Kreisoberliga Frankfurt – Kalbach gelingt gegen acht Posavina-Spieler nicht der Ausgleich

Frankfurt – Teil eins des 8. Spieltages der Kreisoberliga Frankfurt ging am Mittwochabend bis auf eine Ausnahme mit torreichen Spielen über die Bühne. 27 Treffer wurden in vier Partien markiert. Die beiden in der Tabelle oben stehenden Teams verloren erstmals in dieser Saison. Spitzenreiter FC Kalbach unterlag beim FC Posavina mit 1:2, obwohl in den letzten Minuten nur noch acht gegnerische Akteure am dem Feld standen. Unter unwürdigen Rahmenbedingungen unterlag Aufsteiger FC Kosova der formstarken Viktoria Preußen mit 2:6. Hohe Siege fuhren auch der wiedererstarkte FC Tempo mit dem 8:2 beim FC Gudesding und der SV Griesheim Tarik mit 5:1 gegen den FC Croatia ein. Die Partie TSG Nieder-Erlenbach – TSKV Türkgücü wurde auf den 5. November (20 Uhr) verlegt, da Türkgücü von einem Coronafall betroffen ist und dessen Teams nun laut den Gesundheitsbestimmungen 14 Tage aus dem Spielbetrieb genommen werden muss. Heute Abend finden die restlichen vier Begegnungen statt. Die Spvgg. 02 Griesheim hat die Chance, mit einem Sieg beim abstiegsbedrohten SV 07 Heddernheim, alleiniger Tabellenführer zu werden.


Der FC Posavina besiegte den FC Kalbach mit am Ende acht Akteuren auf dem Feld. Foto: Danijel Pavic.

FC Kosova – SV Viktoria Preußen 2:6 (1:2)

Die marode Sportanlage an der Wilhelm-Epstein-Straße war mal wieder Schauplatz von nicht KOL-würdigen Rahmenbedingungen. Im Laufe der Begegnung auf dem Hartplatz fiel das Flutlicht einige Male aus, was nicht zum ersten Mal vorgekommen ist. Kosovas Spielausschuss-Boss Rudi Statovci beklagte sich: „Hier kann man abends in der dunklen Jahreszeit nicht spielen. Wir haben das Spiel erst gegen 22 Uhr beenden können, nachdem um 19 Uhr Anpfiff war. Das sind keine regulären Bedingungen.“

Am Montag sei der altgediente Funktionär beim Sport- und Badeamt vorstellig geworden und habe die Problematik geschildert. Die Flutlichtmasten seien schlichtweg defekt und nicht mehr zu gebrauchen. Sportlich gesehen musste der starke Aufsteiger die erste Saisonniederlage hinnehmen. „Der Gegner war nicht überragend. Wir haben viele unserer Torchancen nicht genutzt“, meinte Statovci und sah sich bestätigt: „Wir haben mit ganz oben nichts zu tun und wollen im oberen Mittelfeld landen.“

Die Gäste gerieten zunächst früh in Rückstand, legten dann aber laut Trainer Artur Rissling eine „Megaleistung“ an den Tag. „Das war ein Team, aber nicht nur das. Wir haben auch richtig gut Fußball gespielt auf dem Hartplatz.“ Nicht nur der vierfache Torschütze Daniel Wolf habe Anteil am Kantersieg gehabt, sondern „alle von der Nummer eins bis zur 15.“ Taktisch musste der Coach laut dem Sportlichen Leiter Thomas Mahlau reagieren, denn Kosovas pfeilschnellen Außenstürmer Flakron Thaci bekamen die Preußen zunächst kaum in den Griff. Mit der Einwechslung von Oskar Copik auf der ungewohnten linken Verteidigerposition wurde es dann besser. Streitpunkte brachte das 1:2 kurz vor der Pause nach sich: Nach einem Pfiff aus dem Publikum erzielten die Gäste ein Tor.

