Kreisoberliga Frankfurt – Griesheim 02 mit brillanter Spielweise an die Spitze

Frankfurt – Teil zwei des 8. Spieltages der Kreisoberliga Frankfurt brachte 23 Tore in vier Partien. Insgesamt war es mit 50 Treffern in acht Begegnungen ein sehr torreicher Spieltag. Die Spvgg. 02 Griesheim übernahm mit einem 7:1-Kantersieg in Heddernheim die Tabellenspitze. Der FV Hausen setzte seine Erfolgsserie fort und schob sich auf Rang drei vor. Aufsteiger TuS Makkabi bezwang den FC Maroc mit 3:1 und katapultierte sich selbst aus der Abstiegszone und den Gegner mitten hinein. Das 2:2-Remis zwischen Union Niederrad und dem FV Saz-Rock hilft im Abstiegskampf weder den einen noch den anderen weiter. Am Sonntag geht es bereits mit dem nächsten Spieltag weiter, ehe in der kommenden Woche die erste Runde im Kreispokal auf dem Programm steht.


Einen brillanten Vortrag hielt Griesheim 02 unter dem diffusen Heddernheimer Flutlicht ab.

TuS Makkabi – FC Maroc 3:1 (2:0)

Makkabis Trainer Hakan Tekin sprach nach dem befreienden Erfolg und dem Sprung raus aus der Abtiegszone von einem verdienten Sieg: „Die ersten 35 Minuten waren wir die spielbestimmende Mannschaft“. Daraus resultierte die seiner Ansicht nach verdiente 2:0-Führung nach Toren von Robel Seiverth-Tsegai und Benedict Rose. In den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte kamen die Gäste unter der Regie des langjährigen Makkabi-Coaches Jorge Huberman etwas besser ins Spiel, spielten sich aber keine wirklichen Torchancen heraus. Mit dem 3:0 von Constantin Rose Mitte des zweiten Abschnitts war das Spiel entschieden. Tekin kritisierte die überharte Gangart der Marokkaner: „Der Gegner ist leider danach nur noch durch übertriebene Härte und Unsportlichkeiten aufgefallen. Der Höhepunkt war ein Kopfstoß bei einem Eckball. Ich habe die Situation genau gesehen, leider der Schiedsrichter nicht.“ Solche Dinge gehörten nicht auf den Fußballplatz, klagte Tekin und berichtete: „Unser Spieler hat eine gebrochene Nase und musste gestern Abend noch ins Krankenhaus. Wir werden das nicht einfach so stehen lassen.“ Zehn Jahre lang waren sich diese Vereine aus dem Weg gegangen, nun gab es gleich beim ersten Aufeinandertreffen nach langer Zeit Misstöne. Marocs Sportlicher Leiter Omar El Idrissi warf den Gastgebern vor: „Nach dem 3:0 haben die nach jedem Zweikampf übertrieben rumgeschrien, nur um der Zeit wegen“. Zum schwachen Spiel Marocs und dem Absturz in die Abstiegszone fiel El Idrissi nicht viel ein: „Erst fehlten mir die Worte zum Spiel. Das war das schlechteste, was wir seit langer Zeit auf dem Feld geboten haben. Die Einstellung, der Wille und die spielerische Note eine einzige Katastrophe. Wenn wir so weiter machen, steigen wir ab!“ Das einzige, was Maroc in 90 Minuten gelang, war der bedeutungslose Treffer zum 3:1 in der letzten Minute durch Soufian Taadou.

Schiedsrichter: Rolf Seifert (Lindheim). Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Robel Seiverth-Tsegai (15.), 2:0 Benedict Rose (29.), 3:0 Constantin Rose (67.), 3:1 Soufian Taadou (90.).

SV 07 Heddernheim – Spvgg. 02 Griesheim 1:7 (1:3)

Nicht nur Heddernheims Spielausschuss-Chef Klaus Schleicher war beeindruckt von der Spielstärke der Griesheimer: „Das war die mit Abstand beste Mannschaft, die sich hier in den letzten Jahren vorgestellt hat.“ Auch Trainer Andreas Berggold erkannte an: „Die Niederlage ist auch in der Höhe verdient. Griesheim war eine Klasse zu stark für uns, vor allem was das Tempo und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor anbetrifft. Teilweise haben wir aber auch dumme Tore kassiert, wo wir tatkräftig mitgeholfen haben.“ Es fing mal wieder gut an für die Grün-Weißen, denn Kapitän Philipp Siegel verwandelte in gewohnt souveräner Manier einen Handelfmeter (4.) – der sechste Strafstoßtreffer Siegels in der noch jungen Saison. Der SVH konnte die Führung zwar nicht lange konservieren, hielt aber zumindest im ersten Durchgang noch dagegen.

