Kreisoberliga Frankfurt – Mal wieder kein Licht unter dem Fernsehturm

Am Donnerstagabend fanden nur noch vier Partien in der Kreisoberliga Frankfurt statt. Die Durchführung der fünften Begegnung scheiterte letztlich an der maroden Infrastruktur der schon lange nicht mehr zeitgemäßen Sportanlage an der Wilhelm-Epstein-Straße. Nach dem Abbruch des Spiels FC Maroc – SV Griesheim Tarik wegen defekter Flutlichter steht der Nachholtermin bereits fest. Unter der Annahme, dass der Spielbetrieb bis dahin nicht gestoppt sein wird, soll die Partie dann am 25. November (20 Uhr) mit gedrehtem Heimrecht an der Lärchenstraße steigen. Klarheit herrscht seit heute auch in Sachen Zuschauerkulisse. Bis auf weiteres sind nur noch maximal 100 Besucher zugelassen, die Clubs sind angehalten, das Limit auch tatsächlich nicht zu überschreiten.


Die marode Anlage an der Wilhelm-Epstein-Straße lässt viel zu wünschen übrig.

FC Kalbach – FC Gudesding 8:2 (4:1)

Kalbach übernahm mit dem achten Saisonsieg die Tabellenspitze von den spielfreien Griesheimern. Dabei lagen die Gastgeber bis kurz vor dem Halbzeitpfiff gegen die bis dahin gut auftretenden Gäste aus dem Ostpark zurück. Dann reichten den Kalbachern fünf starke Minuten, um nicht nur das Spiel zu drehen, sondern mit 4:1 davonzuziehen. Bemerkenswert war der Auftritt von Stürmer Achraf Gara Ali, dem im Minutentakt ein Hattrick glückte. Trainer Karol Drynda berichtete, dass sein Team die spielbestimmende Mannschaft gewesen sei und machte den Gästen ein Kompliment: „Sie haben gut dagegengehalten und vor allem bis zum 1:1 gut mitgehalten.“ Davon was kaufen konnten sich die „Guden“ freilich nicht. Zum dritten Mal in den letzten Wochen kassierte der FCG acht Gegentreffer, ein alarmierender Trend. Besonders in den Minuten vor der Pause bewegten sich die Abwehrspieler unkoordiniert und desolat. „Da fehlt die letzte Konsequenz und der letzte Wille, das Gegentor zu verhindern“, monierte FCG-Trainer Luca Spessot. In den zweiten 45 Minuten kontrollierten die Kalbacher das Geschehen und erzielten dabei sehr schöne Tore. Vor allem das 5:1 war das Eintrittsgeld wert, als Gara Ali zwei Gegner plus Torwart ausspielte und souverän vollendete. Den Schlusspunkt setzte Marco Bausum, der nach dem Kopfballtreffer ein Sonderlob erhielt: „Freut mich für den Jungen, der alles annimmt und aussaugt und auf dem Platz umsetzt.“ Drynda sprach von einem verdienten Sieg, jedoch habe es eine Phase gegeben, wo man sich in Zukunft souveräner präsentieren müsse. Spessot machte die Talfahrt von Gudesding auch an der mangelnden Trainingsbeteiligung fest: „Mit dem ersten Regen und dem ersten Eintracht-Spiel kamen Freitags nur noch zehn bis 14 Spieler ins Training.“

Schiedsrichter: Frank Lezius (Wehrheim). Zuschauer: 75.
Tore: 0:1 Christian Arnold (27.), 1:1, 2:1, 3:1 Achraf Gara Ali (43./Foulelfmeter, 44., 45.), 4:1 Oliver Pauls (45./+2), 5:1 Achraf Gara Ali (63.), 6:1 Ivan Delic (74.), 7:1 Adrielle Parotta (78.), 7:2 Nicolas Quindeau (85.), 8:2 Marco Bausum (88.).

