Kreisoberliga Frankfurt – Woogwiese überschreitet Zuschauerlimit in Coronazeiten

Frankfurt – Der 9. Spieltag der Kreisoberliga Frankfurt stand gestern ganz im Zeichen der Begleitumstände des „Balkanduells“ zwischen dem FC Tempo und dem FC Kosova, bei dem die Polizei aufgrund von Verstößen gegen die geltenden Corona-Bestimmungen intervenieren musste. Die Spvgg. 02 Griesheim verteidigte die Tabellenführung durch den deutlichen Auswärtssieg beim FC Croatia, während die TSG Nieder-Erlenbach nach dem 1:7 im „Nord-Derby“ beim FC Kalbach weiter punktlos das Tabellenende ziert. Die Partie zwischen Union Niederrad und dem TSKV Türkgücü wurde auf den 19. November verschoben, da ein Akteur der Gäste positiv auf das neuartige Virus getestet wurde.


Griesheim 02 (in roter Spielkleidung trat innerhalb von vier Tagen zweimal an der Brühlwiese an. Foto: Stanislav Konta.

FC Maroc – Concordia Eschersheim 1:5 (0:2)

Nach drei Heimremis in Folge verlor Maroc erstmals in dieser Saison vor heimischer Kulisse. Dabei fing das Team von Trainer Jorge Huberman gut an und kam zu Chancen durch Samir Belouad und Mohamed El Baouti. Dann gab es den ersten von drei Elfmetern für die Gäste, nachdem einem Heimakteur der Ball gegen die Hand geschossen wurde. Kevin Jäger scheiterte zunächst an Marocs Torhüter Hazem Tit, den Nachschuss versenkte er dann zur Eschersheimer Führung.

Die von der Entscheidung des Schiedsrichters genervten Marokkaner agierten unkonzentriert weiter und verursachten dann einen Foulelfmeter an Adrian Mohr. Keno-Leon Hartmann nutzte die Gelegenheit vom Punkt und erhöhte auf 0:2. „Da waren wir aus dem Spiel gerissen“, bedauerte Omar El Idrissi, der Sportliche Leiter der Gastgeber. Dazu kam die Verletzung von Keeper Tit, der plötzlich humpelte und trotzdem weiter spielte. Nach dem Seitenwechsel gab es Strafstoß Nummer drei für die Concordia, den Matthias Müller verwandelte.

Letztlich musste Tit dann doch passen und wurde in Ermangelung eines Ersatztorwarts durch einen Feldspieler ersetzt. Trotz der Einwechslung von zwei frischen Offensivkräften war Maroc weiter mit sich und dem Schiedsrichter beschäftigt. So wurde man für das unkontrollierte Spiel mit zwei weiteren Gegentoren bestraft. Auf Vorarbeit von Adrian Mohr traf Thorben Wissel zum 0:4, der gleiche Spieler nutzte dann einen Fehlpass des neuen Torhüters zum 0:5. Und am Ende gab es dann noch wenigstens den Ehrentreffer der Gastgeber durch Mourad Ibn Jalil.

„Wir haben uns selbst geschlagen und den Tiefpunkt erreicht“, sagte El Idrissi besorgt. Concordia-Trainer Andre Winter meinte: „Wir haben alles im Griff gehabt, gut gespielt und waren häufig im Strafraum des Gegners. Der konnte sich zweimal nur mit einem Foul zu helfen wissen.“ Das Fazit des jungen Coaches: „Insgesamt eine sehr konzentrierte Leistung mit wenigen Fehlern. Auch wenn wir die letzten 20 Minuten noch konsequenter ausspielen können, stehen zehn Punkte aus den letzten vier Spielen zu Buche. Das ist top!“

Schiedsrichter: Muhammed Kilic (Dietzenbach). Zuschauer: 120.
Tore: 0:1 Kevin Jäger (27.), 0:2 Keon-Leon Hartmann (35./Foulelfmeter), 0:3 Matthias Müller (48./Foulelfmeter), 0:4, 0:5 Thorben Wissel (64./72.), 1:5 Mourad Ibn Jalil (89.).