Der Ausgleich wäre eigentlich schon nach 13 Minuten fällig gewesen, doch der aus der eigenen Jugend stammende Außenspieler Bilal Zerouali erlief einen katastrophalen Rückpass von Routinier Dawit Demeke und passte uneigennützig quer zu Fiorenzo Santoro, der aus Abseitsposition einschob. Vier Minuten danach konnten die 35 mitgereisten Griesheimer Anhänger das erste Mal jubeln. Dem schnellen Spiel über die rechte Seite konnte Heddernheim kaum folgen. Deniz Pekgüzelyigit flankte in die Mitte, wo Daniel Sikorski fast unbedrängt einschieben konnte (18.). Fünf Minuten danach war Sikorskis Doppelschlag perfekt. Der quirlige Fiorenzo Santoro vernaschte auf der rechten Seite gleich drei Heddernheimer und bediente Sikorski am Sechzehner. Der zog aus dem Stand trocken ab.

SVH-Torwart Marcin Czukiewicz war noch dran, aber trotzdem machtlos (23.). Kurz vor der Pause war dann Heddernheims erfahrenster Spieler von allen guten Geistern verlassen. Dawit Demekes zu kurzen Rückpass erlief 02-Stürmer Alexandr Railean. Der aus der Hessenliga vom FV Bad Vilbel gekommene Rumäne spitzelte den Ball an Czukiewicz vorbei ins Netz – 1:3 (42.). Nach dem Seitenwechsel setzten die „Schleifer“ ihre brillante Spielweise fort. Langer Ball über die linke Seite, der flach reingebracht wurde, Railean verpasste, aber Santoro war noch zur Stelle und drosch ihn mit links in die Maschen (49.). „Das war dann der Punkt, wo die Mannschaft sich selbst aufgegeben hat, wobei wir in der Phase hinten dran noch zwei, drei Möglichkeiten hatten. Da hätte es auch 3:7 ausgehen können, aber es kam nie ein Zweifel auf, wer hier als Sieger vom Platz gehen würde“, beteuerte Berggold.

Zum Bespiel schoss Marcel Schmid einen Volleyschuss nach langem Siegel-Abstoß links vorbei (55.). Im Gegenzug war Railean erneut zur Stelle und es hieß 5:1 für Griesheim (57.). Beim sechsten Tor behauptete der eingewechselte Jeffrey Aboagye den Ball und legte rechts ab zu Pekgüzelyigit, der nur einschieben brauchte (65.). Der Schlusspunkt war Sikorski mit seinem dritten Tor vorbehalten (74.). Griesheims Trainer Michele Raimondi analysierte den Kantersieg gewohnt sachlich: „Wir kommen langsam in Fahrt und verstehen, um was es geht. Wir haben weniger Einzelaktionen gezeigt, sondern fünfmal bei den Toren quer gelegt. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Tabellenführung anzuvisieren ist immer schön, da ist es einfacher die Jungs zu motivieren.“

Schiedsrichter: Rene Döbber (Alzenau). Zuschauer: 115.
Tore: 1:0 Philipp Siegel (4./Handelfmeter), 1:1, 1:2 Daniel Sikorski (18./23.), 1:3 Alexandr Railean (42.), 1:4 Fiorenzo Santoro (48.), 1:5 Alexandr Railean (57.), 1:6 Deniz Pekgüzelyigit (65.), 1:7 Daniel Sikorski (74.).
Gelb-Rote Karte: Enver Kelmendi (Griesheim/78.).

FV Hausen – SC Weiss-Blau 5:2 (3:0)