FC Tempo – TSKV Türkgücü 2:0 (1:0)

Tempo hat den Fehlstart nach dem Pokalfinale längst korrigiert und steht bereits auf Rang drei und damit in Lauerstellung zur Spitze. Mit dem nötigen Feuer, aber auch sehr pragmatisch ging der in Ginnheim ansässige serbische Fußball-Club die Partie gegen die ambitionierten Gäste an. Auch in kämpferischer Hinsicht deutete viel darauf hin, dass sich die Serben in der Überholspur befinden. Vladimir Matic brachte die Gastgeber in einem guten Kreisoberligaspiel früh in Führung. Die Gastgeber hatten laut ihrem Sportlichen Leiter Zoran Marcetic mehr Torchancen und gewannen verdient. Türkgücü tat sich schwer, hielt die Partie aber lange offen. Mann des Tages war der Spieler mit der Nummer zehn Vladimir Matic, der für Tempo auch das zweite Tor schoss. „Die Tendenz geht nach oben. Nach dem schlechten Saisonstart meldet sich der FC Tempo wieder zurück“, vermeldete Marcetic im Stile einer Radioreportage. Auf Seiten von Türkgücü verliert man die Spitze immer mehr aus den Augen. Zwar hat der TSKV noch zwei Partien nachzuholen, aber der Rückstand auf Rang eins beträgt schon jetzt satte 13 Zähler. Als „unglücklich und letztlich hochverdient“ bezeichnete Pressesprecher Adnan Erden die dritte Saisonpleite. „Die Mannschaft war willig und ging hochkonzentriert in die Partie. Aber das Gegentor nach zwei Minuten spielte Tempo in die Karten. Sie stellten sich hinten rein und kamen gefährlich mit langen Bällen nach vorne.“ Tempo spielte dabei konzentriert und mit der nötigen Härte. Das gefällige TSKV-Spiel endete zumeist am Strafraum der Hausherren. Sie spielten 90 Minuten ihr Pensum runter, oft nicht einmal schlecht, aber mit dieser Leistung dürfte es sehr schwer werden, tatsächlich noch Erster zu werden. Torjäger Emin Yalin wurden praktisch keine Freiräume gelassen und so kam Erden zur Erkenntnis: „Es war die erste verdiente Niederlage in dieser Saison. Wir müssen jetzt eine Serie starten, um wieder den Anschluss zu finden.“

Schiedsrichter: Dominik Loskamp (Hattersheim). Zuschauer: 150.
Tore: 1:0, 2:0 Vladimir Matic (2./75.).

TSG Nieder-Erlenbach – FV Hausen 0:12 (0:3)

So langsam müssen sich die Verantwortlichen in Nieder-Erlenbach die Frage stellen lassen, ob der coronabedingte Klassenerhalt die beste Option für die offenbar nicht wettbewerbsfähige Mannschaft war oder ob man nicht doch besser in der A-Klasse aufgehoben gewesen wäre. Was die Mannschaft von Trainer Andreas Ludwig nämlich den wenigen Getreuen anbot, war schlichtweg unter aller Kanone. Der Coach wollte die mit Abstand höchste der neun Niederlagen auch nicht mehr schön reden: „Wir wurden deklassiert und bloßgestellt von Hausen. Die haben uns gezeigt, wie Fußball geht. Einfach Fußball spielen und nicht in Dribblings gehen und dementsprechend geht das auch in der Höhe im Ordnung.“ FVH-Coach Martin Reyschmidt wusste nicht so recht, wie er das zweistellige Resultat kommentieren sollte. „Wir haben einigermaßen guten Fußball gespielt. Die Einstellung hat gestimmt und die Jungs hatten Bock“. Das schnelle 1:0 von Sina Shakouri in der ersten Spielminute durch eine feine Einzelleistung habe den Lila-Weißen in die Karten gespielt. Die 3:0-Führung der Hausener zur Pause ließ noch keinen Kantersieg vermuten, aber bei den Gastgebern brachen dann nach und nach alle Dämme. „Da haben wir teilweise ganz gute Spielzüge mit recht schönen Toren gezeigt“, blieb Reyschmidt bescheiden. Fakt ist, dass quasi ein Tor nach dem anderen fiel und Nieder-Erlenbach den Nachweis der Wettbewerbsfähigkeit nicht nur diesmal schuldig blieb. Herausragend im guten Mannschaftsgefüge waren der fünffache Torschütze Spas Pisov sowie der eingewechselte Anas Bakkali, dem noch drei Treffer in zehn Minuten gelangen.