FC Croatia – Spvgg. 02 Griesheim 0:5 (0:1)

Trotz der klaren Niederlage gegen den Spitzenreiter bewertete Croatias Sportlicher Leiter Stanislav Konta das Spiel als „ausgeglichen. Wir haben zwei Tore gemacht, aber der Schiedsrichter hat Abseits gepfiffen. Beide Szenen waren knapp, wir hätten in Führung gehen müssen.“ Stattdessen trafen die spielstarken Gäste nach einem Eckball durch Dumitru Chiriloae. Auch die zweite Halbzeit bezeichnete Konta als „offen. Wir haben gespielt und unsere Gelegenheiten nicht genutzt. Griesheim war immer da, wenn wir dran waren am Ausgleich. Wir hätten zwei bis drei Tore machen müssen. Die Jungs haben gefighted bis zum Schluss.“

Griesheim hatte an Ort und Stelle vor drei Tagen noch gegen Heddernheim unter Flutlicht mit 7:1 gewonnen. Diesmal blieben die „Schleifer“ ohne Gegentor und spielten lange in Überzahl, da die Kroaten mit zwei Roten Karten bedacht wurden.

Juric musste wegen eines rüden Foulspiels gehen, Krizanac ließ sich zu einer Beleidigung verleiten. Eine Halbzeit lang gegen zehn beziehungsweise die letzte halbe Stunde gegen neun Mann hatten die 02er viel Platz und die nötigen Räume, um ihre schnellen Außenspieler einzusetzen. So gelang dem quirligen Fiorenzo Santoro ein Doppelpack, Tarik Lamjahdi und Kapitän Mirko Budimir besorgten den Rest. Gästecoach Michele Raimondi befand, dass Croatia in der ersten Halbzeit sehr gut verteidigt habe: „Wir hatten wenige Räume, sodass wir viele Diagonalbälle gespielt haben.“

In der Halbzeitansprache gab der Griesheimer Trainer seinem Team mit auf den Weg „geduldig zu bleiben und den Gegner etwas raus zu locken. Mir war klar, wenn wir das zweite Tor machen, kriegen wir hier mehr Räume und können mehr in die Tiefe spielen.“ Die letzten 25 Minuten habe man mit viel Ballbesitz nur noch verwaltet und nicht mehr den Zug nach vorne gezeigt, um vielleicht das eine oder andere Tor mehr zu machen.“

Schiedsrichter: Sascha Sven Hofmann (Büdingen). Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Dumitru Chiriloae (30.), 0:2, 0:3 Fiorenzo Santoro (57./65.), 0:4 Tarik Lamjahdi (76.), 0:5 Mirko Budimir (85.).
Rote Karten: Josip Juric (Croatia/44.), Marko Krizanac (Croatia/59.).

FV Saz-Rock – SC Weiss-Blau 3:3 (0:2)

Im Kellerduell musste auch Aufsteiger Weiss-Blau drei Tage später auf dem gleichen Platz das nächste Auswärtsspiel bestreiten. Hatten die Niederräder am Donnerstag noch mit 2:5 beim FV Hausen verloren, so standen sie diesmal bei einem direkten Konkurrenten ganz dicht vor dem zweiten Saisonsieg. Trotz einer 2:0- und 3:1-Führung musste WB aber in der letzten Minute den bitteren Ausgleich hinnehmen. Waren die Gäste am Donnerstag noch durch eine Fair-Play-Aktion positiv aufgefallen, so ließen sie in diesem Spiel laut FV-Trainer Ibrahim Uyanik „das Fair Play vermissen.“ Bis zur 60. Minute sei alles fair gewesen, beim dritten Treffer Weiss-Blaus habe der den Gästen zugeordnete nichtneutrale Schiedsrichterassistent sein Amt vernachlässigt und so den Ausball nicht angezeigt, bevor WB-Torjäger Ruben Balthasar das 3:1 markieren konnte.