Der Schiedsrichter erkannte es nicht an und gab Schiedsrichterball. Während die Gastgeber noch mit Diskussionen abgelenkt waren, schaltete Giuliano Amante schnell, legte quer zu Ünal Özdemir, der locker einschieben konnte (43.). Im zweiten Abschnitt kamen dann die vielen Unterbrechungen und zwischenzeitlich drohte ein Spielabbruch. Die Kosovaren kamen zwar auf 2:3 heran, doch in der Schlussphase kamen die Gäste mit den dubiosen Umständen besser zurecht und trafen nach quasi jeder Unterbrechung noch ins Tor. „Ich bin megastolz auf die Mannschaft“, sagte Rissling und merkte zu den Begleitumständen an: „Unter der Woche darf auf diesem Platz kein Spiel mehr stattfinden.“

Schiedsrichter: Steffen Maaß (Hanau). Zuschauer: 180.
Tore: 1:0 Kushtrim Ahmeti (4.), 1:1 Daniel Wolf (10.), 1:2 Ünal Özdemir (43.), 1:3 Daniel Wolf (52.), 2:3 Flakron Thaci (61.), 2:4, 2:5 Daniel Wolf (81./86.), 2:6 Kadir Mengunogul (90.).

SV Griesheim Tarik – FC Croatia 5:1 (0:0)

Mit dem fünften Sieg in Folge setzt sich die neuformierte Truppe von Griesheim Tarik im oberen Tabellendrittel fest und nimmt Kontakt zur Spitze auf. Nach einer torlosen ersten Hälfte trumpften die Gastgeber mit dem erstmals in dieser Saison eingesetzten ehemaligen Spielertrainer Khalid El Houssaini als Leader auf und fuhren gegen die zunächst defensiv stabil stehenden Kroaten noch einen deutlichen Heimsieg ein. „In der ersten Halbzeit haben wir uns schwer getan. Croatia stand tief und hat auf Konter gelauert“, schilderte Tariks Trainer Hamza Azaoum. Nach dem Feldverweis gegen Gästeakteur Kenan Hadzic (Gelb-Rot/41.) hatten die Gastgeber mehr Räume und nutzten diese zur verdienten Führung. Die Gäste kamen aber in Unterzahl zum Ausgleich und blieben nach dem erneuten Rückstand bis in die Schlussphase hinein im Spiel. „Kompliment an meine Jungs, sie haben trotz zahlreichen Änderungen im Team ein gutes Spiel abgeliefert“, verkündete Azaoum stolz. „Tarik hatte in einem ausgeglichenen Spiel drei Treffer aus 16 Metern erzielt“, berichtete Croatias Sportlicher Leiter Stanislav Konta und kritisierte den Schiedsrichter: „Er hatte keinen guten Tag und hat uns Gelb-Rot für nix gegeben. Das war ein Abwehrfoul an uns und der Spieler hat sich geärgert, dass das nicht gepfiffen wurde, denn es war das vierte Foul an unseren Stürmer.“ Beim Blick auf die Tabelle wird Konta deutlich: „Am Sonntag gegen Griesheim 02 müssen wir was holen, sonst wird es eng.“

Schiedsrichter: Dominik Schreiber (Bad Homburg). Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Mohamed Jahouh (49.), 1:1 Dennis Grancic (54.), 2:1 Younes Kabbouch (69.), 3:1 Mimoun Azzakriti (81.), 4:1 Khalid El Houssaini (84./Foulelfmeter), 5:1 Abdelmounaim Amazrini (89.).
Gelb-Rote Karte: Kenan Hadzic (Croatia/41.).

FC Gudesding – FC Tempo 2:8 (0:4)

Gudesdings Vorsitzender Rainer Weiss war nach der höchsten Heimniederlage in der noch jungen Vereinsgeschichte der „Guden“ beeindruckt von der Spielweise der Serben: „Ein prächtig aufgelegtes, in allen Mannschaftsteilen stabiles Team, das am Ende der Saison ganz oben stehen kann.“ Besonders begeistert war er von Goran Dokic: „Ein absoluter Leader.“ Gudesding konnte den Ausfall von sechs Stammspielern nicht kompensieren und verlor völlig zurecht auch in dieser Höhe. Schnelle und präzise Kombinationen der Balkan-Formation sorgten für ein 4:0 zur Halbzeit. Bei den Gästen machte sich vor allem die Rückkehr von Spielmacher Vladimir Matic nach dem Ablauf seiner Rotsperre aus dem Kreispokal-Finale bemerkbar. Und obwohl Tempo mit der Roten Karte eine erneute Disziplinlosigkeit an den Tag legte, als Milos Mihajlovic sich zu Beginn der zweiten Hälfte eine Tätlichkeit erlaubte, kamen die spielfreudigen Serben noch zu vier weiteren Treffern. Bei den Gastgebern stemmten sich nur der zweifache Torschütze Abderrafik Imeghry, Routinier Alexander Wack und Sebastian Bolte gegen das Debakel. Insgesamt brachte Gudesding in dieser Besetzung zu wenig auf den Platz. „Wir haken das Spiel jetzt ab, denn es warten noch schwere Gegner“, sagte Weiss. Tempo setzt seine Aufholjagd nach dem Fehlstart mit dem vierten Sieg in Folge fort. Der Sportliche Leiter Zoran Marcetic hob „die geschlossene Mannschaftsleistung“ hervor: „Alle waren an Bord und es lief von der ersten Minute. Der Sieg ist in der Höhe verdient und jetzt müssen wir gucken, wo unsere Reise hinführt. Für die Tempo-Anhänger war das ein schönes Spiel mit guten Spielzügen.“