Nach einem schönen Pass von Spas Pisov ging Hausen durch Sina Shakouri recht schnell in Führung. Shion Tsuji erhöhte dann auf 2:0, ehe Jounes Bökenkamp das 3:0 markierte und dann kurz danach verletzt ausschied und zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht wurde. Direkt nach der Halbzeit stellten die Lila-Weißen gegen den Aufsteiger auf 4:0 durch Shakouri. Hausens Trainer Martin Reyschmidt beklagte dann die Nachlässigkeit seines Teams: „Wir haben gedacht, es geht immer so weiter. Mir kam es so vor, als on zehn Hütchenstangen auf dem Platz standen. Wir waren nicht mehr da und haben nichts mehr gemacht. So kamen die Gäste von den Sandhöfer Wiesen auf und markierten innerhalb von drei Minuten mit Tim Schubert und Tilman Garthe zwei Tore. In der 83. Minute gab es eine bemerkenswerte Aktion von Gästeakteur Lucaas Rodriguez. Nach dem Elfmeterpfiff ging der junge Mann zum Schiedsrichter und bat ihn, den Strafstoß zurückzunehmen, da es kein Foul gewesen sei. „Machen die das 4:3, schwimmen wir nochmal richtig. Von daher Riesenrespekt an den Weiss-Blau-Spieler, er hat Courage und Ehrlichkeit gezeigt. Chapeau an den Jungen, das bei diesem Spielstand zu machen“, unterstrich Reyschmidt. Nach der Gelb-Roten Karte gegen WB-Spieler Giorgio Lentini machte Pisov das 5:2. „Mit der ersten Halbzeit war ich einverstanden. Nach der 46. Minute fehlen mir einfach nur die Worte. Ich weiß nicht, was da in den Köpfen der Spieler passiert ist. Das geht nicht und das werde ich aufarbeiten.

Schiedsrichter: Iman Safi (Erlensee). Zuschauer: 50.
Tore: 1:0 Sina Shakouri (2.), 2:0 Shion Tsuji (26.), 3:0 Jounes Bökenkamp (36.), 4:0 Sina Shakouri (46.), 4:1 Tim Schubert (61.), 4:2 Tilman Garthe (64.), 5:2 Spas Pisov (90.).
Gelb-Rote Karte: Giorgio Lentini (Weiss-Blau/90.).

FC Union Niederrad – FV Saz-Rock 2:2 (1:1)

Die Gastgeber starteten laut ihrem Vorsitzenden Khalid Lamjahed furios und schossen in der ersten Minute schon viermal auf das Tor von Saz-Rock. Einmal wurde auf der Linie gerettet, drei hielt FV-Torwart Ali Dogdu. Außerdem trafen die Niederräder in der ersten Halbzeit den Pfosten. Nach einem Eckball von Dominik Abd Ala traf Benedikt Jung per Kopfball zum 1:0 für die Union. Danach ließ Niederrad das Spiel langsamer angehen und verursachte einen Freistoß, den Gästeakteur Altan Sak direkt aus 20 Metern zum Ausgleich versenkte. In der zweiten Halbzeit – so berichtete Lamjahed – habe sein Team nur auf ein Tor gespielt und „mächtig Chancen für zwei oder drei Spiele“ gehabt. Das 2:1 von Dominik Abd Ala nach einem langen Ball war die logische Konsequenz aus der Überlegenheit der Heimelf, doch dann unterlief Mohamed Azeggaghe ein klassisches Eigentot und die Partie endete remis. „Das waren zwei verschenkte Punkte. Ich bin völlig fassungslos, denn wir brauchen die im Kampf gegen den Abstieg definitiv. Wir waren dem Gegner in allen Belangen überlegen, Saz-Rock war schwach. Das ist ärgerlich und zum Glück sind wir am Sonntag spielfrei“, sagte Lamjahed. Der Gegner habe keine einzige Torchance gehabt, von daher ist das Resultat enttäuschend. Ein Sonderlob erhielt der Offenbacher Schiedsrichter Adil Challioui für seinr souveräne Spielleitung. FV-Coach Ibrahim Uyanik hatte unterdessen seine eigene Sichtweise der Dinge: „Es war ein unterhaltsames Spiel, der Punkt war verdient. Es war aber nicht so ein gutes Spiel. Der Punkt war wichtig für uns und auch für den Gegner, wobei wir etwas enttäuscht sind, da wir mehr Spielanteile hatten und fast nichts zugelassen haben.“ Seine Rot-Gelben hätten alle Zweikämpfe und zweiten Bälle gewonnen, aber zu oft quer gespielt statt auf das Tor zu schießen. Und am Ende hätte Saz-Rock auf das 3:2 gelauert, wobei auch Niederrad noch ein Tor hätte machen können.

Schiedsrichter: Adil Challioui (Offenbach). Zuschauer: 90.
Tore: 1:0 Benedict Jung (32.), 1:1 Altan Sak (39.), 2:1 Dominik Abd Ala (75.), 2:2 Mohamed Azeggaghe (83./Eigentor).

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