Bei den vehementen Protesten der Gastgeber war der Heimcoach beteiligt und erhielt dafür die Gelb-Rote Karte. Uyanik stellte dar, dass sein Team dem Gegner „Einladungen zum Toreschießen“ verschickt habe. So kritisierte er Torhüter Ali Dogdu für einen unüberlegtes Abspiel aus dem Sechzehner. In der Folge fiel der Ball Balthasar vor die Füße und der gegnerische Stürmer bedankte sich mit dem ersten Weiss-Blau-Tor. Tim Garthe erhöhte dann nach einer halben Stunde für die Gäste. Saz-Rock hatte nach dem 0:2 kleine Chancen, aber nichts hochkarätiges. In der Halbzeit bezeichnete der FV-Coach das Spiel seines Teams als „lächerlich“. Nach einer geharnischten Kabinenansprache ging Uyanik nach draußen, „denn gegen solche Gegner musst du punkten. Nur zwei, drei waren mit Herz da und wollten gewinnen. Die restlichen acht hätte man auswechseln können.“

Die Ansprache zeigte dann Wirkung, denn die Gelb-Roten fingen an zu kämpfen. „Wir haben fast nur auf ein Tor gespielt. Der eingewechselte Sertan Sak verkürzte schnell auf 1:2. Danach spielte sich in der 68. Minute die Szene ab, die die Gemüter so erhitzte. „So etwas habe ich lange nicht erlebt. Der Ball war im Aus und mein Mittelfeldspieler bleibt stehen, um den Ball einzuwerfen. Die spielen weiter und ich hebe meine Hand hoch. Ich drehe mich nach rechts und sehe, dass deren Linienrichter an der Bande lehnt und sich unterhält“, echauffierte sich Uyanik. „Es ist lächerlich, dass dieser Linienrichter nicht da war. Ich habe den WB-Coach aufgefordert, fair zu sein. Die haben so getan, als ob sie nichts gesehen hätten.“ Uyanik flog dann mit Gelb-Rot vom Platz, seine Spieler entwickelten dann aber eine Jetzt erst Recht-Mentalität. Kapitän Onur Götürmen verkürzte per Foulelfmeter auf 2:3 und dann wurde der lange Abwehrspieler Sanny Abubakari als dritte Spitze nach vorne beordert.

Nach einem langen Ball sorgte er wenigstens noch für das Unentschieden. Danach habe es sogar noch Möglichkeiten zum Siegtreffer gegeben. „Ich weiß nicht, ob ich mich über den Punkt freuen soll. Fakt ist, der Gegner war nicht fair. Der Ball war definitiv im Aus und die haben es auch gesehen. Die haben ein Tor geschenkt bekommen“, ärgerte sich Uyanik. Sein Kollege Jamal Er-Jah nahm aus WB-Sicht dazu wie folgt Stellung: „Mir war die Sicht in dem Moment versperrt und ich habe es nicht gesehen. Sonst hätte ich auch was gesagt, aber es war keineswegs so eindeutig. Der Schiedsrichter und meine Person wurden dann von den Gastgebern massiv beleidigt, auch von Herrn Uyanik. So ist die Lage dann eskaliert. Mit dem Linienrichter habe ich ein ernstes Wort sprechen müssen, dass er künftig konstant bei der Sache bleibt. Wir hätten hier gewinnen müssen, haben aber am Ende zu tief gestanden.“

Schiedsrichter: Jan Schubert. Zuschauer: 90.
Tore: 0:1 Ruben Balthasar (5.), 0:2 Tim Garthe (31.), 1:2 Sertan Sak (54.), 1:3 Ruben Balthasar (68.), 2:3 Onur Götürmen (74./Foulelfmeter), 3:3 Sanny Abubakari (90.).

