore: 1:0, 2:0 Robel Seiverth-Tsegai (11./56.), 3:0 Benedict Rose (62.).

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