Schiedsrichter: k.A. Zuschauer: 65.
Tore: 0:1 Sina Shakouri (1.), 0:2, 0:3, 0:4 Spas Pisov (15./33./46.), 0:5 Rico Maderthoner (54./Eigentor), 0:6 Spas Pisov (60.), 0:7 Georgi Tushev (67.), 0:8 Kaya Satilmis (70.), 0:9, 0:10 Anas Bakkali (72./80.), 0:11 Spas Pisov (81.), 0:12 Anas Bakkali (82.).

SV Viktoria Preußen – TuS Makkabi 2:3 (0:2)

Die Preußen verpassten die Möglichkeit, sich vor dem Topspiel gegen Griesheim 02 auf Platz zwei zu katapultieren und wären bei einem Dreier punktgleich mit Tabellenführer Kalbach gewesen. Preußen-Trainer Artur Rissling attestierte dem Gegner: „Makkabi war giftig und griffig.“ Wobei der Coach das Führungstor der Gäste als Zufallsprodukt einstufte: „Der Ball fiel Rose praktisch vor die Füße.“ In der Folge vergab Daniel Wolf eine glasklare Chance zum Ausgleich, im Gegenzug gab es Elfmeter für Makkabi. Rose verwandelte zum überraschenden 2:0 für die Gäste. In der Pause stellte Rissling etwas um, aber die Gäste schlossen einen Konter in Gestalt von Philipp Giesler zum 3:0 ab. Danach spielten die Gastgeber mit dem Mute der Verzweiflung nur auf ein Tor und kreierten fünf bis sechs gute Torchancen. Torjäger Daniel Wolf verkürzte per Foulelfmeter, aber eine richtige Aufholjagd wurde das nicht mehr, da Makkabi den Vorsprung konsequent verteidigte. „Das ist ihr gutes Recht, die haben alles richtig gemacht, vor allem gekämpft, gefighted und sich hochgepusht. Wir haben das auch gemacht, konnten das Spiel aber nicht mehr drehen.“ Wolfs 2:3 hatte in der Nachspielzeit nur noch statistischen Wert. „Es gibt Spiele, wo der Gegner gar nicht besser ist, aber mehr auf den Platz bringt was Körpereinsatz und Moral und Einstellung angeht. Das bin ich von meinen Mannschaften gewohnt, von daher hat Makkabi nicht unverdient gewonnen. Sie haben alles auf dem Platz gelassen. Wir denken von Spiel zu Spiel, da wir nicht die Megamannschaft in der KOL sind“, analysierte Rissling. Sein Kollege Hakan Tekin zeigte sich hochzufrieden: „Die ersten 70 Minuten haben wir es sehr gut gemacht. Wir haben kompakt gestanden und außer individuellen Fehlern nichts zugelassen und immer wieder gefährliche Konter gefahren.“ Der Coach lobte Torhüter Kai Klug: „Insbesondere in den letzten 20 Minuten hast er uns mit mehreren Paraden im Spiel gehalten.“ Sein Team habe es trotz vieler Ausfälle geschafft, eines der Spitzenteams der Liga zu schlagen und bezeichnete den Sieg als „wichtig für die Tabelle, aber noch wichtiger für den Kopf.“ Ein Sonderlob Tekins erhielt der Schiedsrichter: „Natürlich hat er auch Fehler gemacht, aber seine Leistung und sein Auftreten waren außergewöhnlich für die KOL.“

Schiedsrichter: Stephan Burkhardt (Kilianstädten). Zuschauer: 100.
Tore: 0:1, 0:2 Benedict Rose (17./36., Foulelfmeter), 0:3 Philipp Giesler (60.), 1:3, 2:3 Daniel Wolf (69./Foulelfmeter, 90.+6).

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