FC Kalbach – TSG Nieder-Erlenbach 7:1 (4:0)

Im Nord-Derby hatte sich Kalbach vorgenommen ein schnelles Tor zu erzielen und das gelang Neuzugang David Bafuka auch nach fünf Minuten, nachdem Ouassim Bouzarzar den Innenpfosten getroffen hatte. Der Ball prallte zurück zu Bafuka, der nur noch einzuschieben brauchte. Nach Querpass des von den Gästen gekommenen Adrielle Parotta erhöhte Bouzarzar noch in der Anfangsphase auf 2:0. Achraf Gara Ali und Parotta hatten gegen den konfusen Tabellenletzten schon zur Pause einen deutlichen Vorsprung vorgelegt.

„Der Gegner war bis auf eine Aktion einmal im Sechzehner in der ersten Halbzeit und das ungefährlich. Wenn wir unsere hundertprozentigen Torchancen verwerten kann sich keiner beschweren, wenn es 8:0 steht zur Pause“, berichtete FCK-Trainer Karol Drynda. Der Coach war mit der Darbietung trotz des deutlichen Sieges nicht einverstanden: „Der Gegner hat es uns einfach gemacht, trotzdem können wir mit unserem Spiel nicht zufrieden sein. So eine richtige Reaktion auf die Niederlage unter der Woche bei Posavina war das nicht.“ In der zweiten Halbzeit machten die Kalbacher eigentlich da weiter, wo sie zur Pause aufgehört hatten. „Wir haben zwar das Spiel dominiert, aber nicht so wie wir uns das vorstellen. Viele Aktionen haben zu lange gedauert. Außerdem wurden wieder hundertprozentige Chancen leichtfertig vergeben.“

Tore wurden aber auch noch einige geschossen: Bafuka mit dem Kopf zum 5:0, Soufiane Moussaoui per Foulelfmeter und Gara Ali setzte den Schlusspunkt. Zwischenzeitlich hatte der Erlenbacher Abdelrahman Alhatem für den Ehrentreffer der Gäste gesorgt. Die Gastgeber mussten auf viele Spieler verzichten, deswegen erhielten andere Akteure die Chance von Anfang an. „Wir haben zwar hochverdient gewonnen, wir wissen jedoch dass wir nicht gut gespielt haben und wir es besser machen können. Teilweise haben wir die Aktionen nicht gradlinig runtergespielt, stattdessen wollten wir es zu kompliziert machen“, monierte Drynda.

Die Gäste bleiben punktlos am Tabellenende und so langsam verlieren sie den Anschluss an das rettende Ufer. Trainer Andreas Ludwigs Statement fiel daher kurz und bündig aus: „Das war gar nichts! Wir sind ja gar nicht am Mann gewesen und haben die spielen lassen und zugeguckt, wie die das ganz toll machen. Am Ende müssen wir uns bei Torhüter Rico Maderthoner bedanken, dass es nicht noch höher ausgegangen ist.“

Schiedsrichter: Seyid-Ali Savran (Wiesbaden). Zuschauer: 120.
Tore: 1:0 David Bafuka (5.), 2:0 Ouassim Bouzarzar (13.), 3:0 Achraf Gara Ali (30.), 4:0 Adrielle Parotta (43.), 5:0 David Bafuka (62.), 5:1 Abdelrahman Alhatem (68.), 6:1 Soufiane Moussaoui (77.), 7:1 Achraf Gara Ali (83.).

FC Tempo – FC Kosova 4:3 (1:1)

Das brisante „Balkanduell“ verlief chaotisch. Da die aktuell aufgrund der Corona-Problematik zugelassene maximale Anzahl von 250 Zuschauern schon vor dem Anpfiff erreicht war, schlossen die Gastgeber das Eingangstor vorsorglich zu. Die teilweise aus anderen Städten angereisten Anhänger beider Lager wollten das nicht hinnehmen und verschafften sich dann ohne Eintrittskarte und die notwendige Registrierung Zutritt zum Gelände. Augenzeugenberichten zufolge wurde massenhaft über den Zaun geklettert, sodass sich zwischenzeitlich rund 400 Zuschauer auf der engen Anlage befanden.