Schiedsrichter: Julian Kautz (Groß-Umstadt). Zuschauer: 70.
Tore: 0:1 Nikola Dokovic (13.), 0:2 Branislav Glamocanin (33.), 0:3 Borislav Pilipovic (37.), 0:4 Goran Dokic (42.), 0:5 Goran Grijak (47.), 1:5 Abderrafik Imeghry (50.), 1:6 Vladimir Matic (55.), 1:7 Nikola Dokovic (59.), 2:7 Abderrafik Imeghry (86.), 2:8 Vladimir Matic (90.).
Rote Karte: Milos Mihajlovic (Tempo/49.).

FC Posavina – FC Kalbach 2:1 (1:1)

Posavinas Pressewart Danijel Pavic war nach dem überraschenden Sieg gegen ein Topteam der Klasse begeistert: „Was für ein Spiel, Wahnsinn! Wir haben am Ende mit acht Mann gegen einen starken Tabellenführer gewonnen.“ Das war in der Anfangsphase noch nicht abzusehen, denn die Nordfrankfurter führten durch Torjäger Achraf Gara Ali mit 1:0. „Wir haben es verpasst, den Fokus auf das zweite Tor zu legen. Posavina beschränkte sich nur auf lange Bälle“, berichtete Kalbachs Trainer Karol Drynda.

Die robusten Platzherren legten Kampfgeist in die Waagschale und glichen mit Marin Antunovic noch vor der Pause aus. „Nach der Halbzeit haben wir uns das Leben schwer gemacht und wollten mit dem Kopf durch die Wand“, kritisierte Drynda. Mit einem sehenswerten Freistoßtor gelang Kristian Pejic dann das 2:1 für die Kroaten, die fortan das Ergebnis bissig verteidigten. Auch nach den drei Platzverweisen in der Schlussphase blieb das Team von Trainer Pero Bosnjak standhaft und brachte den Sieg mit viel Glück und Geschick über die Zeit.

„Die beiden Gelb-Roten Karten waren gerecht, die Rote Karte lächerlich. Wir haben heute bewiesen, was wir im Stande sind zu leisten“, jubelte Pavic. „Wir haben in Unterzahl alles nach hinten geworfenund zurecht gewonnen, weil wir Teamgeist gezeigt haben und bis zum Schluss die drei Punkte wollten.“ Drynda bewertete: „Eine unnötige Niederlage, die wir uns selbst zuzuschreiben haben. Der Gegner wurde aufgrund seiner harten Gangart zurecht mit Roten Karten bedacht. Die Überzahl haben wir aber nicht clever ausgespielt. Wir agierten in der gegnerischen Box nur mit Flanken auf deren größten Spieler, der dann ein einfaches Spiel hatte.“

Zur Gesamtlage nach der ersten Niederlage meinte Drynda: „Es sind noch 29 Spiele. Die Tabelle wird sich noch mindestens 29 mal ändern und dass wir nicht alle Spiele für uns entscheiden werden und irgendwann mal die erste Niederlage kommen muss, war uns bewusst. Am Sonntag geht es weiter und da kann die Mannschaft eine Reaktion auf diese Niederlage zeigen.“

Schiedsrichter: Heiko Spillner (Gelnhausen). Zuschauer: 58.
Tore: 0:1 Achraf Gara Ali (17.), 1:1 Marin Antunovic (34.), 2:1 Kristian Pejic (70.).
Gelb-Rote Karten: Stjepan Piljic (Posavina/77.), Ivan Vukovic (Posavina/84.).
Rote Karte: Sasa Cancarevic (Posavina/87.).

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