Die alarmierte Polizei stellte nicht nur die erhöhte Zuschauerzahl fest, sondern auch die Missachtung sämtlicher Corona-Regeln wie der Abstandsregelung. Ein Spielabbruch hätte gedroht, wenn es nicht gelungen wäre, die Massen aus dem Sportplatz zu entfernen. Die schauten dem Spielgeschehen dann von der Straße beziehungsweise vor der gegenüberliegenden U-Bahn-Strecke zu, zwischenzeitlich forderten zahlreiche Gästefans empört ihr Eintrittsgeld zurück. Tempos Sportlicher Leiter Zoran Marcetic zeigte sich von den Begleitumständen betroffen: „Wenn wir hier leben, müssen sich beide Seiten auch an die Regeln halten. Es ist so einiges aus dem Ruder gelaufen.“

Dagegen meinte Kosovas Spielausschuss-Vorsitzender Rudi Statovci: „Der Heimverein ist für die Organisation zuständig, wir als Gäste können da wenig ausrichten.“ Fußball gespielt wurde auch noch: Der Aufsteiger lag durch Flakron Thaci in Führung, Goran Grijak glich postwendend aus. Nachdem rund um den Platz nach der Räumung nur noch zehn Offizielle pro Verein zugegen waren, gerieten die Gastgeber auf die Verliererstraße. Raisi Zalla und Haithem Sassi sorgten für eine 3:1-Führung, ehe Sassi dann wegen übertriebenem Torjubel Gelb-Rot sah.

In Überzahl drehten die Serben dann auf und auch das Spiel. Dank einem Handelfmeter brachte Vladimir Matic Tempo auf 2:3 heran. Darko Nikolic sorgte für den Ausgleich, doch damit nicht genug: In der 90. Minute gelang Milos Matic noch der drin wie draußen viel umjubelte Siegtreffer. „Es ging hin und her in einem kampfbetonten Spiel. Wir hatten Glück, dass wir das in den letzten zehn Minuten drehen konnten“, sagte Marcetic. Statovci haderte nach der zweiten Niederlage in Folge: „Wir haben das Spiel am Ende mit unserer Blödheit verloren.“

Schiedsrichter: Mike Kantz (Idstein). Zuschauer: 250 (ausverkauft) – nach der Platzräumung: keine.
Tore: 0:1 Flakron Thaci (6.), 1:1 Goran Grijak (8.), 1:2 Raisi Zalla (62.), 1:3 Haithem Sassi (76.), 2:3 Vladimir Matic (82./Handelfmeter), 3:3 Darko Nikolic (84.), 4:3 Milos Matic (90.).
Gelb-Rote Karte: Haithem Sassi (Kosova/79.).

FC Posavina – FC Gudesding 8:0 (4:0)

Unter den Interimstrainern Drago Pavlovic und Mladen Pejic setzte Posavina seine Erfolgsserie mit dem Kantersieg gegen ein indisponiertes Gudesding fort. Zuletzt wurden sieben von neun möglichen Punkten geholt. Die beiden haben in der Zeit den im Urlaub weilenden Cheftrainer Pero Bosnjak würdig vertreten. Es war eine einseitige Partie, die knapp 90 Zuschauer auf dem nagelneuen Kunstrasen auf den Riederwaldwiesen verfolgten.

In der ersten Halbzeit spielten die Kroaten sehr gut zusammen und zogen bereits gegen ein vollständiges Team aus dem Ostpark mit 4:0 davon. Nach der Pause dezimierten sich die Gäste nach und nach mit Gelb-Roten Karten. Somit hatte Posavina leichtes Spiel, um einen ungefährdeten 8:0-Sieg einzufahren. Einziger Lichtblick: Torhüter Daniel Kunkel parierte vor dem 6:0 einen Foulelfmeter von Drazen Vinkovic, musste sich dann aber im Nachschuss von Marvin Antunovic geschlagen geben.

„Wir sind froh, dass die Formkurve nach oben geht. Die Zuschauer sind voll auf ihre Kosten gekommen. Riesendank an die Vertretung von Pero Bosnjak. Sie haben die Mannschaft wachgerüttelt und der Glaube ist wieder da“, freute sich Posavinas Pressewart Danijel Pavic. Entsetzen herrschte dagegen bei Gudesdings Vorsitzenden Rainer Weiss angesichts von 16 Gegentoren in zwei Partien vor.

Die Ostpark-Truppe befindet sich in dieser desolaten Verfassung im tiefen Tal. „Es stehen momentan zu wenige Spieler zur Verfügung, die KOL-reif sind. Und wenn dann ein Schiri zwei Spieler vom Platz schickt, weil sie es gewagt haben, den Allmächtigen anzuzweifeln, bist Du chancenlos. Wir müssen hoffen, dass die vielen Verletzten zurückkehren. Posavina hat eine tolle Mannschaft und ein tolles Publikum.“

Schiedsrichter: Christopher Bedikian (Hanau). Zuschauer: 90.
Tore: 1:0 Anto Petrasevic (4.), 2:0 Kristian Pejic (16.), 3:0 Drazen Vinkovic (45./+2), 4:0 Stijepan Piljic (45./+5), 5:0, 6:0 Marvin Antunovic (65./77.), 7:0 Ivan Dzijan (80.), 8:0 Drazen Vinkovic (87.).
Gelb-Rote Karten: Alexander Wack (Gudesding/52.), Ferdinand Hasselbeck (Gudesding/65.), Aeham Abouch (Gudesding/68.).

SV Griesheim Tarik – FV Hausen 4:3 (0:0)

Griesheim Tarik dominierte laut den Schilderungen von Trainer Hamza Azaoum die erste Halbzeit klar und erarbeitete sich viele Chancen. Dennoch stand es zum Pausentee an der Lärchenstraße noch 0:0. „Ein Tor wurde uns aberkannt, wo der Ball einen Meter hinter der Linie war“, berichtete der Tarik-Coach. Nach der Pause sorgte ein Doppelschlag des neuen Stürmers Mostafa für eine scheinbar beruhigende 2:0-Führung, doch nach zwei Standards glichen die Lila-Weißen innerhalb von sechs Minuten mit Tobias Neugebauer und Kenzo Peter aus.

Die selbstbewussten Gastgeber spielten weiter nach vorne und gingen erneut durch Mimoun Azzakriti in Führung und kassierten danach wieder nach einem Eckball ein Kopfballtor von Josip Dolic. Nachdem zwei klare Chancen vergeben wurden, sicherte Zouhair Msahli den Hausherren in der letzten Minute den sechsten Sieg in Folge und das Vorrücken auf Rang drei.

Doch weit in der Nachspielzeit hinein bot sich Hausens Sina Shakouri noch die Gelegenheit, noch mal auszugleichen. Den fälligen Strafstoß setzte der Spielmacher aber kläglich in die Wolken (90./+4). „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, wir haben aber zu viel zugelassen. Vorne lassen wir noch zu viel liegen. Bis zum 2:0 hatten wir das Spiel in der Hand und am Ende hatten wir noch Glück beim Elfer. Es war ein Spiel für die Zuschauer“, resümierte Azaoum.

FVH-Coach Martin Reyschmidt erkannte an, dass Tarik in der ersten Halbzeit besser gewesen sei: „Da haben wir Glück gehabt, kein Tor kassiert zu haben.“ Die zweite Halbzeit war dann aus seiner Sicht recht offen: „Von der Einstellung und kämpferischen Leistung war das sehr gut. Wir sind zweimal zurückgekommen nach Rückständen und haben leider am Ende den Elfmeter verschossen.“ Der Sieg für Tarik sei verdient gewesen, so Reyschmidt. Er erwähnte noch den Schiedsrichter aus dem nahegelegenen Schwanheim für seine gute Leistung.

Schiedsrichter: Benjamin Rauscheberg (Frankfurt). Zuschauer: 120. Tore: 1:0, 2:0 Mostafa Amghar Bouchikh (52./62.), 2:1 Tobias Neugebauer (65.), 2:2 Kenzo Peter (71.), 3:2 Mimoun Azzakriti (84.), 3:3 Josip Dolic (87.), 4:3 Zouhair Msahli (90.).

TuS Makkabi – SV 07 Heddernheim 0:1 (0:0)

SVH-Trainer Andreas Berggold atmete tief durch: „Die Erleichterung ist riesengroß. Wir hatten das Spielglück mal auf unserer Seite. Wir haben vorne einen reingemacht, Makkabi eben nicht und das hat uns außer gegen Griesheim gefehlt. Ich habe zwei Mannschaften gesehen, die versucht haben Fußball zu spielen. Beiden hat aber vorne die Durchschlagskraft gefehlt und wir haben am Ende die brenzligen Situationen überstanden.“ Es war insgesamt ein schwaches Spiel auf dem Kunstrasenplatz im Sportpark Preungesheim, welches bei Tageslicht begann und in der Dunkelheit endete. In einer Partie mit wenigen Torchancen wirkten die Gäste ballsicherer und konsequenter vor dem Tor. Zumindest war dies beim entscheidenden Tor der Heddernheimer in der 73. Minute der Fall, als Tino Matijevic den Eckball gut reinbrachte und am langen Pfosten Stürmer Christos Papadopoulos per Kopfball der erlösende Treffer gelang.

Durch den Streich des Griechen konnte gegen einen direkten Konkurrenten der zweite Saisonsieg eingefahren werden und die Heddernheimer stehen nun punktgleich mit Makkabi im hinteren Tabellenmittelfeld. Der so wichtige Sieg musste allerdings am Ende über die Ziellinie gezittert werden. Die Gastgeber versuchten in der Schlussphase alles, um wenigstens noch zum Ausgleich zu kommen. „Unser Manko bleibt die Chancenverwertung, aber wir trafen auf einen Gegner, der die gleichen Probleme hat“, sagte Berggold. Viel Mittelfeldgeplänkel war meist an der Tagesordnung, die beste Chance der Makkabäer vergab Routinier Kristian Leonhardt mit einem Schuss an den Außenpfosten.

Ansonsten meist Leerlauf, viele Einwürfe und Unterbrechungen. Makkabi kam gut aus der Kabine und wollte das Tor erzwingen, doch SVH-Keeper Marcin Czukiewicz war gut in Form. Beim Kopfball von Benedict Rose wäre er wohl machtlos gewesen, aber der Ball zischte am Tor vorbei. Rose alleine hätte das Spiel entscheiden können, er vergab noch zwei dicke Möglichkeiten beim Stande von 0:0. Kurz vor dem Siegtor der Grün-Weißen war Deniz Yatci frei durch, scheiterte aber am routinierten Kai Klug im Makkabi-Tor. Nach dem 0:1 warfen die Hausherren noch einmal alles nach vorne, scheiterten aber an ihrem Unvermögen vor dem Tor. Verletzte Angreifer wie Ibrahim Abbouz oder Simon Lindlar können eben beim Aufsteiger nicht ersetzt werden.

Und so brachte der SVH den Sieg nach Daniel Endzweigs Pfostenschuss mit Glück und Geduld über die Zeit. TuS-Trainer Hakan Tekin befand in seiner Analyse: „Die ersten 20 Minuten hat es Heddernheim wirklich gut gemacht. Wir haben den Zugriff im Mittelfeld nicht gefunden und so konnten sie einige Male gefährlich vor unserem Tor auftauchen. Wir haben dann aber nach einer taktischen Umstellung mehr und mehr das Kommando übernommen. Wir haben zwei, drei Möglichkeiten, wo wir alleine aufs Tor zulaufen und schaffen es nicht ein Tor zu schießen. Das ist bitter, weil wenn wir 1:0 führen, wird es schwer für Heddernheim. Sie haben sich für ihren kämpferischen Einsatz belohnt.“

Schiedsrichter: Heiko Spillner (Gelnhausen). Zuschauer: 155.
Tor: 0:1 Christos Papadopoulos (73.).

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